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Barrierefrei, familientauglich, bezahlbar

Arbeitsgruppe für Wohnraum in Eichwalde Barrierefrei, familientauglich, bezahlbar

Eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe setzt sich in Eichwalde für bezahlbaren Wohnraum ein. Demnach soll die Gemeinde entweder selbst in den kommunalen Wohnungsbau investieren oder gemeinnützige Investoren bei der Realisierung von Projekten unterstützen.

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An ausgewählten Standorten wie an der Zeuthener Straße/Ecke Chopinstraße könnten künftig barrierefreie Wohnungen entstehen.

Quelle: Uta Schmidt

Eichwalde. Wohnen soll in Eichwalde in der Zukunft nicht zum Luxus werden. Darauf haben sich die Gemeindevertreter der fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe (AG) „Bezahlbares Wohnen“ festgelegt. Ihr Vorschlag lautet: Die Gemeinde soll entweder selbst in den kommunalen Wohnungsbau investieren oder gemeinnützige Investoren tatkräftig bei der Realisierung von sozialen, barrierefreien Bauvorhaben mit bezahlbaren Mieten für Senioren und junge Familien unter die Arme greifen. Dazu könnten Pachtgrundstücke günstig zur Verfügung gestellt oder größere Möglichkeiten zum mehrgeschossigen Wohnungsbau eingeräumt werden.

Die Wähler-Initiative Eichwalde (WIE) formulierte jetzt einen konkreten Beschlussantrag an die Gemeindevertretung. Demnach soll Bürgermeister Bernd Speer (parteilos) die nötigen Maßnahmen für die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum für junge Familien und Senioren prüfen. Das schließt die entsprechenden Planungsmittel für den Haushaltsentwurf 2016 mit ein. Einerseits sollen gemeindeeigene Grundstücke für gemeinnützige Träger bereitgestellt werden, Bauplanungen beschleunigt und Verdichtungsgebiete wie in der Bahnhofstraße, August-Bebel-Allee, Zeuthener Straße oder Heinrich-Heine-Allee für mehrgeschossigen Wohnungsneubau ausgewiesen werden. Ebenso könnte die Gemeinde mit einem privaten Investor kooperieren.

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„Für junge Familien und Senioren ist es sehr schwierig, in unserem Ort eine bezahlbare und passende Mietwohnung zu finden“, erklärte Jörg Jenoch (Fraktion WIE) den Vorstoß. Seit dem Sommer entwickelt eine Arbeitsgruppe bereits konkrete Ideen, wie und wo altersgerechte Wohnungen in der Gemeinde entstehen können. Sie knüpft damit an die Arbeit des Seniorenbeirates an, der bereits vor Jahren in der ‚Initiative Wohnen im Alter‘ Vorschläge dazu entwickelt hat. Die Idee für die Errichtung eines altersgerechten, mehrgeschossigen Neubaus an der Grünauer-/Waldstraße sei in der Vergangenheit allerdings nie verwirklicht worden.

Angesichts anziehender Mietpreise im Berliner Einzugsbereich sowie im Norden des Landkreises bestehe dringender Handlungsbedarf in der Gemeinde, so die AG. Nach der Analyse von Trends und Gegebenheiten steht für die AG fest: Der private Wohnungsbau im Orte findet bisher meist auf hochpreisigem Niveau statt und ist auf Eigentumswohnungen ausgerichtet. „Wir wollen jetzt die Grundlagen schaffen, dass ein nennenswerter Anteil an Miet-Wohnraum barrierefrei und zu bezahlbaren Preisen in Eichwalde oder den Nachbargemeinden sichergestellt wird“, fasst Jenoch die Forderungen zusammen. Das hätte auch einen Nebeneffekt. Denn wegen fehlender, unbebauter Grundstücke ist der Zuzug junger Familien in Zukunft nur möglich, wenn ältere Menschen große Eigenheime verlassen und in kleinere Wohnungen umziehen. Dazu fehlen aber Angebote für Rentner an barrierefreien, bezahlbaren Wohnraum.

Ein für Eichwalde denkbares Modell könnte sein, dass die Gemeinde mit privaten Investoren einen Anteil von Sozialwohnungen verhandelt und im Gegenzug Baurecht für höhere Verdichtung oder Überlassung von Grundstücken einräumt. Möglich sei ebenso, dass die Gemeinde oder ein gemeinnütziger Träger einen Teil der zu errichtenden Wohnungen dem Investor abkauft. Eine Kooperation mit den Nachbargemeinden soll angeschoben werden, so die Vorschläge der Arbeitsgruppe. Die Erfahrungen hätten eben gezeigt, dass auf diesem Gebiet der „freie Markt“ keine Lösungen angeboten hat. Die Arbeitsgruppe will weitere Vorschläge zur Lösung der Problematik entwickeln.

Von Uta Schmidt

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