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Glücksfall für alte Häuser

In Langerwisch wurden 7 Millionen Euro Städtebaufördermittel investiert Glücksfall für alte Häuser

Im Sommer 1991 filmten Kameraleute Langerwisch, um den Zustand des Dorfes zu dokumentieren. 24 Jahre später ist aus dem grauen Ort eine Schönheit geworden – vor allem Dank des Städtebauförderprogramms, in dessen Genuss Langerwisch als einer der ersten Orte im Osten kam.

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Im sanierten Vierseithof vor dem Langerwischer Gemeindezetnrum: Britta Bretfeld und Wolfgang Kroll.

Quelle: Jens Steglich

Langerwisch. Im Sommer 1991 rollt ein Pferdewagen durch Langerwisch. Vorn sitzt Leo Rehmer, ein Mann von der LPG. Hinten haben Kameraleute Platz genommen, die eine Aufgabe haben: Den Ort filmen – so wie er aussieht im Sommer 1991, bevor das Sanierungsprogramm beginnt. 24 Jahre später wird sich eine Kutsche auf den gleichen Weg machen. An Bord wird Leo Rehmer sein, der Kutscher von damals, der inzwischen über 80 Jahre alt ist, und ein Filmemacher. Er soll die Bilder festhalten von Langerwisch im Sommer 2015 und damit eine Erfolgsgeschichte dokumentieren.

„Das Sanierungsprogramm für Alt- und Neu-Langerwisch ist jetzt offiziell beendet, der Abschlussbericht in Arbeit“, sagt Britta Bretfeld, die Frau vom Michendorfer Bauamt, die das Sanierungswerk von Anfang an begleitete. Insgesamt flossen knapp sieben Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm in Langerwischs Sanierungsgebiete, weiß sie. 5,5 Millionen Euro stellten Bund und Land bereit, knapp 1,5 Millionen die Kommune. Das Fördergeld gab oft auch den Anstoß für weitere, private Investitionen.

Das Ergebnis: Aus einem Dorf, in dem es kaum Gehwege gab, wo die Scheunen auf den Vierseithöfen vor dem Zusammenbruch standen und die Häuser die Farbe „DDR-steingrau“ trugen, ist eine Schönheit geworden. Die Vierseithöfe sind alle saniert. Auch die Scheunen und Ställe der Höfe wurden gerettet. Heute wohnen oder arbeiten dort Menschen. Die nächtliche Düsternis ist auch verschwunden. „In den Straßen hatten wir damals nur einzelne Positionslampen“, erinnert sich Ortsbürgermeister Wolfgang Kroll. Heute stehen die Straßenleuchten in kurzen Abständen – aufgereiht nach deutscher DIN-Norm.

Sanierungswerk

Im Jahr 1991 wiesen in Langerwisch 41,5 Prozent der Wohn- und Hauptgebäude erhebliche Mängel auf.

Knapp 35,9 Prozent hatten leichte Schäden, nur 22,6 Prozent der Gebäude waren in einem guten Zustand.

Die beiden ersten Sanierungsobjekte waren die Alte Schule, die zu einem Wohnhaus wurde, und das Pfarrhaus.

Das letzte Projekt im Langerwischer Sanierungsgebiet, das im offiziellen Abschlussbericht vermerkt sein wird, ist der Gehweg an der Straße des Friedens.

Der Abschluss des Sanierungsprogramms wird am 5. September zum Höfefest gefeiert. An dem Tag werden am Dorfanger Stelen enthüllt, die über die Sanierung informieren.

Begonnen hat das Werk mit der Sanierung der Alten Schule und des Pfarrhauses. Auch der Vierseithof mit Gemeindezentrum, Dach und Turm der Kirche, die Gasthäuser „Zur Truhe“ und „Zum alten Schloss“ profitierten vom Fördergeld. Langerwisch gehörte zu den ersten acht Orten der untergehenden DDR, die am 4. September 1990 in ein Modellvorhaben aufgenommen wurden, das als Vorläufer des bundesdeutschen Städtebauförderprogramms gilt. „Es war ein langwieriger Prozess mit Höhen und Tiefen. Am Ende ist ein voller Erfolg herausgekommen“, so Kroll. Wer sich ein Bild davon machen will, sollte durch Langerwisch laufen oder zum Höfefest kommen, wo am 5. September der Abschluss des Sanierungswerks gefeiert wird.

Von Jens Steglich

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