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Herrenhaus in Rogäsen wird saniert

Beginn im Seitenflügel Herrenhaus in Rogäsen wird saniert

Am Seitenflügel des Herrenhauses in Rogäsen haben die Arbeiten an Dach und Gesims begonnen. Bis 2018 wollen die Besitzer Marion und Karl Geyer mit Hilfe von Fördermitteln insgesamt rund 1,2 Millionen Euro in die Sanierung des Denkmals nach historischem Vorbild stecken.

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Der Rogäsener Schlossbesitzer Karl Geyer vor dem eingerüsteten Seitenflügel.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Rogäsen.
Der Seitenflügel ist der erste Bauabschnitt: Die alte Dacheindeckung ist runter. Fachleute der Restaurierungsfima Gottschalk aus Friesack arbeiten am Gesims. Dazu gesellen sich Timpe-Zimmerer aus Lütte, um einzelne schadhafte Balken an der Konstruktion des Daches auszutauschen. Noch in diesem Jahr erhält es historische Biberschwanzziegel, die Dachbaukunst aus Quedlinburg verlegt. „Alles fantastische Handwerker, die viel Denkmalerfahrungen und Liebe zum Detail mitbringen“, sagt Schlossbesitzer Karl Geyer. Wegen der Patina hat er von einem Privatmann aus Mecklenburg-Vorpommern die Biberschwänze gekauft, die von einer alten Brennerei aus dem Jahre 1860 stammen. 30.000 Stück.

Endgültiger Umzug in zwei Jahren

Bis 2018 wollen Karl und Marion Geyer mit Hilfe von Fördermitteln insgesamt rund 1,2 Millionen Euro in die Sanierung des Rogäsener Herrenhauses nach historischem Vorbild investieren. Das Ehepaar hatte die Gutsanlage im Sommer 2013 von den Vorbesitzern Ute und Christoph König gekauft. Noch ist Nürnberg der Hauptwohnsitz der Geyers, die aber jedes Wochenende nach Rogäsen pendeln. Nach der Pensionierung des 59-Jährigen, der leitender Kriminalbeamter ist, wollen sie im Frühjahr 2017 endgültig in den Fiener Bruch ziehen. Das Herrenhaus ist 1765 auf den Grundmauern des aus dem 15. Jahrhunderts stammenden Rittergutes errichtet worden. Erster Besitzer war der Landrat von Werder. Friedrich der Große soll den Bau mitinitiiert haben, worum sich überlieferte Anekdoten ranken.

Die Geyers nutzten die Zeit seit dem Kauf, um mit dem Potsdamer Architekten Gerald Kühn von Kaehne ein Nutzungskonzept zu arbeiten und den Bauantrag einzureichen, der im März von der Unteren Bauaufsicht genehmigt wurde. „Parallel haben wir Gespräche mit Fördermittelgebern und Bewilligungsbehörden geführt“, berichtet der Bauherr. Mit dem Landkreis, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Lokalen Aktionsgruppe Fläming-Havel, über die beim Ministerium für ländliche Entwicklung ein Antrag laufe.

Dankbar für die Unterstützung

Geyer ist dankbar für die Unterstützung. „Denn ohne Förderung wäre das nicht so schnell zu stemmen.“ Das Ehepaar macht sich aber keinen Druck. Im Haupthaus renovierte es auf eigene Kosten private Wohnräume und ließ im Erdgeschoss das Parkett überarbeiten. „Wenn es das Wetter es zulässt, gehen wir vor dem Winter auch noch die Fassade des Seitenflügels an“, überlegt Geyer.

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Danach folge der Innenausbau zum „Bed & Breakfast“ mit vier Doppelzimmern in gehobenem Standard und kleinem Wellnessbereich im Souterrain. „Erste Gäste erwarten wir vielleicht schon Ende nächsten Jahres.“ Zum zweiten Bauabschnitt gehören auch Dach und Arbeiten im Inneren des Haupthauses. Als dritter sei 2018 die Wiederherstellung der Fassade nach historischem Vorbild mit den Fensterfaschen von 1765 geplant.

Musikfestspiele gehen weiter

An ihrem Nutzungskonzept halten Geyers fest: Sie wollen das denkmalgeschützte Herrenhauses neben dem eigenen Wohnen und „Bed & Breakfast“ zu einem Ort für kleinere kulturelle Veranstaltungen entwickeln. Räume im Erdgeschoss böten sich für Lesungen, Kleinkunst oder Vorträge an, aber auch für Familienfeiern, Jubiläen und Hochzeiten. Das Trauzimmer und einen Beschluss des Amtsausschusses Wusterwitz gibt es schon, die Verwaltung bereitet gerade den Vertrag vor. Fortgesetzt werden die zweimal im Jahr stattfindenden Konzerte der Havelländischen Musikfestspiele.

Neben der Dauerausstellung zur Geschichte des Anwesens sind wechselnde Sonderschauen regionaler Künstler und ein Ausstellungsshop mit regionalen Produkten geplant, wo dann auch die Rogäsener Schlosswaffel verkauft werden soll. „Mit Stenger-Waffeln sitzen wir an der Vermarktungsstrategie“, erzählt Geyer, der sich mit seiner Gattin wohlfühlt in Rogäsen. „Wir genießen die Ruhe, das Umfeld und die vielen freundlichen Kontakte.“

Von Claudia Nack

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