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Großbeerens Wachstum vorerst gestoppt

Nachwehen eines verweigerten Anteilverkaufs Großbeerens Wachstum vorerst gestoppt

Die Boom-Gemeinde Großbeeren hätte wieder hunderte Einwohner bekommen. Dazu war der Mehrheitsverkauf an der Wohnungsbaugesellschaft nötig. Doch das klappte nicht. Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos) sieht eine Riesenchance vertan. Morgen geht um Nachwehen dieser Entscheidung. Die Getec Magdeburg wollte 10 Millionen Euro investieren.

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Das Baugebiet Trebbiner Straße in Großbeeren im Frühherbst: So wie hier wächst der Ort an allen Ecken und Enden.

Quelle: Abromeit

Großbeeren. Ist das Riesen-Bauvorhaben „An den Saufichten“ Großbeeren tatsächlich geplatzt, werden auf der 20 Hektar großen Brachfläche nun tatsächlich wie berichtet in absehbarer Zeit keine Wohnungen gebaut? Oder ist der Kampf um die knapp Zehn-Millionen-Euro-Investition doch noch offen? Das entscheidet sich am Donnerstagabend im Gemeinderat. Er wählt dann überraschend die Aufsichtsratsmitglieder der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (WBG) neu. Außerdem will Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos) in nichtöffentlicher Sitzung über Weiteres informieren.

Bisher wurden Bauvorhaben in der Zuzugsgemeinde vorrangig über ortsansässige Bau- und Immobilienfirmen realisiert. Dieses Mal sollte es anders gehen: Die Gemeinde sollte 51 Prozent der Gesellschafteranteile der WBG verkaufen. Das war der Punkt, den eine äußerst knappe Mehrheit im Gemeinderat nicht akzeptierte. Wie berichtet fehlten SPD-, FDP- und FBB-Vertretern Alternativvorschläge für die Umsetzung des Vorhabens. Grundsätzlich dagegen ist niemand.

Zurzeit ist die CDU stärkste Kraft im Ort, Gemeinderatsvorsitzender ist der Christdemokrat Michael Richter, hauptberuflich Staatssekretär in der Landesregierung Sachsen-Anhalt. Kritiker im Gemeinderat argwöhnen, dass hinter dem verprellten Investor für das Großvorhaben, der Getec Energie Holding mit Sitz in Magdeburg (Sachsen-Anhalt), private Beziehungen stecken. Richter selbst äußert sich zu diesem Thema nicht, er verweist auf die vorgeschriebene Nichtöffentlichkeit zu bisherigen Verfahrensetappen.

Für Ahlgrimm ist mit der Absage an die avisierte Form der Baufeldentwicklung eine der größten Entwicklungschancen des Ortes vertan. Oder, wie er im Gespräch mit der MAZ sagt, „auf ganz lange Sicht verschoben“. Er sagt auch: „Es ist schön, sich Alternativen zu wünschen. Aber dafür steht kein Partner zur Verfügung.“ Jeder, der solche Modelle ablehne, solle sich nur einen Moment lang vorstellen, selbst solche Summen zu investieren und nicht mehr bestimmen zu können, was mit seinem Geld passiert. Ahlgrimm bedauert, dass die Gemeinde „nun nicht Nutznießer dieser Großinvestition sein kann“.

Bisher schaffte die Gemeinde Baurecht, ein Investor investierte und machte Gewinn. „Doch die Kommune musste die zusätzliche Infrastruktur schaffen und unterhalten“, so Ahlgrimm. Er denkt dabei nicht nur an Straßen und Medien, sondern auch an die soziale Infrastruktur wie Kita, Schule, Verwaltung oder Seniorentreff. Mit dem verprellten Investor hätte die Gemeinde einen europaweit aktiven Partner gehabt, so der Bürgermeister. „Und sie hätte mit den 49 Prozent WBG-Anteilen auch fast die Hälfte der Vorteile genutzt und könnte selbst investieren“.

Die Getec wirbt im Internet mit dem Slogan „Getec steht für effiziente Energie“. Sie hat Tochtergesellschaften und Beteiligungen an Energie- und Telekommunikationsdienstleistungen für die Immobilienbranche. Mit Finanz-Modellen und Ingenieurleistungen spielen Strom- und Gasversorgungskonzepte eine Rolle. Außerdem zählen Netz- und Messstellenbetrieb einer Tochterfirma in Hannover sowie erneuerbare Energie und Telekommunikation zweier Getec-Töchter in Magdeburg zu den Geschäftsfeldern der Unternehmensgruppe.

Von Jutta Abromeit

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