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Kienwerder soll grün bleiben

Einwohner einer Güterfelder Siedlung bangen um den Waldcharakter Kienwerder soll grün bleiben

Einwohner in Kienwerder bangen um den historisch gewachsenen Waldcharakter der Güterfelder Siedlung. Durch rege Bautätigkeit droht sie zu einer Betonwüste zu werden, sagen sie. Die Gemeinde Stahnsdorf, zu der Güterfelde respektive Kienwerder gehören, will nun prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, das so beworbene „grüne Kleinod“ zu erhalten.

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In Kienwerder bangen einige Einwohner um den historisch gewachsenen Waldcharakter der Siedlung.

Quelle: Privat

Kienwerder. In Kienwerder bangen Einwohner um den Waldcharakter der Güterfelder Siedlung. Die als „grünes Kleinod“ beworbene Siedlung des Stahnsdorfer Ortsteils werde durch die rege Bautätigkeit mehr und mehr zu einer Betonwüste, klagten einige in der Bürgerfragestunde der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Grundstücke würden komplett gerodet, mit zwei statt mit nur einem Haus bebaut und die Häuser mitunter unproportional zur Gesamtgröße der Fläche errichtet, so dass kein Platz mehr für Bäume und Büsche bliebe. Oft werde das frei bleibende Grundstück auch großflächig versiegelt.

Gemeindevertreterin Regina Schwarz („Die Neuen“), die in Kienwerder lebt, brachte unlängst das Problem noch als Mitglied der Fraktion „Bürger für Bürger“ in den Gemeinderat ein. Dieser beschloss nun, den Bürgermeister mit einer Prüfung zu beauftragen, welche Möglichkeiten es gäbe, die Bebauungsflut einzudämmen und den Waldcharakter der Siedlung zu bewahren. Die naheliegendste, weil vielleicht wirtschaftlichste Lösung sieht Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) in einem so genannten Textbebauungsplan.

Zwar gilt auch in Stahnsdorf das Baugesetzbuch mit seinen Regelungen, wo und wie im Innen- beziehungsweise Außenbereich gebaut werden darf, sowie eine Baumschutzsatzung. Doch Albers bezweifelt, dass diese Instrumente ausreichen, um die historisch gewachsene Struktur der Siedlung schützen zu können. Ein klassischer Bebauungsplan kostet allerdings viel Geld, weil dazu aufwändiges und teures Kartenmaterial gehört, sagt der Bürgermeister. Im preiswerteren Textbebauungsplan, der dieselbe Verbindlichkeit haben soll, müsse dagegen nur genau beschrieben werden, in welcher Größe und welcher Position auf einem Grundstück ein Haus errichtet werden dürfe. Textbebauungspläne würden sich unter anderem in der Stadt Wildau (Dahme-Spreewald) bewähren, so Albers.

Dort arbeite man in der Waldsiedlung nur in einem sehr geringen Umfang mit solchen speziellen Plänen, bestätigt Bauverwaltungsleiter Wilfried Kolb. Hauptsächlich nutze die Stadt die Baumschutzsatzung, um die Besonderheit ihres Viertels zu erhalten. Die Abwägung zwischen dem Baumbestand und dem verständlichen Bauwillen sei immer ein innerer Zwiespalt.

Güterfeldes Ortsvorsteher Dietrich Huckshold („Wir Vier“) hält einen Textbebauungsplan für Kienwerder für überzogen. Die Ängste der Anwohner resultierten aus zwei entstehenden Häusern in der Straße Am Wiesengrund, für die in Abstimmung mit der Forst Bäume gerodet wurden. Auf seinen Antrag hin soll sich der Bauausschuss noch einmal mit dem Thema befassen.

Kienwerder entstand als idyllische Wohnsiedlung

Kienwerder entstand in den 1920-er und 1930-er Jahren außerhalb des Dorfkerns von Güterfelde als idyllische Wohnsiedlung. Sie liegt unter alten Kiefern eingebettet in leichter Hügellandschaft.

Die neuen Häuser haben meist eine Wohnfläche zwischen
160 und 200 Quadratmeter. Die Fläche der alten Häuser beträgt oft 80 bis 90 Quadratmeter.

Eine ungesunde Verdichtung birgt auch die Gefahr eines sozialen Zündstoffs in sich, befürchten einige Einwohner.

 

Von Heinz Helwig

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