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Das E-Center soll in einem Jahr begonnen sein

Stadtentwicklung in Brandenburg/H. Das E-Center soll in einem Jahr begonnen sein

Die große Versöhnung: Seit August 2007 hat die Verwaltungsspitze alle Versuche geblockt, auf der Fläche der alten Stärkefabrik ein Edeka-Center anzusiedeln. Mehrfach hat die Besitzerin Isarkies Wohn- und Gewerbegrund ihre Pläne verändert – nun soll hinter verschlossenen Türen der große Durchbruch erzielt worden sein.

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So soll das Stärkefabrik-Areal aufgeteilt sein: Parken-Einkaufen-Wohnen.

Quelle: Büro Stephan Skalda

Brandenburg/H. Mehr als acht Jahre Streit, Gutachterkrieg, Beanstandungsmarathon, Muskelspiele zwischen Stadtverordneten und Verwaltung sind mit einem Schlag für beendet erklärt worden. Am Dienstagabend gab es ein Treffen der bis auf den Stadtentwicklungsbeigeordneten Michael Brandt (CDU) komplett versammelten Stradtspitze, aus der Verwaltung, aus allen Fraktionen, aus Rechtsanwaltskanzleien sowie Investorenvertretern. Am Ende konnte Projektentwickler Lutz Bottin vermelden: „Lösung in Sicht“. Es habe „ein konstruktives Gespräch zu den Entwicklungsperspektiven des Stärkefabrik-Geländes“ in der Neuendorfer Straße gegeben. Am Ende standen die Eckpunkte: Die Besitzerin Isarkies Wohn- und Gewerbegrund GmbH entwickelt die Einzelhandelsflächen plus Infrastruktur und Parkplätze. Die Grundstücksentwicklungsgesellschaft GEG mbH des Architekten Stephan Skalda aus Wandlitz errichtet 149 Wohnungen.

Laut Bottin sei der bevorzugte Einzelhandels-Vertragspartner weiterhin Edeka mit einem E-Center, auch Teilnehmer der Runde bestätigen dies. Aus der zuständigen Edeka-Zentrale in Minden war kein Statement zu bekommen. Geplant ist ein Markt mit 3000 Quadratmetern Verkaufsfläche plus 500 Quadratmeter Getränkemarkt – die Bruttogeschossfläche des Komplexes summiert sich mit Lager- und Sozialflächen auf 5000 Quadratmeter. Die Zahl der Parkplätze reduziert sich gegenüber des früheren Entwurfs auf 254. Die Stellplätze werden in Richtung Zentrumsring angeordnet, der Supermarkt steht in der Mitte der gut vier Hektar großen Fläche. Dahinter schließen sich die Wohnungen entlang der Neuendorfer Straße bis zum Havelufer an – die Straßenfront wird wie die Umgebungsbauten viergeschossig plus Dach, dahinter reihen sich die dreigeschossigen Häuser.

Die Runde habe sich zudem darüber verständigt, dass möglichst bereits im September ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst werden soll. Dieser wird komplett neu sein, Isarkies-Geschäftsführer Peter Emmerling hatte bislang das Ziel verfolgt, bereits begonnene (und angehaltene wie verworfene) Verfahren wieder in Gang zu setzen. Das wurde wegen der großen Gefahr von Rechtsfehlern nun verworfen. Auch wird die Verwaltung die B-Plan-Vorlage in die SVV einbringen, bislang sollte der Vorschlag nach dem Willen von Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) aus dem Kreis der Volksvertreter kommen. Erarbeitet wird er nun im Ressort von Bürgermeister Steffen Scheller (CDU), der unter anderem für Einzelhandel zuständig ist. Brandt bleibt mit seinem Stadtentwicklungsressort außen vor.

Flächenverschiebungen

Für eine Studie über die Innenstadtverträglichkeit eines solchen Einkaufszentrums haben es Stadt und Investor im vergangenen Jahr gemeinsam ein Büro zu beauftragen, damit die Zeit der Gutachterstreite vorbeio sind: das Berliner Beratungsunternehmens Bulwiengesa

Die Gutachter kamen zum Schluss, dass ein Markt mit maximal 3200 Quadratmetern gerade noch verträglich sei. Die Anfangsplanungen vor acht Jahren waren noch von 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche ausgegangen – ein Drittel der ursprünglichen Verkaufsfläche ist also geblieben.

Als Ausgleich für die wegfallenden Verkaufsflächen errichten wollte der Investor 130 Wohnungen errichten.

Nun werden es knapp 150, als Mitinvestor gewonnen wurde Stephan Skalda, der derzeit auch den neuen Rewe-Markt in Plaue errichtet.

Ein grober Zeitplan sei auch schon besprochen, sagt Norbert Langerwisch, der sich bereits in seiner Zeit als sozialdemokratischer Stadtverordneter jahrelang für das Projekt verkämpft hatte und bislang immer gescheitert war. „Ich denke, dass es diesmal geschafft werden kann, bis zum Sommer 2017 Baurecht zu erlangen.“ Zuvor wolle Isarkies bereits zu Jahresbeginn anfangen, die Industriebrache zu beräumen. Dahinter dürften auch Bedenken stehen, dass ein im Sommer beginnendes Bauprojekt wieder von der Natur aufgehalten werden kann - die Stichworte lauten Brut- und Ruhezeiten, Vegetationsperioden, Artenschutz . Die Investoren wollen nun prüfen, inwieweit aus den vorigen vergeblichen Planungsversuchen noch Gutachten – etwa zur Umweltverträglichkeit – noch gelten, diese müssen beispielsweise alle fünf Jahre erneuert werden.

In der nichtöffentlichen Runde am Dienstag sollen einzig die Bündnisgrünen Widerstand gegen das Projekt angemeldet haben.

Von André Wirsing

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