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Halle für Flüchtlinge läuft mit Wasser voll

Bauposse in Neu Fahrland Halle für Flüchtlinge läuft mit Wasser voll

Eigentlich hatte die Neu Fahrländer Willkommensinitiative am Dienstag mit den ersten Flüchtlingen gerechnet. Doch daraus wird nun nichts. Eine Halle wurde in eine Erdgrube gesetzt – und ist aus Sicht der Ortsvorsteherin und der Betreiberin so nicht zumutbar.

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Ortsvorsteherin Carmen Klockow in der Leichtbauhalle.

Quelle: Foto: Christel Köster

Neu Fahrland. Die Flüchtlinge werden sprichwörtlich im Regen stehen gelassen: Beim Aufstellen der beiden als Asylunterkunft geplanten Leichtbauhallen im Potsdamer Ortsteil Neu Fahrland gibt es offensichtlich Probleme. Das Fundament einer der beiden Hallen wurde in eine etwa zwei Meter tiefe Erdwanne gelegt, so dass sich Regen- und Schmelzwasser auf dem Boden sammeln können. Ortsvorsteherin Carmen Klockow (Bürgerbündnis) spricht von einem „Schildbürgerstreich“.

Nicht überall läuft es nach Plan

Auch in Babelsberg, bei der Notunterkunft für Flüchtlinge an der Sandscholle, läuft noch nicht alles nach Plan. Die Gemeinschaftshalle für Kochgelegenheiten, Waschmaschinen, Büros und Aufenthaltsbereich ist noch nicht fertig. Dort waren Ende November die ersten Flüchtlinge in zwei Leichtbauhallen eingezogen.

Der schlammige Platz zwischen den Hallen ist laut Betreiber Awo aber inzwischen mit Schotter ausgelegt.

Die Bauabnahme könne nach ihrem Dafürhalten so nicht erteilt werden. „Die Menschen können ja nicht mit nassen Füßen in der Halle leben“, sagt die Ortsvorsteherin. Weiteres Problem: Um die höher gelegenen Sanitäranlagen zu erreichen, müssten die Flüchtlinge erst den schrägen Erdwall hochklettern. „So etwas Absurdes“, schimpft Klockow. Hier müsse wohl eine provisorische Treppe angebaut werden. Für das Aufstellen der Hallen verantwortlich ist die Stad, genauer der Kommunale Immobilien Service (Kis). Bis Freitagabend war seitens der Verwaltung keine Stellungnahme zu bekommen.

Die Awo hat die Probleme an die Stadt gemeldet

Betreiberin der Notunterkunft wird die Potsdamer Arbeiterwohlfahrt (Awo). Deren Geschäftsführerin Angela Basekow sagte am Freitag der MAZ, sie habe sämtliche Probleme gegenüber der Stadt angesprochen. Bis Montag sei ihr eine Antwort zugesichert worden. „Es ist gut, dass wir die Probleme frühzeitig erkannt haben. Ich hoffe, dass sie noch rechtzeitig gelöst werden können“, so Basekow. Einen definitiven Fertigstellungs und -einzugstermin könne sie nicht nennen.

Ursprünglich hatte die Neu Fahrländer Willkommensinitiative am Dienstag mit den ersten Flüchtlingen gerechnet. Auch ein Fest, um die neuen Nachbarn zu begrüßen, sei schon in Vorbereitung. „Das wird nun auf unbestimmte Zeit verschoben“, so Klockow. Ursprünglich war sogar der 1. Dezember als Einzugstermin für bis zu 96 Flüchtlinge anberaumt gewesen.

Umstrittene Flüchtlingshallen – über 300 Menschen bei Versammlung

In Neu Fahrland waren die Pläne der Stadt, die Hallen neben der Kita „Kinderland“ aufzustellen, auch auf Widerstand gestoßen. Bei einer Anwohnerversammlung im Oktober kamen mehr als 300 Menschen. Der vorgesehene Raum reichte nicht aus, die Veranstaltung musste ins Freie verlegt werden. Weil der Ortsbereit bei der Standortentscheidung nicht einbezogen war, hatte die ehrenamtliche Ortsteil-Chefin Carmen Klockow sogar Beschwerde bei der Kommunalaufsicht eingelegt.

Insgesamt gibt es in der Landeshauptstadt vier kommunale Standorte für solche Hallenunterkünfte. Bezogen ist bereits das Quartier an der Sandscholle in Babelsberg. Drewitz und das Freiland-Gelände in Babelsberg folgen.

Von Marion Kaufmann

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