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Ein altes Wohnmodell wird die Zukunft

100. Geburtstag der Gartenstadt Plaue Ein altes Wohnmodell wird die Zukunft

Offiziell wird die Gartenstadt Plaue erst im kommenden Jahr 100 Jahre alt. Da Architekt Paul Schmitthenner bereits 1915 mit dem Planen und Bauen begonnen hatte, wird das Jubiläum im Buga-Jahr gefeiert.

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So sah der Eingang zur Gartenstadt Plaue im Jahr 1917 aus.

Quelle: Repro

Brandenburg an der Havel. Das Jubiläum steht unter dem Titel „Garten | Stadt Plaue“. Beteiligt sind daran unter anderem Kulturland Brandenburg sowie die Brandenburgische Architektenkammer. Die drei Architektinnen Nicola Bröcker, Celina Kress und Simone Oelker bereiten eine Freiluftausstellung zum Thema „Landschaft im Wandel“ vor: An besonderen Orten des Fischerstädtchens wird auf modern gestalteten Schauelementen von Geschichte und Wandel erzählt.

Die Gartenstadt gilt als baukulturell herausragendes Beispiel für eine reformorientierte Landkommune in Deutschland. Ursprünglich wurde sie errichtet für Beschäftigte der Königlich-Preußischen Pulverfabrik Kirchmöser. Heute gilt das kleinstädtische Siedlungsmodell als Beispiel für das aktuelle Interesse an Gemeinsinn, Naturverbundenheit und nachhaltige Energienutzung. Zusammen mit der barocken Schloss- und Parkanlage sowie dem Industriegelände Kirchmöser bildet die geschützte Gartenstadt ein Ensemble.

Tatsächlich ist die Gartenstadt besonders – sie besteht aus ländlich anmutenden Reihenhauszeilen, hatten aber damals schon Wasser- und Lichtleitungen. Zu einem Meisterwerk des Siedlungsbaus machen sie aber beispielsweise die Raumstrukturen, die entstehen durch unterschiedlich breite, gekrümmte und sich platzartig aufweitende Straßen. Kompakte Siedlung statt Siedlungslandschaft.

Info

Eröffnung 29. Mai, 17 Uhr, Schlosshof Plaue. Open-Air-Ausstellung 30. Mai bis 13. September. Ausstellungsorte Schloss Plaue und Gartenstadt Plaue, Lewaldstraße.

Gunter Dörhöfer vom Schlossparkförderverein hat im Architekturmuseum der Technischen Universität München wertvolle Bilder aus Schmitthenners Nachlass gefunden. „Das Besondere daran ist, dass es sich um Fotos in grandioser Qualität aus der Bauzeit handelt. Beim Betrachten der Bilder werden die eigentlichen Hofformen deutlich, die durch spätere Veränderungen nicht mehr so klar zu sehen sind.“

In der Open-Air-Ausstellung werden neben der Gartenstadt auch die barocke Schloss- und Parkanlage Plaue, der Ortskern sowie das Industriegelände Kirchmöser erstmals gemeinsam in den Blick genommen.

Die Schau präsentiert sich auf sechs Litfaßsäulen im Schlosshof und auf dem zentralen Platz der Gartenstadt. Sie stellt die Bedeutung der Baukultur in Plaue und Kirchmöser für ein breites Publikum verständlich dar. Zudem gibt es so genannte Einblicks-Orte in der Gartenstadt, im Schloss und im Wasserturm, die zum Begehen animieren und überraschende Einblicke und Aussichten gewähren.

Die Ausstellung verweist auf den gravierenden Zeiten-Wandel, macht gegenwärtige Probleme sichtbar und zeigt mögliche Perspektiven auf. Diese Inhalte sind das Ergebnis eines Partizipationsprojekts mit dem Leitmotto: Stadt-Land gestalten. Plauer Bürger haben brennende Themen benannt, ihre Ideen artikuliert und ihre Wünsche für die Zukunft des Ortes ausgesprochen.

Beispielsweise gilt die Gartenstadt als beliebtes Familien-Wohnquartier. In den kleinen Häuschen gibt es aber meist nicht mehr als 80 Quadratmeter Wohnfläche. Umbauten sind mit dem Denkmalschutz nur schwer zu vereinbaren. All diese Erkenntnisse sind in der Ausstellung gebündelt präsentiert und werden in Begleitveranstaltungen weiter bearbeitet.

Von André Wirsing

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