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Brielow: Zauneidechsen stoppen Bagger

Baugenehmigungen erst im Frühjahr Brielow: Zauneidechsen stoppen Bagger

Zauneidechsen bremsen derzeit die weitere Erschließung des Tulpenweges im Wohngebiet Brielow Süd aus. Die streng geschützte Art hält gerade Winterschlaf. Erst im Frühjahr 2016 sollen Straßen- und Kanalbau weiter gehen. So lange gibt es keine Baugenehmigungen.

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Die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt Tulpenweg ruhen.

Quelle: Foto: Bür

Brielow. Frühestens ab Mai 2016 wird es wieder Baugenehmigungen für den zweiten Bauabschnitt am Tulpenweg geben. Das hat Kerstin Böhm von der Bauverwaltung des Amtes Beetzsee angekündigt. „Ich gehe davon aus, dass dann der Straßenbau fortgesetzt werden kann. Damit wäre die für eine Baugenehmigung notwendige Erschließung gewährleistet“, sagte Böhm bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Beetzsee.

Grund für die Unterbrechung der Tiefbauarbeiten sind Zauneidechsen, die auf dem brach liegenden Areal in Brielow Süd zuhause sein sollen. Die streng geschützte Art hält gerade Winterschlaf und soll durch Bauarbeiten nicht gestört werden. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde rollen die Bagger erst wieder, wenn die Zauneidechsen an das Tageslicht zurückkommen. Die Hoffnung der Artenschützer richtet sich dann auf eine erfolgreiche Vergrämung der Tiere. Diese sollen sich von allein von den Bauflächen zurückziehen und neue eigens angelegte Habitate in der Nähe annehmen. Das sind unter anderem Lesesteinhaufen und die noch ausstehende Streuobstwiese, die zwischen dem 1. und 2. Bauabschnitt erst noch angelegt werden muss. Zwar kann der Brandenburger Investor und Projektentwickler Mario Mischker weiter Grundstücke vermarkten, mit einer Baugenehmigung müssen sich Käufer bis zum Frühjahr gedulden. „Alle zukünftigen Hausbauer sind informiert und haben sich auf die Situation eingestellt“, sagte Mischker der MAZ am Montag.

Ungemach erleben ebenso Grundstücksbesitzer im 1. Bauabschnitt des dort bereits fertig gestellten Tulpenweges mit insgesamt 15 Parzellen. Auch für diesen Bereich werden derzeit vom Landkreis Potsdam-Mittelmark keine weiteren Baugenehmigungen erteilt. Problem: Das durch einen Erdwall vom Maschinenbauer Kark getrennte Areal ist als Mischgebiet ausgewiesen. Dabei handelt es sich um eine Kombination von Gewerbe- und Wohnbebauung. Theoretisch wäre der Betrieb einer Gaststätte, eines Supermarktes und sogar einer Tankstelle möglich. Die Realität ist jedoch eine andere. Es gibt keine Nachfrage nach gewerblichen Nutzungen. Sämtliche Käufer wollen Einfamilienhäuser bauen. Doch der Gesetzgeber lässt in Mischgebieten keine reine Wohnbebauung zu. Deshalb gibt es derzeit keine Baugenehmigungen.

Die Lösung ist ein erneute Änderung des Bebauungsplans für Brielow-Süd. So bereitet die Verwaltung derzeit eine Beschlussvorlage für die Gemeinderatssitzung am 9. Dezember vor. Bürgermeister Rainer Britzmann: „Unser Ziel ist es, den Bereich komplett in ein reines Wohngebiet umzuwandeln, damit es mit dem Bau von Eigenheimen weitergehen kann.“ Die Situation rund um den Tulpenweg sei für die betroffenen Grundstückseigentümer ärgerlich, aber kein Drama, meint Verwaltungsmitarbeiterin Böhm. Allerdings können Wartezeiten zu Mehrkosten führen, zum Beispiel wegen zu zahlender Bereitstellungszinsen für ein nicht genutztes Hypothekendarlehen.

Der bislang 200 Meter lange Tulpenweg macht das Brielower Blumenviertel komplett. Entlang der geplanten Verlängerung sollen weitere 24 Eigenheime entstehen.

Von Frank Bürstenbinder

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