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Flächen in Rheinsberg werden verscherbelt

Insolvenz im Hafendorf Flächen in Rheinsberg werden verscherbelt

Da die Sanierung der Projektgesellschaft Hafendorf Rheinsberg aussichtslos scheint, will der Insolvenzverwalter die gemeinschaftlichen Flächen des Hafendorfs veräußern, um Gläubigern Geld auszahlen zu können. Möglicher Käufer: die neu gegründete Genossenschaft, in der eine Vielzahl der Hafendorf-Hausbesitzer ist. Sie wollen die Anlage retten.

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Das Rheinsberger Hafendorf aus der Vogelperspektive.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. Früher war das Bistro im Rheinsberger Hafendorf durchgängig für die Gäste da. Jetzt sei es nur unregelmäßig geöffnet, kritisiert Christian Halbeck. Auch mit der Pflege und Wartung der Anlage gehe es seit einiger Zeit bergab – seit die Projektgesellschaft Hafendorf insolvent ist (die MAZ berichtete). „Bei der Unterhaltung wurde immer weiter zurückgeschraubt“, so der Chef von Boat City, einer Bootsvermietung im Hafendorf. „Der Insolvenzverwalter und die Projektgesellschaft tun, was sie können – aber nicht genug.“ Hinzu kommt, dass jetzt alles über zehn Instanzen geht, wo früher ein Anruf genügte. Um die Zustände zu verbessern, will Hal­beck Mitglied in der neuen Genossenschaft Hafendorf Rheinsberg werden. Er ist nicht der einzige.

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Zur Gründungsversammlung der Genossenschaft Anfang September kamen etwa 170 Hausbesitzer. Nach MAZ-Informationen sind mittlerweile rund 100 der insgesamt 182 Eigentümer Mitglied geworden. Die Genossenschaft, die noch eingetragen werden muss, will sich nicht nur darum bemühen, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Sie will auch die Hafenanlage und die sonstige Infrastruktur wie Straßen kaufen. Dazu laufen bereits Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter der Projektgesellschaft Hafendorf. „Es ist wichtig zu wissen, dass die Anlage in guten Händen ist, wenn sie nicht mehr zur Insolvenzmasse gehört“, so Halbeck. Nur so können die Hauseigentümer darauf Einfluss nehmen, was im Hafendorf passiert.

Zahlreiche Hausbesitzer haben sich jetzt in einer Genossenschaft zusammengeschlossen

Zahlreiche Hausbesitzer haben sich jetzt in einer Genossenschaft zusammengeschlossen.

Quelle: Peter Geisler

Ob die Genossenschaft den Zuschlag erhält, ist indes noch völlig unklar. Denn es gibt für das Gelände eine Vielzahl von Interessenten, sagt Steffen Richter, Inhaber von RI Consult, die sich im Auftrag des Insolvenzverwalters Philipp Hackländer um das Hafendorf kümmert. Fest steht, dass die Fläche verkauft werden soll. Denn die Sanierung der Projektgesellschaft halten alle Beteiligten für „wenig erfolgsversprechend“, so Richter. Der Insolvenzverwalter ist deshalb jetzt beauftragt, das gesamte Vermögen zu verwerten, um den vielen Gläubigern ihr Geld zurückzahlen zu können. Wer den Zuschlag für die gemeinschaftlichen Flächen im Hafendorf erhält, entscheidet indes nicht nur der Insolvenzverwalter, der sich einen guten Verkaufspreis, aber auch ein schlüssiges Gesamtkonzept wünscht. Das letzte Wort werden die Grundpfandgläubigerin – eine Bank – sowie die Gläubigerversammlung haben.

Wie hoch die Verbindlichkeiten sind, will Richter nicht verraten. Es handele sich aber um einen erheblichen Betrag. Der Verkauf soll schnell über die Bühne gehen, damit das Areal weiterentwickelt werden kann. Denn diese Aufgabe kann nur ein Investor, nicht ein Insolvenzverwalter stemmen. „Wenn es noch in diesem Jahr gelingen sollte, wäre es eine schöne Sache“, so Richter. Es könne aber auch sein, dass die Gläubiger mit den Angeboten für das Gelände nicht einverstanden sind und sich das Verfahren deshalb noch weitere Jahre hinzieht.

Das Insolvenzverfahren der Projektgesellschaft wurde im November 2013 eröffnet. Einige Monate zuvor hat die Betreibergellschaft des Hafendorf-Hotels Insolvenz angemeldet. Beide Verfahren laufen zwar unabhängig voneinander, das Gesamtensemble von Hafendorf und Hotel solle aber nicht gefährdet werden, so Richter. Dieser Punkt soll beim Verkauf der Flächen berücksichtigt werden.

Von Celina Aniol

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