Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Die meisten Mieter dulden Baulärm

Ludwigsfelder Wohnungsgenossenschaft investiert Millionen Die meisten Mieter dulden Baulärm

Mit Dixie-Klo und Duschkabinen erdulden die meisten Bewohner den Umbau von 88 Gesnossenschaftswohnungen in Ludwigsfelde Nord. Nur ein Drittel zieht weg. Zurzeit bekommen die LWG-Wohnungen in den Sechsgeschossern neue Balkons, Aufzüge, neue Bäder und Zimmertüren sowie neue Sanitärleitungen. Dafür investiert die LWG dieses Jahr 4,4 Millionen Euro.

Voriger Artikel
Das intelligente Apartment
Nächster Artikel
Ein Badeschiff auf dem Krampnitzsee?

Neue Balkons und Aufzüge für die Sechsgeschosser an der Kochstraße.

Ludwigsfelde. Wenn die einzigen beiden Sechsgeschosser der Ludwigsfelder Wohnungsgenossenschaft (LWG) in einigen Wochen saniert sind, hat das Unternehmen seit dem Mauerfall 90 Prozent seines Bestandes modernisiert. Vier Plattenbauten im Viertel neben dem Krankenhaus fehlen dann noch. LWG-Vorstandsmitglied Henry Suczawski hat auch genau im Kopf, welche: „195 Wohnungen an der Koch- und an der Maaßen- Straße“, erklärt er. Insgesamt gehören 2954 Wohnungen in den Stadtteilen Nord und West zum Bestand der LWG. Sie ist neben der kommunalen Wohnungsgesellschaft einer der beiden Großvermieter in der Stadt. In diesem Jahr investiert die Genossenschaft 4,64 Millionen Euro in Sanierung und Wohnumfeldgestaltung.

Gerade ist das Doppelhaus Kochstraße 1 und 3 fertig, jetzt wird an der Platte mit den Hausnummern 5 bis 11 gearbeitet, insgesamt 88 Wohnungen. „Wir erneuern die Balkons, bauen Aufzüge an die Häuser, sanieren die Bäder und die kompletten Versorgungsstränge, bauen neue Zimmertüren ein und wer von den Bewohnern den Platz hat, der bekommt auch neue Fußbodenbeläge“, erklärt der LWG-Mann. Außerdem werden die Fassaden nach den jüngsten Energievorschriften saniert.

Was sich mit der Beschreibung „die Platten aus DDR-Zeiten auf Vordermann bringen“ harmlos anhört, sind für die betroffenen Mieter Monate höchster Belastung. Denn nur ein Drittel zieht vor der Modernisierung weg; doch etwa zwei Drittel der Bewohner schrecken solche gravierenden Bauarbeiten nicht ab. Sie wollen ihre Wohnungen behalten. „Das verwundert uns auch“, erklärt Suczawski. „Aber ganz viele Ludwigsfelder haben Gartengrundstücke. Sie weichen während der höchsten Belastung dorthin aus, und andere überbrücken die schlimmsten Tage mal bei Verwandten.“

Nur die vorher leergezogenen Wohnungen sind nach dem Sanieren allerdings komplett barrierefrei. „Nur in solchen Wohnzimmern können wir Beton schneiden und auch die Schwelle zwischen Zimmer und Balkon rausnehmen. Das ist mit dem Staub eine Belastung, die wirklich nicht zumutbar ist“, sagt Suczawski. Für die Zeit der Bauarbeiten gibt es jeweils Toiletten- und Dusch-Container vor der Tür. „Außerdem werden jeden Abend die Toiletten in den Häusern provisorisch wieder angeschlossen, damit niemand im Nachthemd auf die Straße muss“, so das Vorstandsmitglied.

240 000 Euro gibt die LWG an der Brandenburgischen Straße für die Neu- und Umgestaltung des Wohnumfeldes aus. Dazu gehören neue Briefkästen und Eingangsbereiche sowie die Neuanlage der Mieterparkplätze vor der Tür.

Neben den restlichen Sanierungen in den kommenden Jahren und den üblichen Instandhaltungen kündigt Henry Suczawski auch einen Neubau an: „Wir wollen auf dem ehemaligen Netto-Gelände an der Zetkin-Straße Wohnungen bauen, ein Architektenwettbewerb dazu läuft“, sagt er, eine Entscheidung über den Sieger soll noch dieses Jahr fallen. Der Flachbau mit alter Bäckerei und Tanzstudio bleibe erhalten. „Das ist nicht unser Gelände“, so der Vorstand.

Von Jutta Abromeit

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg