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Baumsterben in Neuruppin

Stadtbild im Wandel Baumsterben in Neuruppin

Die vielen großen Bäume prägen das Stadtbild von Neuruppin seit Jahrzehnten. Doch immer mehr von ihnen werden gefällt, weil sie alt sind oder krank. Neue sollen zwar gepflanzt werden, trotzdem bleibt die Frage: Wie viel Grün braucht Neuruppin und wie soll die Stadt einmal aussehen?

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In der Fehrbelliner Straße wurden gerade 20 alte Bäume gefällt. Weitere Straßen folgen – Neuruppins Stadtbild verändert sich.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der Anblick wirkt ernüchternd: Wo heute die Friedrich-Engels-Straße liegt, erstreckte sich vor gut hundert Jahren eine weite, öde Fläche. Nur am Rand sind auf einer Straßenseite einige kleinere Bäume zu erkennen, der Rest der Straße ist kahl. Die Weite wirkte schon damals so bedrückend, dass sich die Neuruppiner entschieden, ihre Straßen mit mehr Bäumen zu verschönern. Bäume spielen für das Stadtbild heute eine entscheidende Rolle. Das viele Grün macht einen wesentlichen Reiz der Stadt aus. Doch der ist jetzt in Gefahr.

Kahlschlag an der Friedrich-Engels-Straße

Am Wall mussten im vergangenen Jahr etliche Bäume gefällt werden: In einem Teil der Friedrich-Engels-Straße ließen die Stadtwerke alle Bäume abholzen, an der Schifferstraße wurden Ende 2015 etliche gefällt und zuletzt mussten 20 stattliche Straßenbäume an der Fehrbelliner Straße fallen. Vielen von ihnen waren krank, andere nach Ansicht von Gutachtern einfach zu alt. Schon jetzt ist absehbar, dass in den nächsten Jahren auch in anderen Straßen stattliche Bäume fallen. Das hat Folgen. „In der Fehrbelliner Straße hat das charakteristische Aussehen erheblich gelitten“, sagt Neuruppins Baudezernent Arne Krohn ein. In einigen Jahren werden die Folgen noch drastischer zu sehen sein.

Vor hundert Jahren standen in Neuruppin viel weniger Bäume – wie hier an der  heutigen Friedrich-Engels-Straße

Vor hundert Jahren standen in Neuruppin viel weniger Bäume – wie hier an der heutigen Friedrich-Engels-Straße.

Quelle: privat

Bisher hat die Stadt keine Lösung, wie sie mit dieser Veränderung umgehen soll. Wie viel Grün braucht Neuruppin? Was für Bäume sollen künftig in der Stadt stehen: kleine, große, pflegeleichte Züchtungen oder eher Naturgewächse?

Zumindest für die Fehrbelliner Straße ist klar, dass dort, wo jetzt Bäume gefällt wurden, wieder neue gepflanzt werden sollen. Doch was für welche? „Das ist nicht leicht zu beantworten“, räumt Arne Krohn ein. Wie auch immer die Stadt jetzt entscheidet: Es hat Folgen für Generationen. Folgen für das Stadtbild, aber auch für die Stadtkasse. So schön die großen Bäume sind – ihre Pflege ist teuer und das für Jahrzehnte.

Neue Züchtungen gelten als resistenter

Ist es sinnvoll, einfach wieder eine Linde zu pflanzen, wo eine Linde gefällt werden musste? Arne Krohn hat da seine Zweifel. Viele alte Bäume kamen vor hundert oder mehr Jahren in die Erde. „Seitdem haben sich viele Bedingungen verändert“, sagt Neuruppins Baudezernent: Wege und Straße wurden gepflastert, der Unterbau der Straßen engt die Wurzeln ein, es gibt sehr viel mehr Verkehr rundherum, alten Baumarten machen Klimaveränderungen und eingewanderte Schädlinge zu schaffen. Etliche neuere Züchtungen sind resistenter. Aber passen die auch nach Neuruppin?

Bevor neue Bäume gepflanzt werden, will die Stadt jetzt ein Konzept ausarbeiten, wie Neuruppin künftig generell mit seinem Baumbestand umgehen soll. „Das ist allerdings eine Entscheidung, die die gesamte Stadtgesellschaft betrifft“, sagt der Baudezernent. Er hofft, dass sich die Neuruppiner an der Diskussion beteiligen, wie ihre Stadt in einigen Jahrzehnten aussehen soll.

Von Reyk Grunow

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