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Gestaltungsrat unzufrieden mit Bauprojekten

Bauen in Potsdam Gestaltungsrat unzufrieden mit Bauprojekten

Der Gestaltungsrat von Potsdam ist zwar nur ein Beratungsgremium für die Stadt, aber sein Wort wiegt schwer bei der Entscheidungsfindung für Bauprojekte. Sagt der Rat Nein, müssen die Planer und Architekten meistens nacharbeiten, so auch in den beiden Fällen, die am Dienstag vorgestellt wurden.

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Die Einzelbauten missfallen dem Gestaltungsrat.

Quelle: Thoma-Architekten

Waldstadt / Am Stern. Die Pro Potsdam GmbH soll Wohnungen errichten, platzsparend und möglichst günstig. Das versucht sie auch in der Waldstadt II, wo am Moosfenn eine alte Garagenanlage beseitigt und durch einen Komplex mit mindestens 90 Wohnungen ersetzt werden soll. Sieben Millionen Euro will die städtische Bauholding hier investieren und hat dem Potsdamer Gestaltungsrat am Dienstag einen Entwurf der Berliner Thoma-Architekten vorgelegt. Der fiel durch, weil er den Waldcharakter der Waldstadt beschädigt. Auf der 7000 Quadratmeter großen Fläche haben die Architekten drei baugleiche Häuser mit sechs Geschossen entworfen, die dem Rat zu massiv sind, auch wenn statt 90 sogar 102 Wohnungen darin entstehen sollen. Der Rat will lieber eine Häuserzeile sehen, die die Zwischenräume zwischen den Objekten spart und die Bauten niedriger und weniger tief ausfallen lässt. Sie sollen sich unter die Baumkronen ducken. Pro-Potsdam-Chef Horst Müller-Zinsius versprach, „darüber nachzudenken“. Das nach fünf Jahren ausscheidende Gestaltungsratsmitglied Christian Rapp aus Holland bezweifelt allerdings, dass noch viel Zeit zum Umplanen ist, denn in zwei Monaten muss die Planung endgültig sein.

Die städtische Bauholding vermietet selbst

Die Pro Potsdam GmbH will die neuen Wohngebäude im eigenen Bestand halten. Zu je einem Drittel sind kleine (bis 45 Quadratmeter) und größere (bis 55 Quadratmeter) Zwei-Raum- sowie Drei-Raum-Wohnungen (bis 70 Quadratmeter) geplant. Dank Landesförderung sollen die Mieten sozialverträglich bleiben. Wie hoch sie dann ausfallen, wollte Müller-Zinsius nicht sagen. Die Baukosten je Quadratmeter werden mit 1350 Euro je Meter veranschlagt. Die Wohnungen sind barrierefrei und vor allem auf die Bedürfnisse älterer Bewohner zugeschnitten. Im Februar will die Pro den Bauantrag stellen und im 3. Quartal loslegen.

Spazier- und Radweg über den Schulhof? Das gab es noch nie.

Auch für die deutliche Erweiterung der Oberschule an der Gagarinstraße im Neubauwohngebiet am Stern gab der Gestaltungsrat kein grünes Licht. Die Berliner Ibus-Architekten hätten den Wettbewerb zwar verdient gewonnen, hieß es, dann aber wegen größeren Raumbedarfs die Gebäude höher und massiver geplant und auf eine öffentliche Grünachse diagonal über den Schulhof verzichtet, was dem Rat missfällt.

Von Rainer Schüler

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