Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Der Traum von der eigenen Wohnung

Asylbewerber in Oberhavel Der Traum von der eigenen Wohnung

Oberhavel unterstützt Kontakte zwischen Vermietern und Asylbewerbern zur Unterbringung von Flüchtlingen in Privatwohnungen. Wenn der Mietpreis den Bestimmungen zur Kostenübernahme durch den Landkreis entspreche, helfe der Kreis beim Zustandekommen des Mietvertrages. 210 von 900 Flüchtlingen in Oberhavel wohnen privat.

Voriger Artikel
Bad Belzig: Eigenheime am Kurpark
Nächster Artikel
Märkische Heimat hinter dem Schloss

Eine eigene Wohnung, der Traum der Flüchtlinge.

Quelle: dpa-Zentralbild

Oberhavel. 1000 Wohnungen müsste der Landkreis Oberhavel 2015 für Flüchtlinge zur Verfügung stellen. Das hat das Pestel-Institut in Hannover in seiner aktuellen Wohnungsmarkt-Analyse ermittelt. Es geht von 2555 Flüchtlingen aus, die bis Ende 2015 nach Oberhavel geschickt würden und rechnet 40 Wohnungen pro 100 Flüchtlinge. Pro Jahr seien bislang in Oberhavel aber nur 780 Wohnungen fertiggestellt worden.

Der Pressesprecher des Landkreises Oberhavel, Ronny Wappler, bestätigt diese Erhebung nicht. Wer als Asylbewerber anerkannt werde, der ziehe häufig in andere Gegenden Deutschlands. Ende September gab es 900 Asylbewerber in Oberhavel, davon konnten 210 in Wohnungen untergebracht werden. Natürlich sei der Bedarf höher, doch 1000 Wohnungen hält Wappler für zu hoch gerechnet.

Die private Unterbringung von Flüchtlingen funktioniere im Landkreis Oberhavel „reibungslos“, bestätigen Willkommensinitiativen aus anderen Landkreisen (MAZ berichtete). Wappler freut sich über das Lob und erklärt: „Wir unterstützen private Kontakte zwischen Vermietern und Asylbewerbern.“ Entspreche der Mietpreis der KdU-Richtlinie von Oberhavel (Kosten der Unterkunft), helfe der Landkreis, dass ein Mietvertrag zustande komme. Bei der Oberhavel-Holding kümmere sich eine Mitarbeiterin um das Auftreiben von Wohnungen und schalte Anzeigen. Die Reaktion darauf sei positiv.

Service

Attraktive Wohnungen und Häuser im ganzen Land Brandenburg: MAZimmo.de

Personen würden leerstehende Wohnungen, Einliegerwohnungen, Einfamilienhäuser, leerstehende Immobilien oder Grundstücke anbieten. Alles werde auf Nutzbarkeit geprüft, auch Untermietverhältnisse. Dabei müsse jedoch mindestens ein abschließbares Zimmer zur Verfügung stehen. Wohnungen, die aufgrund ihres schlechten Zustands leer stünden, würden nicht berücksichtigt. Wappler sagt, die meisten Vermieter würden nur Familien mit Kindern als Mieter haben wollen.

Das bestätigt Olaf Glowatzki, Prokurist der Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (HWB): „Eine Familie ist ein geschlossener Verband. Die Kinder sind die Sprachvermittler, weil sie schneller deutsch lernen.“ Die HWB hat 175 Asylbewerber seit 2012 aufgenommen, auf der Warteliste stünden 70 Bewerber. Für Einzelpersonen habe man nicht genug kleine Wohnungen. Glowatzki spricht von einer Herausforderung für seine Mitarbeiter.

Es sei schwierig, einem Flüchtling, der weder deutsch noch englisch spreche, die Mülltrennung und die Funktionsweise der Heizung zu erklären. „Wir freuen uns, wenn die Asylbewerber von deutschen Helfern begleitet werden.“ Glowatzki spricht von einer Tradition der Vermietung an Ausländer in Hennigsdorf. Denn schon zu DDR-Zeiten habe es Vertragsarbeiter aus Ungarn, Kuba, Angola oder Vietnam in den örtlichen Großbetrieben gegeben.

Von Marion Bergsdorf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg