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Fast 80 Bewerber für vakante Dezernentenstellen

Potsdams Rathaus hat die Wahl Fast 80 Bewerber für vakante Dezernentenstellen

Um die vakanten Führungsposten im Potsdams Bau- und Sozialdezernat haben sich nach bundesweiter Ausschreibung fast 80 Interessenten beworben. Am Donnerstag endete die Bewerbungsfrist, spätere Eingänge sind aber noch möglich. Die Entscheidung über die Neubesetzung der Schlüsselpositionen könnte noch vor der Sommerpause fallen.

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Jürgen „Lupo“ Rohne will Baudezernent werden.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Nach der Mitte Februar erfolgten Ausschreibung der Führungsposten im Bau- und im Sozialdezernat sind bei der Stadt insgesamt knapp 80 Bewerbungen eingegangen. 40 Kandidaten bewarben sich nach Angaben von Rathaussprecher Markus Klier bisher um die Stelle der Beigeordneten für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung, 36 Kandidaten gaben eine Bewerbung für den Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ab. Die Bewerbungsfrist endete am 31. März, weitere Eingänge seien aber möglich, weil das Datum des Poststempels entscheidend sei.

Ziel des weiteren Verfahrens sei eine Entscheidung über beide Personalstellen möglichst vor der Sommerpause. Eine erste Vorauswahl soll wie angekündigt durch das Personalberatungsunternehmen Kienbaum vorgenommen werden, so der Rathaussprecher. In einer zweiten Runde werde Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) den Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung seine Personalvorschläge unterbreiten.

Für die Wahl der Beigeordneten genügt die Zustimmung einer absoluten Mehrheit der Stadtverordneten, die sich im Gegensatz zur relativen Mehrheit nicht auf Basis der zur Abstimmung Anwesenden, sondern auf Basis der Anzahl aller Mandatsträger errechnet. Eine größere, nämlich die Zwei-Drittel-Mehrheit, ist für die Abwahl eines Beigeordneten erforderlich.

In Potsdam geschah dies zuletzt im November mit der Abwahl des Baudezernenten Matthias Klipp (Grüne), dem Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit seinem privaten Hausbau vorgeworfen wurden. Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger (parteilos) gab Anfang Januar bekannt, dass sie Ende August aus persönlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand geht. Zu den Herausforderungen ihres Dezernates zählt die Bewältigung der Flüchtlingswelle. Negative Meldungen kamen in letzter Zeit zur Kita-Bedarfsplanung und zu Tarifstreitigkeiten bei der Berufsfeuerwehr.

Namhafter Bewerber um den Posten des Sozialdezernenten ist Mike Schubert (43), langjähriger Fraktionschef und Vorsitzender des SPD-Unterbezirks. Schubert, der seine Bewerbung gegenüber MAZ bestätigte, leitet im Landesinnenministerium das Referat für Brand-, Katastrophenschutz und Militärangelegenheiten. In dieser Funktion ist Schubert nach eigenen Angaben auch mit der Unterbringung von Flüchtlingen befasst. Ehrenamtlich ist Schubert unter anderem in der von Stadtverwaltung und Stadtpolitik gebildeten Arbeitsgruppe Asyl, im Tierheimbeirat und bei der Arbeiterwohlfahrt aktiv, die zu den großen Sozialträgern Potsdams zählt.

Als Baudezernent beworben hat sich nach eigenen Angaben der frühere Fernsehjournalist Jürgen „Lupo“ Rohne (54), mehrfacher Oberbürgermeisterkandidat, der zuletzt als Stadtgrün-Aktivist in Erscheinung trat. Die programmatischen Stichworte seiner Kandidatur sind allerdings satirisch akzentuiert: Stopp aller Bauvorhaben und Überprüfung auf Nachhaltigkeit durch eine unabhängige Kinderkommission auf Nachhaltigkeit; unterirdische Verlegung von Hauptverkehrstrassen wie der Breiten und der Zeppelinstraße mit abschließender Bepflanzung der Tunneldecken.

Von Volker Oelschläger

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