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Der gewollte Zuzug nach Brandenburg/Havel

Wie wollen die Menschen leben? Der gewollte Zuzug nach Brandenburg/Havel

Was muss die Stadt, was müssen die großen Vermieter tun, damit Brandenburg an der Havel attraktiv für Menschen ist, die in den Metropolen-Großraum ziehen wollen, sich aber die Mieten in Potsdam und Berlin aber nicht leisten können? Es geht auch um gewünschte Standards – dazu gab es jetzt eine Umfrage.

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An der Osthalbinsel entstehen derzeit Eigentumswohnungen.

Quelle: Foto: Malo

Brandenburg/H.. Menschen, die nach Brandenburg an der Havel zuziehen, tun dies gerne, vier von fünf neuen Bürgern geben an, dass die Stadt auch ihr favorisiertes Ziel gewesen sei. 71 Prozent der neuen Brandenburger sind von der Attraktivität der Stadt überzeugt, 77 Prozent von ihrer neuen Wohngegend. Etwas mehr als 70 Prozent gefiel die neue Wohnung so gut, dass dies auch ein ausschlaggebender Punkt für den Umzug war.

Für knapp 80 Prozent – egal ob neu in der Stadt oder innerhalb dieser umziehend - ist „sehr wichtig“, dass die Wohnung neuwertig beziehungsweise saniert ist, knapp zwei Drittel legen unbedingten Wert auf ein Bad, das mehr als sechs Quadratmeter misst. 59 Prozent der Mieter gaben an, dass ihnen ein Aufzug unheimlich wichtig ist, real haben aber nur 15 Prozent der Befragten auch einen im Haus. 54 Prozent bevorzugen bodengleiche Duschen. „Diese Aussagen sind wichtig für die Wohnungsunternehmen, daran können sie sich ausrichten beim Sanieren oder Neubau von Wohnungen“, sagt Stadtplanerin Andrea Kutzop.

Die Verwaltung erarbeitet in diesem Jahr ein „Gutachten zum qualifizierten Wohnraumbedarf in Brandenburg an der Havel“. Übersetzt heißt der sperrige Begriff: Wie hält man die Menschen in der Stadt, wie gewinnt man neue hinzu? Dazu gehören ganz viele Unterpunkte, wie Nachfrage nach Eigentum, nach besonderen Wohnungszuschnitten, nach dem Verhältnis von Sanierung und Neubau und vieles mehr. Dazu wurden unter anderem auch 2000 Menschen befragt, die in den vergangenen zwei Jahren neu in die Stadt gekommen beziehungsweise innerhalb von Brandenburg an der Havel umgezogen sind (siehe Infokasten).

Umfrage

Befragt wurden 2000 Menschen, die innerhalb der vergangenen beiden Jahre umgezogen sind – innerhalb der Stadt beziehungsweise zugezogen.

Davon haben knapp 400 Menschen ausführlich geantwortet, weil es anonym war, haben die Menschen auch Auskunft zu Einkommen und Miethöhen gegeben.

So haben Eigentümer aus der Stadt ein Haushaltsnettoeinkommen von durchschnittlich 3479 Euro, zugezogene Eigentümer nur 2819 Euro. 44 Prozent ziehen in neu gebaute Wohnungen, 18 Prozent in Häuser, die vor 1919 errichtet wurden.

Die durchschnittliche Wohnfläche beträgt 116 Quadratmeter, bei den Mietern 64 bis 67 Quadratmeter.

Zuzügler zahlen durchschnittlich mehr Miete als die Umzügler. Im Durchschnitt zahlen 23 Prozent bis 5,50 Euro kalt/Quadratmeter, 20 Prozent bis 6 Euro und immerhin fünf Prozent acht Euro und mehr.

Von den Neu-Brandenburgern kommen 38 Prozent aus anderen Bundesländern, 15 Prozent aus Berlin und 28 Prozent aus dem Nachbarkreis.

Die Gründe sind meistens die bessere Wohnsituation, die Eigentumsbildung, die private Situation oder berufliche Erfordernisse.

Gewonnen haben die Innenstadt, der Görden und Nord mit jeweils mehr als einem Prozent neue Einwohner, Verluste gibt es in der Walzwerksiedlung, in Hohenstücken und Plaue.

„Es ist nicht repräsentativ, aber es lassen sich durchaus daraus Trends ableiten, aus denen wir Schlussfolgerungen ziehen können“, sagt Andrea Kutzop. Noch ist es beispielsweise so, dass die Mieter-Umzügler besser ausgestattete Wohnungen haben als die Zuzügler. Letztere stehen unter Zeitdruck, kennen sich vor Ort nicht so gut aus. Andererseits sind sie eine allseits umworbene Klientel. Da sei es beispielsweise zu überlegen, welche Standards man in Brandenburg an der Havel unbedingt brauche, um sie anzuziehen. Gleichzeitig müssten Wohnungen immer noch bezahlbar bleiben. Da sei es schon wichtig, die konkreten Wünsche potentieller Mieter bereits im Vorfeld einigermaßen zu kennen.

Von André Wirsing

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