Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
„Glänzende“ Aussichten in der Stadtmitte

Modische Mieter hinter Potsdamer Palazzo-Fassade „Glänzende“ Aussichten in der Stadtmitte

Direkt am Potsdamer Landtag eröffnete am Freitag im Palazzo Pompei ein Geschäft, der das Herz von Fashion-Fans höher schlagen lässt. Im „Fancy Crystal“ kann man sich unter anderem an Swarovski-Kristallen ergötzen. Auch sonst kehrt langsam reges Leben rings um den Alten Markt und den neuen Otto-Braun-Platz ein. Bald sollen auch die Gerüste am Palast Barberini fallen.

Voriger Artikel
Arbeitseinsatz zum Kennenlernen
Nächster Artikel
Stahnsdorf reglementiert Windpark

Die „Fancy Crystal“-Inhaber Liane Kempka und Dirk Wiebeck vor ihrem neuen Store.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Aus Neu mach Alt: Die frisch nach historischem Vorbild hochgezogene Bebauung am Alten Markt sieht teilweise fast so aus, als wäre man in einen alten Kupferstich hineingestolpert: der Landtag mit Schlossfassade, die Palazzi Chiericati, Pompei und Barberini. Den Kontrapunkt bilden die „modernen“ Häuser an der Ecke Humboldtstraße/Otto-Braun-Platz nahe der Langen Brücke. Das alte Herz der Stadt beginnt wieder zu schlagen und mit jedem Tag kräftiger. Potsdams neue Mitte erwacht zum Leben. Egal, ob es sich um die Arztpraxis, die Bäckerei oder um die anderen Mieter am Otto-Braun-Platz handelt – wohlgefällig blickt die funkelnagelneue Büste des Namensspenders und SPD-Granden Otto Braun auf das rege Treiben.

Das Burger-Restaurant am Eck trägt den programmatischen Namen „Hans im Glück“. Viele Passanten praktizieren eher „Hans Guck in die Luft“: Die Köpfe in den Nacken gelegt, bewundern sie die schmucken Fassaden. Abends kann man jetzt in den Büros in den Gebäuden noch lang die Lichter brennen sehen. Und unten auf dem Platz inhalieren die Raucher vor der neuen Pizza-und-Pasta-Pilgerstätte „L’Osteria“ nicht nur das Nikotin, sondern auch den Ausblick auf die Havel respektive das Landtagsschloss.

Kronjuwelen gibt es in der Schloss-Kopie keine mehr zu bewundern. Stattdessen öffnete am Freitagvormittag im Palazzo Pompei in der Humboldtstraße 3 ein neues Kristall-Mekka mit extrem hohem Bling-Bling-Potenzial seine Pforten: „Fancy Crystal“ heißt der Store, der mit Marken wie Coeur de Lion oder Pilgrim die Träume vieler Fashion-Freunde wahr macht. Insbesondere die Kristalle der Tiroler Edelmarke Swarovski haben schon unzählige Promi-Outfits zum Funkeln gebracht. Top-Designer wie Alexander McQueen toben sich mit den Glitzer-Steinchen kreativ aus. Jüngster Swarovski-Coup war die Anfertigung von Aschenputtels berühmtem Schuh für die Disney-Verfilmung von„Cinderella“.

Wie im Märchenland blinkt und funkelt es auch im neuen „Fancy Crystal“-Domizil. Blickfang ist ein riesiger Kristalllüster an der Decke, der aussieht wie ein Ballon. Eine runde Sache ist der Laden auch für die Inhaber Liane Kempka und Dirk Wiebeck, für die der Standort – mitten in der wiedererstandenen Alten Mitte – eine absolute „Herzensangelegenheit“ ist. „Ich bin in Potsdam geboren und aufgewachsen. Als ich in der Zeitung von den Bauten mit Leitfassaden las, wusste ich: ,Hier will ich her!’“, erzählt Wiebeck, der zur Ladeneröffnung unter anderem Franz Friedrich Prinz von Preußen begrüßen konnte.

Apropos: Zu Kaisers Zeiten, als die jetzige Landtagsfassade noch ein Schloss umhüllte, ratterte die Tram die Humboldtstraße entlang. Und noch früher trappelten die Pferde von der Langen Brücke zum Alten Markt. Heute rollen die schwarzen Dienstwagen von Politikern wie Ralf Christoffers vorbei. Der Linken-Fraktionschef findet das neue Parlamentsumfeld zwar schön, legt aber gleichzeitig den Finger in die Wunde: „Es fehlen Parkplätze.“ Die Tiefgarage im Landtag ist meist nur den Mitarbeitern vorbehalten. Otto-Normalautofahrer blickt rings um den Otto-Braun-Platz, die Humboldt-straße und den Alten Markt hingegen leider oft in die Röhre. Die Parkplatzproblematik schimmerte auch bei der Einladung zur Shop-Eröffnung am Freitag durch: „Parkmöglichkeiten finden Sie Am Kanal oder am Hauptbahnhof“, stand als freundlicher Hinweis auf dem Info-Flyer.

Der kleine Anmarsch muss aber nicht nur von Nachteil sein: Zu den Vorzügen zählt neben der Sauerstoffzufuhr auch der Blick auf Sehenswürdigkeiten wie das Palais Barberini. Die Gerüste an der Museumsfassade sollen übrigens in den nächsten Wochen fallen – und dann gibt es wieder ein schönes Kapitel im bunten Fortsetzungsroman „Potsdams neue alte Mitte“.

Von Ildiko Röd

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg