Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Bauland: Aufschwung mit Verzögerung

Brandenburg an der Havel Bauland: Aufschwung mit Verzögerung

Der deutschlandweit boomende Immobilienmarkt erreicht Brandenburg an der Havel allenfalls mit Verzögerung, die neuen Bodenrichtwerte in der Stadt für 2016 weisen nur geringe Schwankungen aus. Einige neue Baugebiete wurden jetzt in die offizielle Zonen-Karte aufgenommen.

Voriger Artikel
Markanter Bau für die Ortsmitte
Nächster Artikel
Falkenseer See-Carré kommt später

Baustelle in der Uferstraße in Kirchmöser.

Quelle: Malo

Brandenburg/H. Die seit Jahren steigende Nachfrage nach Immobilien und Baugrundstücken in vielen deutschen Städten angesichts der Tiefzinsentwicklung ist in Brandenburg an der Havel nur in einzelnen Punkten spürbar. Zwar ist der Markt für Häuser auch hier weitgehend leer gekauft, doch hat sich dies bislang wenig auf die so genannten Bodenrichtwerte niedergeschlagen, bei denen Grundstückspreise und
-nutzungen vergleichbar gemacht und daraus Zonen gebildet werden.

In seiner diesjährigen Beratung hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Brandenburg an der Havel zum Stichtag 31. Dezember 2015 genau 27 Bodenrichtwerte – 121 für Bauflächen und sechs für land- und forstwirtschaftliche Nutzungen - beraten und beschlossen.

In städtischer Lage 30 Werte ermittelt

In den Wohngebieten der städtischen Lage (zum Beispiel Görden, Eigene Scholle, Mötzower und Krakauer Vorstadt, Quenz) sind 30 Bodenrichtwerte ermittelt worden. Hier liegen seit Jahren stabile Grundstückspreise für unbebaute Wohnbauflächen zwischen 35 bis 75 €/m² vor. Eine leichte Steigerung gibt es in der „Krakauer Vorstadt“ von 50 €/m² auf 55 €/m². In den dörflichen Lagen (Gollwitz, Göttin, Klein Kreutz, Saaringen, Schmerzke, Wilhelmsdorf, Wust) wurden bei den zehn ermittelten Richtwerten nur zwei Veränderungen zum Vorjahr sichtbar. Die Werte in den dörflichen Lagen bewegen sich zwischen 10 und 50 €/m², nur in Wilhelmsdorf stiegen sie von 40 auf 45 €/m², in Gollwitz ging es entgegengesetzt von 45 auf 40 EUR/m².

In den Siedlungen fürs individuelle Wohnen hat sich das Bodenrichtwertniveau in 2015 unterschiedlich entwickelt. Es wurden 13 Werte ermittelt, davon sind zehn gleichbleibend. Das Niveau liegt zwischen 45 und 210 €/m². In Schmerzke-Zingelheide ging es von 45 auf 50 €/m². Auf der Osthalbinsel dagegen von 220 auf 210 €/m². Neu aufgenommen ist das Wohngebiet „Sophienstraße–EFH“ im Stadtteil Hohenstücken. Der Bodenrichtwert ist hier mit 55 €/m² ermittelt worden.

Für Gewerbe- und Industriegebiete wurden 13 Bodenrichtwerte auf dem Vorjahresniveau zwischen 10 und 50 €/m² ermittelt.

Lage, Lage, Lage

Bodenrichtwerte (BRW) sind durchschnittliche Lagewerte für den Boden, bezogen auf einen Quadratmeter Grundstücksfläche.

Sie werden für eine Mehrzahl von Grundstücken ermittelt, die in ihren tatsächlichen Eigenschaften und rechtlichen Gegebenheiten weitgehend übereinstimmen, eine im Wesentlichen gleiche Struktur und Lage haben und im Zeitpunkt der Bodenrichtwertermittlung ein annähernd gleiches Preisniveau aufweisen. Bodenrichtwerte stellen also auf typische Verhältnisse einzelner Gebiete (Bodenrichtwertzonen) ab.

Die Richtwerte werden vom örtlichen Gutachterausschuss für Grundstückswerte auf der Datenbasis der bei seiner Geschäftsstelle geführten Kaufpreissammlung flächendeckend für alle Grundstücksarten unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Entwicklungszustands zum 31. Dezember ermittelt.

Für das Gebiet der Stadt Brandenburg an der Havel liegen seit 1991 durchgängig Bodenrichtwerte vor.

In den Mietwohnungsbaugebieten (Alter Görden, Große Gartenstraße, Gutenbergstraße, Hohenstücken, Nord, Walzwerksiedlung) mit 16 Bodenrichtwerten und den Mischgebieten (Neuendorfer Straße, Geschwister-Scholl-Straße, Jacobstraße) mit sechs Bodenrichtwerten wurden keine Änderungen zum Vorjahr ermittelt. Das iveau in den Mietwohungsbaugebieten liegt zwischen 40 und 100 €/m² und in den Mischgebieten zwischen 30 und 130 €/m².

Die Bodenrichtwerte im Kern der Stadt Brandenburg an der Havel unterteilen sich in Zentrumslagen (Altstadt, Dom, Kurstraße, Nicolaiplatz, Havelstraße) mit zwölf ausgewiesenen Bodenrichtwertzonen und einem seit Jahren gleichbleibendem Niveau in einer Spanne von 100 bis 250 €/m² und 18 Bodenrichtwertzonen für die Zentrumslagen im umfassenden Sanierungsgebiet (Altstadt Markt, Ritterstraße, Packhofgelände, Hauptstraße, Steinstraße, Neustadt Markt, Deutsches Dorf). In dieser Lage existiert seit Jahren ein gleichbleibendes BRW-Niveau zwischen 15 und 500 €/m².

Unterteilung in verschiedene Lagen

Neu in 2015 sind Werte für drei kleine Wohnsiedlungen im Außenbereich. Für die Zonen „Bohnenland“, „Görisgräben“ und „Wendgräben“ wurden erstmals jeweils 10 €/m² ermittelt. Von den sechs landwirtschaftlichen Bodenrichtwerten haben vier eine Erhöhung erfahren – das ist allerdings ein deutschlandweiter Trend, die Nachfrage nach Ackerflächen ist groß.

Info: Weitere Informationen zu Bodenrichtwerten können in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Klosterstraße 14 in 14770 Brandenburg an der Havel und telefonisch unter 03381/58 6203 o. 6205 erhalten werden. Seit Januar 2016 steht für die Öffentlichkeit das Bodenrichtwert-Portal „Boris Land Brandenburg“ zur Verfügung. Es ist erreichbar unter der Internet-Adresse www.boris-brandenburg.de.

Von André Wirsing

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg