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Feng Shui in der Wohnung

Harmonielehre aus Ostasien in Europa immer beliebter Feng Shui in der Wohnung

Ein großes Möbelstück mitten im Zentrum der Wohnung platzieren – das wäre für Anhänger des Feng Shui undenkbar, weil es die Energieflüsse in der Wohnung ungünstig beeinflusst. Wie man sich am besten einrichtet, lässt sich am Bagua ablesen, einem Raster aus neun Feldern, das verschiedenen Bereichen einzelne Aspekte des Lebens zuordnet.

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Im Schlafzimmer ist eine ausgewogene Einrichtung besonders wichtig.

Quelle: Fotolia

Potsdam. Die Wohnung ist schön eingerichtet, mit stilvollen, gut aufeinander abgestimmten Möbeln und Bodenbelägen – aber trotzdem stimmt irgendetwas nicht. Solche Fälle gibt es. Ein Anhänger der aus China stammenden Lehre des Feng Shui würde in einem solchen Fall vermuten, dass einzelne Elemente in der Einrichtung die Harmonie des Raums stören. Manchmal reicht dann schon eine kleine Veränderung, um den Gesamteindruck deutlich zu verbessern.

Die aus der Philosophie des Daoismus entspringende ostasiatische Harmonielehre des Feng Shui erfreut sich auch hierzulande zunehmender Beliebtheit. Sie geht davon aus, dass wir überall von der Lebensenergie Chi umgeben sind. Das Chi muss in Bewegung bleiben, um für einen Ausgleich zwischen den fünf Grundelementen zu sorgen, die unser Leben bestimmen, und zwischen dem Gegensatzpaar des Yin und Yang zu vermitteln.

Deshalb muss bei der Einrichtung eines Gartens oder einer Wohnung darauf geachtet werden, dass nirgendwo der Fluss dieser Lebensenergie blockiert wird. Wird die Bewegung des Chi gefördert, steigt auch das persönliche Wohlbefinden.

Einige Beispiele: Ein enger Eingangsbereich hinter der Wohnungstür hemmt den Energiefluss. Schuhe und Kleidung sollten im Flur deshalb besser in einem geschlossenen Schrank verschwinden. Abgerundete Möbelkanten und der geschickte Einsatz von Spiegeln und Bildern können den Eindruck von Weite auch in kleinen Räumen vermitteln und damit Blockaden aufheben. Zudem kann hier eine gezielte Beleuchtung einzelner Elemente mit Spots helfen.

Das Schlafzimmer ist der Ruhepol der Wohnung. Es liegt nach den Regeln des Feng Shui möglichst weit vom Haupteingang der Wohnung entfernt und grenzt am besten auch nicht unmittelbar an Bad und WC, weil das die Harmonie des Schlafplatzes stören würde. Gerade das WC ist eine Stelle, an der die Lebensenergien schnell und unkontrolliert abfließen. Zwischen Schlafzimmer und Bad muss deshalb zumindest eine Tür liegen, die geschlossen werden kann.

Das Bett sollte mit dem Kopfteil an einer Wand und möglichst nicht direkt zwischen Tür und Fenster stehen, weil das eine Art Energieautobahn im Raum ist. Wenn es nicht anders geht, kann zum Beispiel ein halbhohes Regal als Raumteiler helfen und eine ruhige Nische für den Schlafplatz schaffen.

Das Bagua teilt die Wohnung in neun Felder, die jeweils einem bestimmten Aspekt des Lebens zugeordnet sind

Das Bagua teilt die Wohnung in neun Felder, die jeweils einem bestimmten Aspekt des Lebens zugeordnet sind.

Quelle: Grafik: Katharina Ibendorf

Die hohe Schule des Feng Shui arbeitet mit dem Bagua, einem Raster mit neun Feldern, das über die Wohnung gelegt wird. Jedes Feld des Bagua symbolisiert einen Aspekt des Lebens. Tritt man in die Wohnung hinein, so befindet man sich zunächst im Raum „Karriere“. Auf der rechten Seite befindet sich der Platz für „Kinder und Kreativität“, links dagegen die Zone für „Familie und Gesundheit“. Hier können zum Beispiel Familienbilder oder etwa Fotos der Großeltern aufgestellt werden. Auch größere Zimmerpflanzen als Symbol von Leben und Wachstum finden hier ihren Platz. Die Felder des Bagua sollen dabei helfen, Disharmonien in der Wohnung schnell zu erkennen und dagegen vorzugehen.

Durch die gezielte Beschäftigung damit bringt man auch den einzelnen Aspekten seines Lebens Wertschätzung entgegen. So kann eine gestörte Harmonie in der Wohnung auch Zeichen für Probleme sein, die man an anderer Stelle hat. Und eine Neugestaltung bei der Einrichtung der eigenen vier Wände kann helfen, auch im Leben zu mehr Harmonie zu kommen.

Feng Shui ist ein geschlossenes Gedankengebäude, mit dem sich viel Zeit verbringen lässt. In China wird vor jedem Hausbau ein Feng Shui-Experte befragt, um den passenden Bauplatz zu finden. Für Einsteiger reicht es aber oft auch aus, sich einzelne Bereiche herauszugreifen und hier die Tipps der Harmonielehre auf ihre Wohnung zu übertragen. In manchen Fällen wird vielleicht auch ein Aha-Erlebnis daraus.

Von Ulrich Nettelstroth

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