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Gentzrode: Kreis will Denkmal nicht sichern

Historisches Gut in Gefahr Gentzrode: Kreis will Denkmal nicht sichern

Brandenburgs oberste Denkmalpfleger stuft das historische Gut Gentzrode sogar als Denkmal von nationaler Bedeutung ein. Trotzdem gelingt es nicht, die Anlage zu sanieren oder wenigstens so zu sichern, dass sie nicht weiter verfällt. Stadtverordnete fordern inzwischen, dass der Landkreis eingreift. Der lehnt aber ab.

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Seit den 90er Jahre steht die historische Anlage im maurischen Stil leer. Zuletzt wurde das Gut aus dem 19. Jahrhundert von der Sowjetarmee und dem Geheimdienst KGB genutzt

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der Zustand des historischen Gutes Gentzrode bei Neuruppin bereitet auch den Stadtverordneten immer mehr Sorgen. Seit Jahren verfällt das Baudenkmal immer mehr und nichts scheint zu helfen. Keinem Eigentümer ist es bisher gelungen, das Areal dauerhaft zu sichern. Inzwischen sieht es aus, als wäre von dem Baudenkmal kaum noch etwas zu retten.

Neuruppins SPD-Fraktionschef Nico Ruhle erwartet, dass endlich die Behörden eingreifen, um den weitere Verfall wenigstens zu verlangsamen. Dass die Stadt da wenig tun kann, ist den Abgeordneten bewusst. „Es müsste eigentlich eine Ersatzvornahme geben, um dieses Gebäude zu sichern“, findet Ruhles Fraktionskollege Siegfried Pieper: „Aber das ist eine Sache des Kreises.“ Sprich: Die Kreisverwaltung müsste anordnen, dass das Denkmal auf Kosten des Landkreises zwangsweise gesichert wird, wenn die Eigentümer dazu nicht bereit oder in der Lage sind.

Kreisverwaltung: Ersatzvornahme ist das letzte Mittel

Eine solche Ersatzvornahme kommt für den Landkreis jetzt aber nicht infrage. „Zurzeit ist das kein Thema“, teilt Kreissprecherin Britta Avantario auf Nachfrage mit. „Sollte das Gebäude nicht mehr hinreichend gesichert sein“, dann würde der Landkreis zuerst eine besser Sicherung anweisen und notfalls mit einem Zwangsgeld drohen.

Ob es soweit kommen wird, ist offen. „Die Sache ist in der Tat sehr, sehr problematisch“, räumt Neuruppins Baudezernent Arne Krohn ein. Er hofft jedoch weiter, das Gut Gentzrode als Baudenkmal retten zu können und hat dazu erneut Kontakt zu den Eigentümern in der Türkei aufgenommen. Voraussichtlich im März soll es in Neuruppin ein Treffen zwischen Stadt und den potenziellen Investoren zu dem Gut geben. Krohn: „Abgeschrieben haben es die Investoren nicht. Sie sind nach wie vor sehr interessiert.“

Von Reyk Grunow

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