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Exposé fürs neue Hotel

Packhof Brandenburg an der Havel Exposé fürs neue Hotel

„Machbar machen“ lautet die klare Ansage von Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) zum von ihr favorisierten Hotelbau auf dem ehemaligen Buga-Gelände am Packhof. Die Führungsriege der Stadt hingegen setzt nun auf Dialog mit den Stadtverordneten, muss aber erst noch bis Ende Dezember beweisen, dass sie es ernst meint.

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Der Packhof von oben.

Quelle: Krüger/STG

Brandenburg an der Havel. Die Verwaltungsspitze lenkt beim Thema Packhof ein. „Natürlich“ werde den Stadtverordneten im Dezember eine wirtschaftliche Standortanalyse sowie ein Exposé zum geplanten Hotelbau am Packhof vorgelegt, versprach Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) am Montagabend im Hauptausschuss. Ergänzt würden die Unterlagen um ein Konzept für die Verkehrserschließung mit dem Vergleich von Ist-Zustand und künftigen Anforderungen. „Wir müssen beispielsweise noch prüfen, ob das Grundstück überhaupt groß genug für ein solches Vorhaben ist.“

Scheller gab zu, dass noch im Mai vor Stadtentwicklungsausschuss sowie Denkmal- und Sanierungsbeirat irreführend noch von etwa 100 Betten gesprochen wurde, nun aber von 100 bis 120 Zimmern. „Um einen touristischen Mehrwert zu generieren, brauchen wir eine gewisse Rentabilität und Auslastung. Die bemisst sich an größeren Reisegesellschaften, die mit Bussen anreisen.“

Pannen in der Kommunikation

Stadtentwicklungsbeigeordneter Michael Brandt (CDU) spricht von Kommunikationspannen zu Beginn der Diskussion Anfang Oktober. „Ich habe keine Lust auf ein krankes Verfahren, das uns wieder um Jahre zurückwirft.“ Deshalb erneuert er sein Angebot aus dem Bauausschuss, eine stadtentwicklungspolitische Diskussion erneut zu führen, welches Vorhaben an welche Stelle passt. „Wir sind einmal angetreten, um Wohnen am Wasser für viele Menschen zu ermöglichen, so viele Flächen gibt es allerdings dafür nicht mehr.“ Gleichwohl sei der Wiesenweg als Hotelstandort genauso redlich wie der Packhof. Brandt warnt vor zu hohen Erwartungen an den vermeintlichen Investor, es scheine auch nur den einen zu geben.

„Wo es eine echte Nachfrage nach einem Hotel gibt, bildet sich auch ein Markt, dazu gehören dann immer mehrere Marktteilnehmer.“ Unter anderem Scheller und Brandt waren dem Vernehmen nach noch vor drei Wochen in der Beigeordnetenberatung von Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann eingeschworen worden, dass es zum Thema „Hotel am Packhof“ aus dem Rathaus nur noch positive Unterstützung zu geben habe. Noch in der Vorwoche soll Tiemann zudem vergeblich versucht haben, die Linken-Spitze zu bewegen, dass Vergaben im Packhof doch im Hauptausschuss erledigt werden könnten.

Nun doch Diskussion um Nutzung

Nun also der – verabredete – schnelle Schwenk auf mehr Diskussion mit ergebnisoffenem Ende. Einige Stadtverordnete konnten oder wollten dem folgen, die Bündnisgrüne Martina Marx fordert seit Wochen, „die Diskussion vom Kopf auf die Füße zu stellen“. Dirk Stieger (SPD) will nicht ausschließlich übers Hotel abstimmen, sondern auch andere Erwägungen einbeziehen. „Wir müssen beispielsweise prüfen, ob wir mit einer Wohnbebauung am Packhof tatsächlich mehr Zuzug in die Stadt generieren oder nur die Besser- und Gutverdienenden aus bestehenden und gewachsenen Siedlungen abziehen.“

Thomas Krüger (CDU) beschränkt sich aufs Wiederholen des Investoren-Mantras: „Lage, Lage, Lage – das gilt nicht nur für die Industrieansiedlung, sondern auch für Handel und Hotellerie.“ Dass es aber noch häufiger fürs Wohnen gilt, verschweigt er. Sein CDU-Kollege Walter Paaschen behauptet, „wir sind nicht verpflichtet, eine Bedarfsanalyse für Hotelkapazitäten zu machen“. Das könne man dem Investor überlassen.

Von André Wirsing

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