Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Große Pläne der Woba in Oranienburg

Ausblick 2016 Große Pläne der Woba in Oranienburg

Schon in diesem Jahr hatte sich die Woba mit den drei Altstadthäusern am Bötzower Platz eine Menge aufgebürdet. Hört man allerdings Geschäftsführer Bernd Jarczewski über die Pläne für 2016 reden, war das offenbar noch gar nichts. 17,5 Millionen Euro werden investiert. So viel hat die Woba in einem Jahr noch nie gestemmt.

Voriger Artikel
Pakete kommen bald schneller zum Kunden
Nächster Artikel
Kienwerder soll grün bleiben

Bernd Jarczewski (l.) udn Hans Joachim Laesicke zeigen, wie sich die Altstadt entwickelt hat.

Quelle: Foto: ENRICO KUGLER

Oranienburg. „In letzter Zeit werden Stimmen laut, wir würden nur für Reiche bauen“, sagt Bernd Jarczewski, der Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (Woba). Das könne er nicht verstehen. Die durchschnittlichen Grundmieten der Woba lägen mit 4,85 Euro pro Quadratmeter unter dem Durchschnitt im Berliner Umland. „Wir sind doch keine ’Reichen-Wohnunggesellschaft’, sondern für breite Schichten da“, so Jarczewski. „Die Geschäfte mit Luxus-Wohnraum haben alle anderen gemacht“, steht ihm Hans-Joachim Laesicke in seiner Funktion als Vorsitzender des Woba-Aufsichtsrates zur Seite.

Dass die Woba gerade Stadtvillen und Stadthäuser baut, ist also eine Art „Nachholebedarf“, nachdem die letzten 25 Jahre der Schwerpunkt auf Mieter mit geringeren Einnahmen lag. „Bei 5,50 Euro pro Quadratmeter ist für mich die Schallgrenze für Menschen mit Wohnberechtigungsschein“, sagt Jarczewski.

Service

Attraktive Wohnungen und Häuser überall im Land Brandenburg: MAZimmo.de

Nur drei Prozent Leerstand hat die Woba zu verzeichnen. Und diese Wohnungen werden entweder gerade saniert oder sind in einem sehr schlechten Zustand. Zur freien Verfügung gibt es nur sehr wenige Wohnungen.

„2015 war ein bewegtes Jahr“, zieht Jarczewski Bilanz. „Die Altstadthäuser am Bötzower Platz sollten eigentlich schon fertig sein.“ Nun wird das erste Haus Ende Januar vermietet, die beiden anderen folgen Ende März. Etwa sechs Millionen Euro wurden verbaut. Nächstes Jahr ist es noch mal eine halbe Million Euro, die für die Restarbeiten draufgehen. Die Tiefgaragen sind bereits komplett fertig, aber zu nutzen sind sie auch noch nicht. „Interessenten haben wir viele für die Wohnungen, aber die Firmen bauen nun mal nicht schneller.“ Jetzt nütze nun auch keine Hektik mehr, hat der Woba-Chef beschlossen. „Die Instandhaltung war in diesem Jahr ein großer Posten“, sagt Jarczewski. Für 200 000 Euro hatte die Woba Fassaden säubern und neu streichen lassen. Der Instandhaltungsrückstand ist gerade bei den Plattenbauten noch erheblich.

Die Stadthäuser waren der größte Brocken in diesem Jahr. Doch eigentlich noch gar nichts, wenn der Geschäftsführer auf 2016 blickt. „Für Neubau und laufende Instandhaltungen wollen wir dann 17,5 Millionen Euro ausgeben, so viel haben wir noch nie gestemmt.“ Finanziell sei das natürlich abgesichert, meint Laesicke. Aber die Aufgaben alle personell zu bewältigen, ist noch mal eine andere Nummer. „Wir müssen dann einfach gucken, ob die Strukturen der Woba reichen“, findet Laesicke.

Hinter dem Stadthafen haben die Erdarbeiten für den Bau der Stadtvillen begonnen

Hinter dem Stadthafen haben die Erdarbeiten für den Bau der Stadtvillen begonnen. Die Mieter können ab September 2017 dann auf de Havel und das Schloss schauen.

Quelle: Robert Roeske

Das nächste große Vorhaben hat bereits begonnen. Hinter dem Stadthafen sind die Baugruben ausgehoben für die Stadtvillen gegenüber dem Schloss. Der Hochbau soll bis Ende 2016 stehen, um im Winter ausbauen zu können. Im September 2017 könnten die ersten Mieter einziehen. Über die drei Jahre hat die Woba dann 12,5 Millionen am Havelufer verbaut. Der größte Brocken in Richtung Sanierung steht der Woba an dem Wohnblock in der Kanalstraße 58 bis 62 bevor. Für 5 Millionen Euro werden die Wohnungen modernisiert. Jetzt sind es 60, später 54 Wohnungen. Und ein weiteres Neubauvorhaben steht an. In der Gartenstraße 4 ist das alte schwammbefallene Haus abgerissen. Dort entstehen 23 Wohnungen für Mieter mit Wohnberechtigungsschein und für Flüchtlinge.

„2016 wird überaus interessant und anstrengend“, sieht Jarczewski schon voraus. „Dieser Herausforderung stellen wir uns aber gern“, sagt er und schiebt lachend hinterher: „Dafür bekommen wir schließlich unser Geld und Urlaub.“

Die städtische Gesellschaft

Im Bestand der Wohnungsbaugesellschaft mbH Oranienburg befinden sich derzeit 3602 Wohnungen, 71 Gewerbeeinheiten und 1030 Stellplätze, Garagen und Pachten. Hinzu kommen 170 fremd verwaltete Einheiten.

Die durchschnittliche Grundmiete der Wohnungen liegt bei 4,85 €/m². 61 Prozent der Wohnungen werden unter 5 €/m²­ vermietet, 81 Prozent unter 5,50 €/m².

Die Nebenkosten betragen durchschnittlich 2,47 €/m². Das entspricht 34 Prozent der Gesamtmiete.

Der Altersdurchschnitt der Woba-Mieter liegt bei 54 Jahren. 13 Prozent der Mieter sind unter 30 Jahren und weitere 15 Prozent unter 40 Jahren alt.

2015 investierte die Woba circa neun Millionen Euro, davon flossen 1,6 Millionen Euro in die Instandhaltung.

Seit 25 Jahren gibt es nun die stätische Wohnungsbaugesellschaft. Seit 1990 sind 180 Millionen Euro investiert worden. 124 Millionen Euro davon waren Eigenmittel, aus eigener Erwirtschaftung.

Wie den Plänen der Gesellschaft zu entnehmen ist, werden in den nächsten Jahren etliche Millionen hinzukommen.

Von Andrea Kathert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg