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Bushidos Baustelle offenbar befriedet

Kleinmachnow: Rapper gibt Ruhe Bushidos Baustelle offenbar befriedet

Nicht nur seine Musik macht Ärger – auch das Hausprojekt des Skandalrappers Bushido bringt viele Menschen gegen ihn auf. 2011 hatte sich der Musiker in Kleinmachnow ein denkmalgeschütztes Ensemble gekauft. Seit dem gab es immer wieder Ärger. Grund: Der Musiker schien sich um Bauvorschriften nur wenig zu scheren. Jetzt scheint Ruhe eingekehrt.

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Bushido-Bauten: Schön hell strahlen die alten Villen nun wieder.

Quelle: Claudia Krause

Kleinmachnow. Nach Zeiten voller Wirbel um den neuen Wahl-Kleinmachnower Bushido, der mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Youssef Ferchichi heißt, und als Skandal-Rapper bekannt ist, scheint nun Ruhe eingekehrt zu sein. Die Baustelle am Zehlendorfer Damm wirkt mit Dixi-Klo, Bauzäunen und Handwerkerautos ganz normal.

Ärger hat sie genug gemacht. Mit dem Kauf des etwa 16.000 Quadratmeter großen Grundstücks im Jahr 2011 standen plötzlich das denkmalgeschütze Ensemble um das ehemalige Seemannsheim von 1910 und der gebürtige Berliner im öffentlichen Fokus. Das Sanierungsobjekt hatte es sogar in die Musikzeitschrift „Rolling Stone“ geschafft, weil Bushido bei seinen aufwendigen Umbauten gegen Denkmalschutz-Auflagen verstoßen hatte. Radikale Rodungen, das abgerissene denkmalgeschützte Eingangstor und ein Brand im Dezember 2013 sorgten immer wieder für Schlagzeilen. Bushido, der mit seiner Familie und Freunden dort einziehen will, bekam vom Landkreis Potsdam-Mittelmark gar einen mehrmonatigen Baustopp übergeholfen. Im vorigen Jahr war das Bushido-Anwesen mit Bauplänen zweier großer Schwimmbecken wieder einmal in der Bauverwaltung aufgefallen und Thema im Bauausschuss. Da hatten sich die Gemeindevertreter mit zwei geplanten Schwimmbecken für das Rapper-Anwesen befassen müssen. Mit je einer Grundfläche von 75 Quadratmetern waren sie als zu groß befunden worden.

Inzwischen sind die beiden alten Gebäude hell verputzt, ein drittes befindet sich im Bau, im hinteren Bereich ist eine dicht belaubte Hecke gepflanzt worden, aber das abgerissene, ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Eingangstor ist noch nicht wieder aufgebaut worden. Auf Nachfrage der MAZ klärt die Verwaltung auf: Mit Zustimmung des Denkmalschutzes wurde letztlich auch die Mauer abgerissen. Nachdem zwei unabhängige baufachliche Einschätzungen ergaben, dass einzelne Kalksteine der Mauer Frostschäden aufweisen, das Fundament stark durchwurzelt ist und diese beiden Faktoren Einfluss auf die Standfestigkeit haben, wurde folgendes genehmigt beziehungsweise beauflagt: Die gesamte Kalksteinmauer ist zu kartieren und zu dokumentieren. Danach darf sie materialschonend zurückgebaut werden und ist dann unter Verwendung des geborgenen historischen Bestandsmaterials wiederaufzubauen. Vorgeschädigte Steine sollen durch neues Natursteinmaterial, dem historischen Vorbild entsprechend, ersetzt werden können. Die Arbeiten werden vom Landkreis Potsdam-Mittelmark und den Denkmalbehörden begleitet. Auch die Forderung nach dem Wiederaufbau des abgerissenen Eingangstores bleibt bestehen.

„Verstöße gegen die Baugenehmigung und ihre Auflagen und Nebenbestimmungen sind auch nach Auskunft des Landkreises zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht festzustellen“, sagt Kleinmachnows Gemeindesprecherin Martina Bellack.

Baudenkmal und Wohnen

Zehn Baudenkmale gab es 1985 in Kleinmachnow, heute sind es stattliche 70. Und es gibt noch 64 offene Unterschutzstellungen. Dazu kommen noch zwölf Bodendenkmale.

Ein Denkmal ist auch das Seemannsheim am Zehlendorfer Damm, das 1910 gebaut wurde, damit sich alte Matrosen der Kriegs- und Handelsmarine dort erholen konnten. Der Berliner Rapper Bushido hat das Anwesen im Herbst 2011 gekauft, um mit seiner Familie und Freunden dort einzuziehen. Dann begannen Sanierungsarbeiten der Gebäude und im April 2012 ließ er die historische Einfriedung mit Eingangstor abreißen. Es folgte ein mehrmonatiger durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark verhängter Baustopp. Inzwischen wurde weitergebaut und mit der Denkmalpflege Auflagen besprochen.

Bushido ist verheiratet. Das Paar hat vier Kinder, von dreien ist der Rapper der leibliche Vater. Im vorigen Jahr sorgte die Familie für Schlagzeilen, weil seine Frau mit den Kindern aus weggezogen ist.

Von Claudia Krause

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