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Ein Plan gegen den Kahlschlag

Rangsdorf will Waldsiedlung mit Bebauungsplan retten Ein Plan gegen den Kahlschlag

Bäume sind schön – vor allem, wenn sie beim Nachbarn stehen. In der Rangsdorfer Waldsiedlung gibt es immer mehr Grundstücke ohne Wald und das völlig legal. Mit einem Bebauungsplan will die Gemeinde nun die Sägen der Hausbauer stoppen.

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Die Siedlung ist bei Bauherren beliebt.

Quelle: von Fournier

Rangsdorf. Stattliche Kiefern prägen das Viereck zwischen Alemannenallee, Zülowpromenade, Grenzweg und Groß Machnower Straße in Rangsdorf. Die Idylle ist jedoch bedroht. Immer öfter macht die Säge kurzen Prozess mit den Bäumen, um Platz für neue Häuser zu schaffen. Weil es sich dabei um eine Waldumwandlung handelt, sind der Gemeinde die Hände gebunden. Ihre Baumschutzsatzung bleibt wirkungslos.

Dem Rangsdorfer Bauausschuss stellten Planer des Berliner Büros Cesa Investment am Dienstag den Entwurf eines Bebauungsplans vor, der dem Kahlschlag entgegenwirken soll, etwa indem man die Grundflächenzahl begrenzt, damit nicht zu viel vom Grundstück bebaut wird. Die bisherigen Parzellengrößen von um die 1000 Quadratmeter sollen erhalten bleiben. Auch in der Höhe soll es Grenzen geben. Bei zwei Geschossen soll Schluss sein. Es ist sogar möglich, eine Mindestzahl von Bäumen auf einem Grundstück vorzugeben. „Wir wollen ein Nebenein-ander von Wald und Wohnen ermöglichen“, sagte Planer Wolf Uwe Rilke. Nur durch so strenge Vorgaben sei es möglich, den Charakter des Gebiets als Waldsiedlung zu bewahren.

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Bei den meisten Ausschussmitgliedern stieß der Planer damit auf grundsätzliche Zustimmung, auch wenn Ralph Brockhaus (SPD) darauf hinwies, dass Bäume nichts Statisches sind, sondern eines Tages auch sterben. „Wir müssen einen Weg finden, neue Bäume dorthin zu bekommen, sonst ist die Gegend in 30 bis 40 Jahren kahl“, sagte Brockhaus. Bei der CDU hatte man Bauchschmerzen mit den geplanten engen Vorgaben. Tassilo Soltkahn wollte lieber die Traufhöhen der Gebäude begrenzen als die Höchstzahl der Geschosse, damit Bauherren nicht mit steilen Dächern die Vorgaben umgehen. „Wir sollten den Bürgern das Bauen nicht verweigern“, sagte Soltkahn.

Für Bürgermeister Klaus Rocher spielt ein Argument gegen den Kahlschlag eine besonders wichtige Rolle. „Ist eine geschlossene Baumkronendecke zerstört, sind die anderen Bäume in Gefahr“, sagt er. Deren Stämme und Wurzeln seien oft nicht in der Lage, starken Winden standzuhalten. Im November soll der Entwurf des Bebauungsplans veröffentlicht werden.

Von Christian Zielke

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