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Graffiti-Künstler gestaltet Luckenwalder Wohnzeile

Ein Block zum Hingucken Graffiti-Künstler gestaltet Luckenwalder Wohnzeile

Die Luckenwalder Wohnbaugenossenschaft hat Tobias Silber engagiert, um den 100 Meter langen Wohnblock in der Arndtstraße mit Graffiti zu verschönern. Er verziert die 4500 Quadratmeter mit einer Straßenzugimitation.

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Tobias Silber mit dem Plan für die Fassadengestaltung. .

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. So langsam nimmt der Wohnblock in der Arndtstraße in Luckenwalde Gestalt an. Während die Aufzüge noch eingebaut werden, ist draußen auch Tobias Silber schon bei der Arbeit. Er soll die Blockfassaden zu wahren Hinguckern gestalten.

Der Giebel zur Jahn-Grundschule ist fertig und gibt schon einen Vorgeschmack auf das künstlerisch ambitionierte Gesamtprojekt. Auch der Durchgang des 100 Meter langen Gebäudes ist bereits verschönert – mit bunten Luftballons mit dem Logo der Wohnbaugenossenschaft Luckenwalde.

Tobias Silber hat in der Kreisstadt schon an anderen Gebäuden seine künstlerischen Spuren hinterlassen, wie auf der Burg und in der Salzufler Allee. Jetzt beauftragte ihn die Wohnbaugenossenschaft erneut.. Dieses Mal für die Arndtstraße. „Ich hatte drei Entwürfe zur Auswahl angeboten“, sagt Tobias Silber. Einmal war es ein reiner Farbentwurf ohne Motiv, dann eine Illusionsmalerei und das dritte war die Straßenzugimitation, die den Auftraggeber schließlich überzeugte. Silber hatte sich vorher das Wohngebiet angeschaut und mit Mietern gesprochen, bevor er mit den Entwurf begann.

Der  schmuck gestaltete Giebel zur Jahnstraße in Luckenwalde ist  seit kurzem  fertig

Der schmuck gestaltete Giebel zur Jahnstraße in Luckenwalde ist seit kurzem fertig.

Quelle: Margrit Hahn

Es war pure Neugier, die Tobias Silber damals im Jahr 1995 in die Kinder-, Jugend- und Kunst-Galerie Sonnensegel in seiner Heimat stadt Brandenburg/Havel führte. Er besuchte verschiedene Malkurse und beteiligte sich an Kunstprojekten. Als 15-Jähriger kam er in San Diego (USA) mit Graffiti-Kunst in Berührung und war begeistert von dieser aus seiner Sicht ehrlichen und unverfälschten Kunstform.

Seit 2003 verdient er ganz seriös sein Geld damit. Aufträge hat er schon überall in Europa angenommen, in Moskau und New York wurden ihm für Kunstaufträge ganze Wände zur freien Verfügung gestellt. Die 4500 Quadratmeter in der Luckenwalder Arndtstraße sind sein zweitgrößtes Projekt; das größte war in Schwedt mit mehr als 9000 Quadratmetern.

Während seiner Arbeit an der Fassade wurde er des Öfteren von Mietern angesprochen. Den meisten gefällt, was er macht. „Einer hat mich gefragt, was das denn für ein bunter Hund wird, den ich da male“, erzählt der 34-Jährige lachend. Gut 200 Dosen hat der Brandenburger allein für den Giebel zur Jahnstraße versprüht. In den kommenden Tagen beginnt er mit der gegenüberliegenden Seite – mit dem Kopfbau, wie es unter Fachleuten heißt. Das Motiv wird ähnlich wie das am Giebel, auch ein Haus mit Torbogen, allerdings ähnelt es etwas mehr der französischen Comicmalerei der 50er und 60er Jahre.

Ein Malerunternehmen grundiert zuvor, dann geht der Künstler ans Werk. Auch das Grün der zehn Fahrstuhlschächte stammt von ihm, wie auch die gesamte Farbgestaltung. „Es soll das Grün vom Schulkomplex aufnehmen. Ich denke, wenn alles fertig ist, sieht es toll aus. Mein Ziel ist erreicht, wenn die Leute stehen bleiben und hochschauen“, so Silber.

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Für die Luckenwalder Wohnbaugenossenschaft stand von Anfang an fest, dass man wieder mit Tobias Silber zusammenarbeiten würde. „Er hat ja schon einiges für uns gemacht und mit den neuen Entwürfen für die Arndtstraße hat er unseren Vorstellungen entsprochen“, sagt Ramon Wittich, technischer Vorstand. Man wollte unbedingt die große Masse an Wohnblock auflockern und das scheint gelungen. „Mir gefällt der Wohnblock schon jetzt“, sagt die 72-jährige Ingrid Altenkirch. Andere Mieter seien noch skeptisch. Das südländische Flair erscheint ungewohnt. „Aber Farbe macht so eine Siedlung viel freundlicher. Da sieht es nicht so trist aus“, findet die Seniorin.

Von Margrit Hahn

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