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Energiesparen ist Pflicht

Bauen und Wohnen Energiesparen ist Pflicht

Wer in diesem Jahr baut, muss deutlich strengere Vorgaben hinsichtlich der Energieeffizienz erfüllen. Der erlaubte Bedarf an Primärenergie wurde um 25 Prozent gesenkt. Auch Vorschriften für Heizung und Lüftung wurden verschärft. Neue Energielabel allein haben laut Verbraucherzentrale Brandenburg aber nur einen beschränkten Aussagewert.

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Ziel: Geringere Kosten durch Effizienzgewinn.

Quelle: Fotolia

Potsdam. Jeder Jahreswechsel bringt nicht nur zahlreiche gute Vorsätze mit sich, sondern auch mindestens ebenso viele neue Gesetze und Verordnungen. Was für private Haushalte beim Thema Energie wichtig wird, erklärt Marlies Hopf von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Strompreise steigen

Viele Netzbetreiber werden 2016 die Entgelte für den Stromverbrauch erhöhen, außerdem steigt die Ökostromumlage von 6,17 auf 6,35 Cent. Zwar sinken die Preise an der Strombörse, unter dem Strich wird Strom aber wohl für viele Haushalte teurer. Allerdings sind die Verbraucher nicht wehrlos: Die Verbraucherschützerin rät, bei Preiserhöhungen durch den Versorger einen Tarif- oder Anbieterwechsel zu prüfen. In diesem Fall haben Verbraucher nämlich immer ein Sonderkündigungsrecht. Der Wechsel ist dann ohne größere Probleme möglich. Wer Hilfe dabei benötigt, kann sich an einen Energieberater der Verbraucherzentrale wenden.

Strenge Regeln im Neubau

Ab 2016 gelten für alle Neubauten in Deutschland die neuen, strengeren Standards der Novelle der Energieeinsparverordnung von 2014. Die Obergrenze für den Energiebedarf von neu errichteten Gebäuden wird um 25 Prozent gesenkt. „Die Angabe bezieht sich auf den Primärenergiebedarf – Wärme und Strom aus erneuerbaren Energien, etwa einer Solaranlage oder einer Wärmepumpe, werden nicht mit eingerechnet“, erläutert Hopf. Ferner wird der für Neubauten erlaubte Wärmeverlust durch die Gebäudehülle um 20 Prozent verringert. Diese Vorgaben lassen sich mit einer dickeren Dämmung erfüllen.

Alte Heizung – Neues Label

Neue Heizgeräte müssen schon seit vergangenem September das EU-Energielabel tragen – ähnlich wie Waschmaschinen. Ergänzt wird dieses seit dem 1. Januar 2016 durch eine eigene Kennzeichnung für Heizungsgeräte im Bestand, das sogenannte „Nationale Effizienzlabel für Altgeräte“. Schritt für Schritt sollen ab 2016 alle Heizkessel, die älter als 15 Jahre sind, gekennzeichnet werden, zum Beispiel von einem Energieberater oder dem Schornsteinfeger.

Das Anbringen des Labels ist für Verbraucher kostenlos, darf allerdings auch nicht verweigert werden. Marlies Hopf betont: „Das nationale Label sagt aber nur etwas über die Effizienz des Gerätetyps, nicht über den tatsächlichen Zustand der Anlage oder die Eignung für den aktuellen Einsatzort aus.“ Wer wissen will, ob die alte Heizung tatsächlich noch geeignet ist oder was bei einer Neuanschaffung zu beachten ist, kann sich durch die Energieberatung der Verbraucherzentrale unterstützen lassen.

Label auch für Lüftung

Ein Energielabel gibt es seit dem 1. Januar auch für alle neuen Wohnraumlüftungsgeräte. Ausgewiesen werden auf dem Etikett die Energieeffizienzklassen von A+ bis G, die Geräuschemissionen sowie der Volumenstrom, also die Menge bewegter Luft. Aus Sicht der Verbraucherschützer ist das Label ein sinnvolles Informationsmittel. „Lüftungsanlagen sind in der Regel ununterbrochen in Betrieb, ein niedriger Stromverbrauch ist hier also besonders wichtig“, erklärt Verbraucherschützerin Hopf.

Von Ulrich Nettelstroth

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