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Döpfner rekonstruiert Pfingstberg-Park allein

Kompromiss in Potsdam Döpfner rekonstruiert Pfingstberg-Park allein

Im Streit um die Rekonstruktion der Parkanlagen am Potsdamer Pfingstberg wurde ein Kompromiss gefunden. Die private Gesellschaft MDB von Springer-Vorstand Mathias Döpfner rekonstruiert den umstrittenen Park komplett auf eigene Kosten, bekommt dafür aber weitere Flächen für die Privatnutzung.

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Der eingezäunte Park mit der in Planen eingehüllten Ruine der Villa Schlieffen an der Großen Weinmeisterstraße.

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Nauener Vorstadt. Im Streit um den seit fast zwei Jahren mit Bauzäunen abgesperrten Park am Hang des Pfingstbergs haben die Schlösserstiftung, die Stadt und die private Gesellschaft MDB von Springer-Vorstand Mathias Döpfner zu einem Kompromiss gefunden. Demnach bekommt die MDB um das ohnehin schon privat genutzte Grundstück der Villa Henckel eine weitere Fläche von 13 000 Quadratmetern, die für die Öffentlichkeit gesperrt bleibt. 7000 Quadratmeter davon gehen entgegen früheren Planungen über ein Erbbaurecht an die MDB.

Im Gegenzug übernimmt die MDB die Rekonstruktion der kompletten Parkanlage und der maroden Villa Schlieffen. Rund 47 000 Quadratmeter des Parks sollen künftig analog zu den Öffnungszeiten des Neuen Gartens täglich von 6 bis 22 Uhr oder bis Anbruch der Dunkelheit geöffnet sein.

Vorgestellt wurde das Verhandlungsergebnis am Mittwoch im Hauptausschuss von Stiftungs-Generaldirektor Hartmut Dorgerloh und Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), der die Erwartung äußerte, dass erste Abschnitte des Parks so schnell wie möglich wieder öffentlich zugänglich werden. Vor der Umsetzung ist noch eine Zustimmung des Stiftungsrats der Schlösserstiftung nötig, der im Mai wieder zusammenkommt. Der Hauptausschuss soll in seiner nächsten Sitzung über das Verhandlungsergebnis abstimmen.

Über die Rekonstruktion des Parks wurde lange erbittert gestritten. Die Stiftung, der die Mittel für die Pflege fehlen, wollte die Anlage über einen auf 40 Jahre befristeten Nießbrauchsvertrag an die MDB geben, die sich im Gegenzug zur Rekonstruktion und Pflege verpflichtete. Zum Politikum wurde die Partnerschaft durch einen Bauzaun rings um den Park und die Frage, in welchem Umfang er nach der Wiederherstellung der Anlagen für die Öffentlichkeit nutzbar ist.

Private Kunstmuseen

Mit der Villa Schlieffen, in der Mathias Döpfner seine Sammlung zeigen will, entsteht das dritte namhafte private Kunstmuseum Potsdams.

Präsent ist das Fluxus-Museum , folgen soll demnächst der Palast Barberini mit Hasso Plattners Privatsammlung.

Eine Variante sah vor, das die Parkanlage in der Woche, nicht aber am Wochenende geöffnet würde. Der Stadt stand über den Bebauungsplan, der eine öffentliche Nutzung vorsieht, zwar der juristische Weg offen. Doch eine rasche Öffnung wäre damit nicht zu erreichen, wie Stadtplanungschef Andreas Goetzmann am Mittwoch bekräftigte. Eine finanzielle Beteiligung der Stadt an der Parkpflege wurde von den damit befassten Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt.

Von Volker Oelschläger

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