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Gezerre um Akazienhof

Falkenseer Bauprojekt mit Tücken Gezerre um Akazienhof

Im Falkenseer Zentrum will ein Investor etwa 120 barrierefreie Wohnungen bauen. Aber das Bauprojekt stößt seit Jahren auf Proteste bei den Anwohnern, denen ein Viergeschosser vor die Nase gesetzt werden soll. Ärger gibt es auch um einen geplanten Weg.

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Gleich hinter dieser kleinteiligen Bebauung soll ein Viergeschosser entstehen – die Anwohner vom Akazienhof sind sauer.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee . Akazienhof – das hört sich beschaulich an. Aber beschaulich ist das Thema nicht. Die Anwohner laufen Sturm gegen ein Projekt, auf dem Areal zwischen Bahnhofstraße und Akazienstraße Wohnungen zu bauen. Sie haben eine Interessengemeinschaft Akazienhof gebildet und hoffen, im laufenden Abwägungsprozess noch etwas retten zu können.

Der Stadtentwicklungsausschuss wird sich auf seiner nächsten Sitzung am 7. September noch einmal mit dem entsprechenden Bebauungsplan F4 befassen. Das war so nicht vorgesehen, denn ursprünglich wollten die Abgeordneten vor der Sommerpause über das Vorhaben beschließen. Aber die Diskussion zeigte soviel Interessenkonflikte auf, dass die Sache mal wieder verschoben wurde.

Der Bebauungsplan F4 ist das Sorgenkind Falkenseer Stadtentwicklung. Seit Jahrzehnten wird an ihm rumoperiert, als „Momperbrache“ ging das Vorhaben in den Wortschatz der Stadt ein. Nun ist ein neuer Investor gefunden, der am Akazienhof Wohnungen errichten will. Im Prinzip sind fast alle dafür, am Akazienhof Wohnungen zu bauen. Kleine, barrierefreie Wohnungen sollen es sein,wie sie in der Stadt dringend gesucht werden. Der vorgelegte, allerdings sehr vage Plan sieht eine viergeschossige Bebauung vor, um möglichst effektiv zu bauen – Fahrstühle sind schließlich teuer. Von 120 Wohnungen ist die Rede. Aber die Viergeschosser würden nur wenige Meter neben den bereits stehenden Einfamilien- und Reihenhäusern stehen. Die Anwohner protestieren, sie wollen nicht im Schatten einer Betonwand leben. Außerdem protestieren sie gegen den geplanten Straßenbau. Sie haben bereits einmal für den Straßenbau bezahlt, nun sollen sie ein zweites Mal herangezogen werden, weil es geänderte Pläne gibt.

„Die Stadt hätte zu dem Projekt gern einen städtebaulichen Vertrag gemacht, um solche Fragen anders zu lösen“, sagte Bürgermeister Heiko Müller (SPD), das ginge hier jedoch nicht, weil nicht alle der vielen Eigentümer das wollten. „Somit greift die Erschließungsbeitragssatzung“, erklärte Baudezernent Thomas Zylla (CDU). „Ich sehe keinen Erschließungsvorteil für die bisherigen Anwohner“, kritisierte Amid Jabbour (FDP) die entstandene Situation. Er und die große Mehrheit der Abgeordneten hatten deshalb dafür gestimmt, über das Thema noch einmal zu beraten.

Dann dürfte auch die Debatte über die geplanten Wege noch einmal aufflammen. Geplant ist ein Geh-Rad-Weg vom Akazienhof zur Bahnhofstraße und von der Wohnanlage Richtung Norden zur Seegefelder Straße. Dort müsste privates Land erworben werden. Aber schon jetzt zeigt sich, dass die Besitzer von dem Vorhaben nicht beglückt sind. „Nein“, sagte ganz klar Irving Börner, er ist der Neffe der Besitzerin der fraglichen Fläche im Norden. „Wir hatten bereits wegen des Radweges der Sympathie mit der Stadt zu tun und Fläche abgegeben.“ Er ist heute noch sauer, dass die Kommune den zu versetzenden Zaun nicht bezahlt hat.

Von Marlies Schnaibel

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