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Baustopp und offene Baustelle in der Gutenbergstraße

Sanierung der Potsdamer Innenstadt Baustopp und offene Baustelle in der Gutenbergstraße

Das Gerüst ist weg, doch statt auf eine strahlende Fassade schaut man in der Potsdamer Gutenbergstraße 95 jetzt in leere Fensterhöhlen. Mitten in der Sanierung wurde der Bau gestoppt. Das Schicksal des letzten unsanierten Typenhauses in der Gutenbergstraße bleibt so offen, wie die gesamte Baustelle – denn derzeit sind Haus und Hof frei zugänglich.

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Das Baugerüst vor der Fassade wurde entfernt und das Haus steht offen da.

Quelle: Peter Degener

Innenstadt. Beim letzten unsanierten Typenhaus der Gutenbergstraße sind die Bauarbeiten eingestellt worden. In den vergangenen Monaten war oft wochenlang keine Aktivität auf der Baustelle zu verzeichnen. Vor wenigen Tagen wurde nun das Gerüst an der Fassade vollständig abgebaut. Seitdem ist die Baustelle menschenleer - und vollkommen ungesichert.

Leere Fenster an der Fassade und ungesicherte Teile auf dem Dach

Ohne das Baugerüst laden die Erdgeschossfenster zum Blick ins Innere

Ohne das Baugerüst laden die Erdgeschossfenster zum Blick ins Innere.

Quelle: Peter Degener

Durch die leeren Erdgeschossfenster sieht man nicht nur neu errichte Gipskartonwände, auch die Kaffeemaschine und Tassen der Bauarbeiter sind zum Greifen nahe. Auf dem daneben liegenden Grundstück, das für die Baustelleneinrichtung dient, steht der Bauzaun weit offen. Dahinter türmen sich Dachziegel in Schieflage, Berge alter Holzbalken und Müllsäcke. Ein Hofgebäude, das gerade aufgestockt wird, hat weder ein Dach, noch sind die bis auf den Boden reichenden Wandöffnungen gesichert.

„Die Bauaufsicht wurde kürzlich darüber informiert, dass lose Teile auf dem Dach lagen und ist sofort mit dem Objektplaner in Kontakt getreten“, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow auf Anfrage. Alle ungesicherten Teile seien demnach entfernt worden.

Mit diesem Plakat an der Haustür kommentieren Unbekannte den Baustopp

Mit diesem Plakat an der Haustür kommentieren Unbekannte den Baustopp. Das Objekt wird als „gut durchlüftet“ und „teilmöbliert“ angepriesen.

Quelle: Peter Degener

Beim Sanierungsträger ProPotsdam heißt es, dass man unbesorgt sei, dass auch dieses Haus fertiggestellt werden. Dort gebe es auch keine Vermerke über Besitzerwechsel.

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Leerstand seit zwei Jahrzehnten

Zwei Jahrzehnte steht das Haus bereits leer. Anfang der 1990er Jahre war es wie viele andere Objekte in der Gutenbergstraße von Hausbesetzern bewohnt, die 1994 geräumt wurden. Noch bis zum Frühjahr 2014 erinnerte eine mit den Jahren verblasste, einst bunt gestrichene Fassade an diese Zeit. Offiziell ist das Haus seit 1999 unbewohnt. Die Eigentümer haben mehrfach gewechselt. Mehrere Baugenehmigungen waren bereits erteilt und verfielen wieder. Schon 2006 hat Oberbürgermeister Jann Jakobs gesagt, dass Beginn und Ende einer Sanierung „allein im Ermessen des Eigentümers“ lägen. Damals war er aber von einer „zeitnahen Durchführung der Baumaßnahmen“ ausgegangen.

Der Hof ist frei zugänglich und voller Müll

Der Hof ist frei zugänglich und voller Müll.

Quelle: Peter Degener

Der zuständige Denkmalpfleger Roland Zurkuhlen ist zumindest darüber glücklich, dass das Zwerchhaus auf dem Dach und das Obergeschoss, sowie die offen liegende Seitenwand bereits denkmalgerecht fertiggestellt worden sind. Der Plan des Eigentümers sieht Läden im Erdgeschoss und Wohnungen in den übrigen Flächen vor. Auf der Baulücke daneben soll außerdem ein Neubau entstehen, der sich mit fünf Fensterachsen und einem Zwerchhaus optisch an die historischen Typenhäuser anlehnt.

Mit einem Plakat an der Eingangstür haben Unbekannte auf den Baustopp aufmerksam gemacht. „Jetzt zu vermieten!“ steht darauf. Mit Anspielung auf seinen derzeitigen Zustand wird das Haus als „gut durchlüftet“ und „teilmöbliert“ angepriesen.

Das Typenhaus in der Gutenbergstraße 95

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Typenhaus der Zweiten Barocken Stadterweiterung, die ab 1733 durch König Friedrich Wilhelm I. errichtet worden ist.

Mit fünf Fensterachsen und dem „Zwerchhaus“ auf der Dachmitte prägt der Haustyp die nördliche Innenstadt.

Es handelt sich um einen Fachwerkbau mit massiver Fassade. Diese Bauweise, die fast alle Typenhäuser in Potsdams Zentrum auszeichnet, ist durch die derzeit offen liegende Seitenwand gut erkennbar. pede

Die gesamte Fachwerkkonstruktion wurde im Zuge der Baumaßnahmen des vergangenen Jahres bereits denkmalgerecht saniert und teilweise erneuert.

Von Peter Degener

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