Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Grunderwerb: So umgeht man höhere Steuern

Hauskauf in Brandenburg wird deutlich teurer Grunderwerb: So umgeht man höhere Steuern

Der Grundstücks- und Häuserkauf in Brandenburg wird ab 1. Juli deutlich teurer. Dann steigt die Grunderwerbsteuer von 5 auf 6,5 Prozent. Das kann schnell einige Tausend Euro Mehrkosten bedeuten. Ein Notar erklärt, wie man die Steuerfalle doch noch umgehen kann.

Voriger Artikel
Seerosen-Krieg in der Havelbucht
Nächster Artikel
Umzug soll kein Luxus sein: Was bewirkt die Mietpreisbremse?

Brandenburg erhöht die Grunderwerbsteuer zum zweiten Mal binnen fünf Jahren.
 

Quelle: Foto: Fotolia

Potsdam.  Der Immobilienkauf in Brandenburg wird ab 1. Juli deutlich teurer: Dann wird die Grunderwerbsteuer von 5 auf 6,5 Prozent angehoben. Laut dem Immobilien-Kreditvermittler Interhyp liegen die Kaufnebenkosten in Brandenburg, also inklusive Notar- und Maklergebühren, damit bundesweit am höchsten. Immobilienexperten raten deswegen Kaufinteressenten, die entschieden sind und alle Formalitäten erledigt haben, rasch einen Notartermin zu vereinbaren. Je nach Immobilienwert lassen sich einige Tausend Euro Steuer sparen. „Entscheidend ist für das Finanzamt der Notartermin vor dem 1. Juli“, erklärte Thomas Vieweg, Sprecher im Finanzministerium.

Service

Wohnungen und Häuser im ganzen Land Brandenburg gibt’s bei MAZimmo.de

Entsprechend groß ist der Andrang bei den Notaren im Land. Bei ihnen klopfen derzeit deutlich mehr Interessenten wegen eines rechtzeitigen Beurkundungstermins an. „Die Triebfeder eines Immobilienkaufes ist sicher nicht die steigende Grunderwerbsteuer. Wer ein Haus bauen oder ein Grundstück kaufen will, hat sich das reiflich überlegt“, sagte Thomas Woinar, Notar aus Frankfurt (Oder). „Aber wir merken, dass manche den Vertragsabschluss jetzt mit Blick auf den höheren Steuersatz jetzt forcieren möchten. Dass jemand deswegen kopflos zum Notar eilt, diese Gefahr sehe ich nicht.“

Vollmacht reicht nicht aus

Um in den Genuss des niedrigeren Steuersatzes zu kommen, sei die notarielle Beurkundung des Grundstückskaufvertrags vor dem 1. Juli zwingend. Allerdings gebe es Ausnahmen, nämlich dann, wenn besondere Genehmigungen nötig seien, erklärte der Notar. Das sei etwa bei Erbengemeinschaften der Fall, wenn nicht alle Mitglieder beim Notar erscheinen können. „Es ist dann oft so, dass Abwesende ohne Vollmacht vertreten werden“, sagte Woinar. „Der Vertrag ist aber erst dann wirksam, wenn dem Notar die Genehmigung des Abwesenden zugegangen ist.“

Das sind die Nebenkosten beim Hauskauf in Deutschland.

Das sind die Nebenkosten beim Hauskauf in Deutschland.

Quelle: MAZ

Besonders sind auch Fälle, bei denen Betreuer oder Nachlasspfleger für Minderjährige oder Unbekannte tätig werden. Die dazu nötigen gerichtlichen Genehmigungen müssen vorliegen. Das Problem: „Die Bearbeitungszeit der Gerichte dauert in solchen Fällen erfahrungsgemäß mehrere Monate. Bis zum 1. Juli dürfte das kaum noch klappen“, sagte der Notar. Anders bei Ackerflächen über zwei Hektar. Die dafür nötige Genehmigung der Landwirtschaftsbehörde müsse nicht zwingend vor dem 1. Juli vorliegen. Das gleiche gelte für Genehmigungen bei Rückübertragungen.

Steuer fällt nicht nur für Grundstückskauf an

Was manche übersehen: Viele Häuslebauer müssen nicht nur für den Kauf eines Grundstücks Steuer zahlen. Wenn etwa beim Abschluss mit einer Bauträgerfirma bereits Vereinbarungen zu einem Hausbau getroffen werden, fließt der später folgende Bau in die Bemessungsgrundlage mit ein. Darauf hat der Bundesfinanzhof in München gerade erst in einem Urteil hingewiesen.

Das Gesetz von Finanzminister Christian Görke (Linke) befindet sich derzeit zur Abstimmung im Landtag und soll bis Mitte Juni verabschiedet werden. Erst 2011 hatte die rot-rote Landesregierung die Grunderwerbsteuer von 3,5 auf fünf Prozent angehoben. Das spülte dem Land Steuermehreinnahmen in Höhe von 188 Millionen Euro in die Kasse.

Von Torsten Gellner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg