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Immer mehr Brandenburger ziehen ins Grüne

Bauboom in Brielow Immer mehr Brandenburger ziehen ins Grüne

Vor den Toren der Stadt Brandenburg boomt das Immobiliengeschäft. Neben Brielow Seehof ist Brielow Süd eine der beliebtesten Adressen für Häuslebauer geworden. 70 Prozent der Käufer sind junge Familien mit Kindern. Und fast alle Neu-Brielower wechseln von der kreisfreien Stadt in den Landkreis Potsdam-Mittelmark.

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Bauen im Blumenviertel: Der Tulpenweg ist kaum fertig, da werden schon die ersten Häuser hochgezogen.

Quelle: F. Bürstenbinder

Brielow. Rosenweg, Nelkenweg – und jetzt der Tulpenweg. Diese Straße gab es bisher nur auf dem Papier. Jetzt macht die rund 200 Meter lange Pflasterstrecke mit dem blau-weißen Namenschild das Brielower Blumenviertel komplett. Der erste Teilabschnitt des Tulpenweges erschließt 15 neue Baugrundstücke. Die ersten Rohbauten stehen schon. „Alle Parzellen sind verkauft“, freut sich Projektentwickler Mario Mischker. Er denkt schon an die bevorstehende Verlängerung des Tulpenweges. In einem zweiten Abschnitt ist Platz für weitere 24 Eigenheime. Davon sind 16 Grundstücke schon vergeben.

Vor den Toren der Stadt Brandenburg boomt das Immobiliengeschäft. Neben Brielow Seehof ist Brielow Süd eine der beliebtesten Adressen für Häuslebauer geworden. 70 Prozent der Käufer sind junge Familien mit Kindern. Und fast alle Neu-Brielower wechseln von der kreisfreien Stadt in den Landkreis Potsdam-Mittelmark. Mit dem Blumenviertel hat die Gemeinde Beetzsee den letzten großen Bauplatz vorrätig, wie es ihn so wohl nie wieder geben wird. Wenn die letzten Grundstücke in zwei Jahren bebaut sind, werden im Plangebiet Brielow Süd insgesamt an die 90 Eigenheime entstanden sein. Und die Kommune kann sich über mindestens 200 Einwohner mehr freuen.

Billige Kredite treiben

Rainer Britzmann, Bürgermeister der Gemeinde Beetzsee, sagte der MAZ: „Wir haben alles dafür getan, um dem Investor die Realisierung seiner Vorhaben zu ermöglichen. Jetzt freuen wir uns über die gute Nachfrage.“ Der Abverkauf der bis zu 800 Quadratmeter großen Grundstücke wird getrieben von billigen Krediten, einem stabilen Arbeitsmarkt und der Nähe zur Stadt Brandenburg. Angesichts der bald zu Ende gehenden Vermarktung sieht sich Projektentwickler Mischker in seinem Engagement bestätigt: „Ich habe immer an den Erfolg geglaubt. Denn gebaut wird immer. Auch wenn die Nachfrage nicht immer so rasant ist, wie im Augenblick.“

Einwohnerzahl sinkt

Seit der Wende sind hunderte Brandenburger in die Wohnparks der Gemeinde Beetzsee umgezogen. Radewege Nord, Brielow Taubenstraße und An der Brielower Aue sind längst ausgelastet. Auf dem Seehof werden die letzten Parzellen vermarktet. Im Tulpenweg gibt es freie Grundstücke.

Trotz der Zuwanderung verliert die Gemeinde Beetzsee an Bevölkerung. Brielow ist wieder unter 1500 und Radewege unter 1000 Einwohner gerutscht. Geburten und Zuzüge gleichen die Sterbefälle nicht aus.

Dass derzeit in Brielow überhaupt so viele freie Wohngrundstücke auf den Markt kommen, war nie geplant. Brielow Süd sollte eigentlich ein Gewerbepark werden. Doch es blieb bei der Kark Maschinenfabrik als einzigem Investor. Mischker erkannte das Potenzial der brach liegenden Flächen und erwarb das Areal aus einer Insolvenzmasse heraus. Neben dem Buchenweg entstanden Erschließungsstraßen, wie der Rosenweg und der Nelkenweg. Diese sind inzwischen restlos zugebaut.

Auf dem Gelände des heutigen Tulpenweges hatte sich Mischker zunächst vergaloppiert. Südlich von Kark wollte der Investor eigentlich Ferienwohnungen bauen. Ein im damaligen Gemeinderat höchst umstrittenes Projekt. Es scheiterte schließlich an fehlenden Geldgebern. Wieder wurde der Bebauungsplan geändert. Nun entstehen auch dort Grundstücke für Einfamilienhäuser – zum Quadratmeterpreis für 66 bis 68 Euro.

Zauneidechse macht Faxen

Das ist weniger als für die allerletzten Parzellen auf dem Seehof und etwas mehr als die Durchschnittspreise in der Brielower Ortslage. Für die Erschließung sorgt die Holz- und Tiefbaugesellschaft Wenzlow. Selbst Bauleiter Torsten Pauluth staunt über das Tempo der privaten Bebauung: „Wir haben Anfang April mit den Arbeiten begonnen, die ersten Eigentümer zogen fix mit ihren Baufirmen hinterher.“ Wann die Wenzlower den zweiten Teilabschnitt des Tulpenweges errichten, ist derzeit noch unklar.

Schuld daran ist die Zauneidechse. Für die geschützte Art wurden Lesesteinhaufen auf dem Areal einer künftigen Streuobstwiese angelegt, die beide Bauabschnitte von einander trennen wird. Je nachdem wie die Eidechsen ihr neues Habitat annehmen, werden in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde die Bagger im Brielower Blumenviertel wieder rollen.

Von Frank Bürstenbinder

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