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Der Speckgürtel boomt

Hohe Bodenpreise in der Region Der Speckgürtel boomt

Der Berliner Speckgürtel boomt, das ist keine Neuigkeit. Doch so viele Baugrundstücke wie im ersten Halbjahr 2015 wurden in der Region Dahmeland-Fläming schon lange nicht mehr verkauft. Ein Grund für den steilen Anstieg: Zum 1. Juli ist die Grunderwerbsteuer in Brandenburg auf 6,5 Prozent angehoben worden, mancher wollte zuvor noch ein Haus kaufen.

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Neubauvorhaben in Königs Wusterhausen.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Dahmeland-Fläming. So viele Grundstücke wie im ersten Halbjahr 2015 haben in der Region lange nicht mehr den Besitzer gewechselt: Im Landkreis Dahme-Spreewald sind in den ersten sechs Monaten 26 Prozent mehr Grundstücke verkauft worden als im Vorjahreszeitraum. Auch in Teltow-Fläming ist die Zahl deutlich angestiegen. Der Grund ist einfach: Am 1. Juli ist die Grunderwerbsteuer in Brandenburg von 5 auf 6,5 Prozent gestiegen. Damit gehört Brandenburg zu den vier Bundesländern mit dem höchsten Steuersatz in Deutschland. Doch der sogenannte Vorzieheffekt ist nicht die einzige Ursache für den Boom.

Im ersten Halbjahr 2015 hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Landkreis Dahme-Spreewald 1642 Kauffälle ausgewertet. Wichtig: Kauffälle sind nicht zu verwechseln mit Kaufverträgen. Kauft zum Beispiel Bauer A den kompletten Hof von Bauer B samt Acker, Garten und Scheune, dann macht der Gutachterausschuss aus dem einen Kaufvertrag drei Kauffälle. In der Statistik sollen Acker, Scheune und Garten schließlich getrennt erscheinen. Die Zahl solcher Kauffälle ist im Landkreis Dahme-Spreewald besonders im Juni in die Höhe geschnellt, also vor dem Steuer-Stichtag 1. Juli: von üblicherweise um die 250 auf fast 450.

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Die meisten Kauffälle gab es in den ersten sechs Monaten in den Städten Königs Wusterhausen (289), Schönefeld (167), Mittenwalde (133) und Heidesee (133). Die wenigsten waren es in Eichwalde (30) sowie Heideblick (44) und Märkische Heide (44). Damit wurden im ersten Halbjahr rund 183 Millionen Euro bei Grundstücken umgesetzt, 65 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch in dieser Kategorie liegen Schönefeld mit 46 Millionen und Königs Wusterhausen mit 42 Millionen Euro Umsatz ganz vorn.

Für den Landkreis Teltow-Fläming liegen die Zahlen noch nicht abschließend vor, aber auch dort macht sich der Kaufrausch im Speckgürtel bemerkbar. Von etwa 1200 geschlossenen Kaufverträgen – nicht Kauffällen! – geht der Gutachterauschuss von Teltow-Fläming aus. Der verkaufsstärkste Monat war ebenfalls der Juni, mit mehr als 50 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. „Der Zuwachs der Kaufverträge in diesem Zeitraum kann unter anderem auf die Erhöhung der Grunderwerbsteuer zurückgeführt werden“, sagt Carola Prokopp, Leiterin des Gutachterausschusses in Teltow-Fläming. „Es bestätigt sich aber nicht, dass es im dritten Quartal zu einem Rückgang der Grundstückskäufe kommt. Im August und September sind die Kaufvertragszahlen konstant auf dem Niveau der Vorjahresmonate geblieben.“

Auch andere Immobilienexperten erklären den Boom nicht allein mit gestiegenen Steuern: „Inzwischen hat auch der Letzte mitbekommen, dass Baugrundstücke im Berliner Umland knapp werden“, sagt Klaus Hummel. Der 66-jährige Rangsdorfer handelt mit Baugrundstücken und Einfamilienhäusern in der Region Dahmeland-Fläming. Seit 1995 ist er selbstständiger Makler. „Die Haltung zur eigenen Immobilie hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Heutzutage schauen auch viele junge Leute zwischen 20 und 25 gezielt nach Baugrundstücken.“ Der Gedanke, keine Miete mehr zahlen zu müssen und eine Altersvorsorge zu haben, ziehe viele ins Eigenheim. Niedrige Zinsen für Kredite täten ihr Übriges. „Insofern ist die Steuererhöhung vielleicht ein Hemmnis, aber der Boom ist ungebrochen.“

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Von Martin Küper

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