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Immobilienpreise in Potsdam explodieren

Deutliche Preissteigerung in den letzten fünf Jahren Immobilienpreise in Potsdam explodieren

Sanssouci, der Neue Garten und das Holländische Viertel – Potsdams hat viele schöne Ecken. Das haben auch die Immobilienmakler gemerkt. Die Preise für Wohnungen und Häuser sind in den vergangenen Jahren nahezu explodiert. Das malerische Stadtbild ist aber nur ein Grund dafür.

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Ein „Zu verkaufen“-Schild sieht man in Potsdam eher selten: Erschwingliche Wohnungen sind zumeist schnell weg.

Quelle: Foto: Fotolia

Potsdam. Das Schnäppchen liegt Am Stern. Eine Eigentumswohnung für 49.100 Euro, Baujahr 1975, saniert, Balkon, Keller. Die Wohnung ist die günstigste, die das Portal Immowelt für Potsdam ausspuckt. Haken an der Sache: Für Familien taugt sie nicht. Das Appartement hat nur ein Zimmer und ist 35 Quadratmeter klein. Mit einem Preis von 1398 Euro/m² liegt das Angebot aber noch deutlich unter dem Durchschnittspreis, den Immowelt in einem aktuellen Ostdeutschland-Vergleich für Potsdam ausruft. 2867 Euro/m² sind im Schnitt für Wohneigentum fällig – eine Preisteigerung von 38 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

Potsdam punktet mit starker Wirtschaftsleistung

Hinter Berlin, das in den vergangenen Jahren kräftig angezogen hat (3171 Euro/m², plus 88 Prozent im Vergleich zu 2010), liegt die Landeshauptstadt damit auf Rang zwei der 22 ostdeutschen Städte im Ranking. Am günstigsten wohnt es sich in Plauen. In der sächsischen Kreisstadt kann man schon für 404 Euro/m² Eigentümer eines Heims werden. Aber: An der Weißen Elster lebt es sich offenbar nicht so gut wie an der Havel. „Potsdam punktet neben seiner starken Wirtschaftsleistung, dem malerischen Stadtbild und dem hohen Freizeitwert durch seine Nähe zu Berlin“, heißt es in der Studie.

Katja Giller wundert Potsdams Spitzenplatz im Ranking nicht. „Das versteht sich fast von selbst“, sagt die Vorsitzende des Wertermittlungsausschusses beim Immobilienverband Berlin-Brandenburg (IVD). „Die Attraktivität ist einfach höher als in anderen Städten“, sagt sie. Aber: Ein niedliches Anwesen am Wasser allein ziehe die Leute nicht an. Es gebe auch deutlich mehr Arbeitsmöglichkeiten als in Cottbus, Neubrandenburg oder eben Plauen. Dass die Potsdamer Preise so deutlich nach oben geschnellt sind, findet Giller nachvollziehbar: „Das ist eine normale Marktentwicklung.“ Die Preissteigerung erkläre sich unter anderem durch einen großen Anteil von Neubauten, die mit hohen energetischen Standards errichtet sind – und für die mehr Geld verlangt werden kann. „Die Preise sind auch der Zinssituation geschuldet“, erklärt die Immobilien-Expertin weiter: Historisch niedrige Hypothekenzinsen animieren viele Anleger, ihr Geld in Beton zu investieren. Weil die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt deutlich höher sei als das Angebot, würden deutlich höhere Kaufpreise aufgerufen als noch vor fünf Jahren. Trotzdem wirbt Giller weiter für die eigenen vier Wände: „Wir raten jedem: Schafft euch Eigentum an“, sagt sie.

Fünf Zimmer in der Berliner Vorstadt kosten 1,5 Millionen Euro

In Potsdam für Normalverdiener kein leichtes Unterfangen. Insgesamt 255 Wohnungen finden sich bei der Immowelt-Suche. Die günstigste Drei-Raum-Wohnung (61 Quadratemeter) findet sich für 85.400 Euro. Lage: Am Stern. In der Waldstadt werden Preise für vergleichbare Wohnungen von 97.000 Euro aufgerufen. Für eine „Wohnung mit Balkon in bester Lage“ in Babelsberg Süd muss man dann schon 133.000 Euro hinlegen – für 58 Quadratmeter und drei Zimmer.

Rund elf Mal so viel kostet jenes Schätzchen: fünf Zimmer in der Berliner Vorstadt, 252 Quadratmeter Wohnfläche, 86 Quadratmeter Seeterrasse, Sauna. Für schlappe 1,5 Millionen Euro ist man dabei.

Von Marion Kaufmann

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