Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Im Mai rollen Bagger auf die Brennabor-Höfe

Investor und Rentenbehörde in Brandenburg/Havel einig Im Mai rollen Bagger auf die Brennabor-Höfe

Im Frühjahr sollen die Bagger anrücken und die alten Brennabor-Höfe in die neue Riesterbehörde ZfA mit 1250 Arbeitsplätzen verwandeln. Die Behörde sei mit dem Investor handelseinig, berichtete Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) beim IHK-Unternehmerstammtisch. Das Nachsehen haben die langjährigen Mieter.

Voriger Artikel
Potsdam bekämpft illegale Aufschüttung
Nächster Artikel
Extrawurst für Investor Lelbach?

Wenn Riester kommt, sollen die Altmieter verschwinden.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Im kommenden Frühjahr sollen die Bagger anrücken und die alten Brennabor-Höfe in die neue Riesterbehörde ZfA der Deutschen Rentenversicherung mit 1250 Arbeitsplätzen verwandeln. Die Behörde sei mit dem Investor handelseinig, berichtete Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) beim IHK-Unternehmerstammtisch am Dienstagabend. Das Nachsehen haben die langjährigen Mieter der alten Industriegebäude, sie haben schon die Kündigung erhalten.

Die im Sommer gegründete Firma SD Invest Brandenburg GmbH will als Investor für den späteren Mieter Deutsche Rentenversicherung bauen. Hinter der Firma steht die Schomaker-Baugruppe aus dem Emsland. Als Investor für die ZfA ist deren Chef Wilhelm Schomaker in Brandenburg aufgetreten.

19 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche

Im nächsten Jahr soll laut Scheller der Umbau der denkmalgeschützten Industriegebäude beginnen, der 19 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche umfasst. Außerdem soll entlang der Geschwister-Scholl-Straße ein Neubau entstehen, der sich bis zum Friedhof erstreckt. Bis Mitte 2018, so dass Ziel, soll das 35-Millionen-Euro-Ensemble mit 1250 Behördenarbeitsplätzen schlüsselfertig bereit stehen.

Das markante Portal an der Geschwister-Scholl-Straße

Das markante Portal an der Geschwister-Scholl-Straße.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Schon lange reicht der Platz nicht mehr aus für die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), die im Volksmund Riester-Behörde heißt. Die ZfA suchte daher seit geraumer Zeit nach Büroflächen an einem Standort, da die Büros in der Potsdamer Straße aus allen Nähten platzen, die Beschäftigten über mehrere Standorte verteilt arbeiten müssen und zudem neue Arbeitskräfte eingestellt werden sollen.

Derzeit sind etwa 1000 Menschen dort beschäftigt, nach der Fertigstellung des Brennabor-Standortes sollen 1250 Menschen dort arbeiten. Ältere Überlegungen, an der Ecke zur Bauhofstraße oder auf dem alten Bushof zu bauen, sind vom Tisch.

Der Eigentümerwechsel in den Brennabor-Höfen wurde zum 1. November vollzogen. Wenige Wochen später hatten die Mieter ihre Kündigungen auf dem Tisch, unter Wahrung der Fristen. Es trifft den Music Store von Stephan Horn ebenso wie die Fotografin Ute Steglich, Firmen wie Bytecom, Orca Geo Services ebenso wie eine Werbeagentur, ein Gerätebaubetrieb sowie das Brandenburger Jobcenter, das einige der Räume nutzt.

DJ Hörnchen bangt um seine Existenz

Stephan Horn (DJ Hörnchen) ist der letzte verbliebene Musikalienhändler mit Vollsortiment im ganzen Land Brandenburg. Im Jahr 2000 war er der Ankermieter in dem historischen Ensemble. Wenn sein Mietvertrag ausläuft, soll er raus. „Ich will keinen Arbeitsplätzen im Weg stehen, aber ich bin seit 25 Jahren selbstständig und hier geht es um mein Lebenswerk“, sagt Horn. Dort wo er Musikinstrumente und Zubehör anbietet, sollen Konferenzräume für die Riesterbehörde entstehen.

Noch finden sich Geschäfte im Erdgeschoss des sanierten Komplexes

Noch finden sich Geschäfte im Erdgeschoss des sanierten Komplexes.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Investor Schomaker sei kurz und emotionslos bei ihm gewesen – mit dem Auftreten eines Unternehmers, der eben am längeren Hebel sitzt. Den Schomaker-Slogan „Wir bauen mit Menschen für Menschen“ erkennt Stephan Horn nicht so recht wieder.

Ihm sei gesagt worden, er und die anderen Mieter könnten nicht bleiben, weil datenschutzrechtliche Gründe keine Fremdmieter im Haus zuließen. Für Horn eine schwer nachzuvollziehende Begründung. Wie es für ihn und sein Geschäft weitergeht, ist noch unklar.

Ähnliches gilt für Ute Steglich, die seit siebeneinhalb Jahren ihr Fotoatelier in den alten Höfen führt. Für sie war der Standort mit dem ebenerdigen Schaufenster und den Parkplätzen optimal. Entsprechend traurig ist sie, dass sie rausgekündigt wird. „Es wird ein hartes Brot, mich neu zu etablieren“, sagt die Fotografin.

Restaurant ist schon lange geschlossen

Das ayurvedische Lokal „Aveda“ im Hof des Ensembles ist kein Problem mehr, das hat seit dem Sommer schon geschlossen. Ein interessierter Blumenladen, der dort einziehen wollte, erhielt schon keinen Mietvertrag mehr.

Von Jürgen Lauterbach

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg