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Hafen-Hotel Rheinsberg im Aufschwung

Auf dem Sanierungsweg Hafen-Hotel Rheinsberg im Aufschwung

Der Geschäftsführer des Hotels im Rheinsberger Hafendorf beteuert, dass sich sein Haus auf dem besten Weg zur Sanierung befindet. So schreibe das Hotel, das sich seit 2013 in einer Art Insolvenzverfahren light befindet, schwarze Zahlen und auch die Anzahl der Gäste sei beträchtlich gestiegen. Nichtsdestotrotz will der Chef das Haus verkaufen.

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15 Prozent mehr Übernachtungen als vor zwei Jahren verbucht das Hotel, das offiziell den Namen Maritim Hafenhotel Rheinsberg trägt.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. Für das Hafendorf-Gelände scheinen Hopfen und Malz verloren. Deshalb sucht der Insolvenzverwalter jetzt schon nach einem zahlungskräftigen Investor (die MAZ berichtete). Aber auch das Hotel soll auf lange Sicht verkauft werden, sagt Axel Deitermann, Geschäftsführer der Wellnesshotel Hafendorf Rheinsberg Gesellschaft. Zuerst müsse das Unternehmen allerdings auf kräftigere Füße gestellt werden.

Zwar befindet sich das Haus wie die Hafendorf-Projektgesellschaft, die das Gelände besitzt, seit 2013 in einem Insolvenzverfahren. Es handelt sich dabei aber um eine Art Insolvenz light in Eigenverwaltung. Das bedeutet, dass nicht ein Insolvenzverwalter die Geschäfte führt, sondern Axel Deitermann. Ein Sachwalter, der Berliner Anwalt Christoph Schulte-Kaubrügger, schaue nur, dass dabei die Interessen der Gläubiger nicht verletzt werden. Insgesamt befinde sich das Hotel aber auf dem Wege der Besserung. „Wir kommen aus dem etwas turbulenterem Fahrwasser heraus“, sagt Axel Deitermann. In dieses habe sich das Unternehmen durch „falsche Partner“ hineinmanövriert. Sprich: durch die Zusammenarbeit mit der Ifa-Gruppe, die das Hotel seit seiner Eröffnung 2007 bis Ende 2012 managte.

Management-Wechsel brachte offenbar die Wende

Seit im Sommer 2013 die Maritim-Gruppe den neuen Management-Vertrag unterzeichnete, laufe es deutlich besser. Seit Mitte 2014 schreibe das Hotel am Rheinsberger See mit seinen etwa 80 Mitarbeitern, 176 Zimmern und 24 Insel-Suiten sogar schwarze Zahlen. Auch die Anzahl der Übernachtungen sei seitdem um etwa 15 Prozent gestiegen. „Wir sind auf einem guten Sanierungsweg“, so der Hotel-Geschäftsführer. „Durch das spezielle Schutzschirmverfahren haben wir aber keinen Zeitdruck.“

Jetzt kommen wieder mehr Gäste

Jetzt kommen wieder mehr Gäste.

Quelle: Peter Geisler

Aus Sicht Deitermanns sei die komplette Entkopplung der Projektgesellschaft Hafendorf und der Hotelgesellschaft für die Gesundung des Hotels sehr wichtig. Nur so lasse sich das Haus gut vermarkten.

Ein Schritt in diese Richtung sei bereits 2013 gegangen worden. Damals haben die beiden Geschäftsführer der Projektgesellschaft, Jaska Harm und Folkert Redenius, die zuvor auch die Hotelgeschäfte führten, das Ruder an ihn abgegeben, so Deitermann. „Harm und Redenius waren die Initiatoren der Hafendorf-Idee, da stecken sehr viel Herzblut und Leidenschaft drin, die auf der sachlichen Ebene manchmal eher störend sein können.“

Auf ewig will Deitermann, der in Düsseldorf die Hotelberatungsgesellschaft „Hotel Affairs“ führt, nicht mit Rheinsberg zu tun haben. Vielmehr will er das Hotel so schnell wie möglich abstoßen. Ernstzunehmende Interessenten werde es aber erst geben, wenn das Haus längerfristig ein Plus aufweist und auch sonst durch positive Beurteilungen auffällt. Seiner Meinung nach wird das noch mindestens anderthalb Jahre dauern. „Der Markt braucht Zeit. Ich glaube aber zutiefst, dass es Investoren für dieses Objekt geben wird.“

Reiseveranstalter stellen die Vertrauensfrage

Wie wichtig die Vertrauensfrage in der Branche ist, das habe das Hotel in der Nach-Ifa-Ära gemerkt. „Reiseveranstalter buchen 19, 20 Monate im Voraus“, so Deitermann. „Wenn sie Schlagzeilen mit dem Wort ,Insolvenzverfahren’ lesen, dann sind sie unsicher, ob es das Hotel in zwei Jahren noch geben wird.“ Auch bei der Suche nach gut geschulten Mitarbeitern, die in der Region eher rar sind, sei die schlechte Presse ein Problem gewesen. „Wer will schon zu einem Arbeitgeber, der eine unsichere Zukunft bietet?“ Erst seitdem sich herumgesprochen hat, dass vieles wieder in Lot ist, bewerben sich auch Menschen aus ganz Deutschland in Rheinsberg. „Wir bekommen wieder vernünftigen Boden unter den Füßen.“

Von Celina Aniol

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