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In Gransee wird die Zweitwohnung richtig teuer

Änderung der Satzung In Gransee wird die Zweitwohnung richtig teuer

Eine Zweitwohnung in Top-Lage? Die wird in Gransee möglicherweise bald richtig teuer. Nach einem Gerichtsurteil muss die Stadt ihre Satzung verändern. Es zählt nun nicht mehr nur die Ausstattung, sondern auch die Lage und die Art der Wohnung. Einem sachkundigen Bürger bereitet die Erhöhung „Bauchschmerzen“.

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Quelle: dpa

Gransee. Eine veränderte Zweitwohnungssteuer wird auf die Granseer zukommen. Diskutiert wird sie derzeit. „Die Veränderung resultiert aus einem Gerichtsverfahren vom November des vergangenen Jahres“, erklärte Britta Franzen, Abteilungsleiterin Finanzen und Liegenschaften in der Amtsverwaltung. Der Richter habe in seinem Urteil die Art und Weise, wie die Steuer erhoben werde, angezweifelt. Die Granseer hatten sich in der Vergangenheit an der Ausstattung der Zweitwohnungen orientiert. Das reichte dem Richter nich als Steuermaßstab. Die Lage der Wohnung solle eine wesentliche Rolle bei der Berechnung spielen; auch die Art und Beschaffenheit der Zweitwohnung.

Die Verwaltung recherchierte und fand im Amt Beetzsee eine Satzung, an der sich die Granseer orientieren. Wird die Wohnung dauerhaft genutzt oder ist es ein Sommerhaus? Liegt sie im Stadtzentrum, wo es eine bessere Infrastruktur gibt? Befindet sie sich im Außenbereich? Oder ist es eine Wohnung in der Nähe eines Gewässers, wo der Erholungswert viel höher ist? Das sind Punkte, die bei der künftigen Berechnung zu beachten sind.

Die Idee: Es werden für die Berechnung drei Zonen zugrundegelegt: Zone 1: Wohnungen im Außenbereich nicht in Wassernähe (wegen baulicher Einschränkungen und fehlender Infrastruktur), Zone 2: Wohnungen in einem Ortsteil (mit ortsüblicher Erschließung), Zone 3: Wohnungen mit außerordentlich guter Lage (in Wassernähe). Der Steuersatz, der mit der neuen Satzung angepeilt wird, liegt bei 4,50 Euro pro Quadratmeter (Zone 2 als Normwohnung). Von diesem Satz sollen Abweichungen festgelegt werden. Konkret: der niedrigste Wert liegt dann bei 2,50 Euro, der höchste bei 7,20 Euro pro Quadratmeter. Die bisherige Spanne: von 1,64 Euro bis 4,10 Euro pro Quadratmeter.

„Wir können allerdings noch nicht sagen, welche Erträge die Stadt damit erzielen wird“, sagte Britta Franzen am Dienstagabend beim Finanzausschuss der Stadt. Damit kann sich Martina Witzlau (WG Bürger für Gransee) nicht anfreunden: „Das ist eine große Erhöhung. Wir beschließen seit geraumer Zeit nur noch Erhöhungen. Und jetzt wissen wir nicht genau, was auf die Bürger zukommt. Ich habe damit Bauchschmerzen.“ Das sieht auch Marc Berger (Sachkundiger Einwohner) so: „Wenn wir was beschließen, müssen wir doch wissen, wie die Bürger belastet werden!“ Andreas Hirtzel (Sachkundiger Einwohner) hat dazu eine andere Auffassung: „Wer hier die Infrastruktur nutzt, soll auch bezahlen.“ Ähnlicher Meinung ist Sebastian Beil (CDU): „Wir sind – verglichen mit Nachbarn wie Neuruppin oder Oranienburg – mit diesen Vorschlägen mittendrin und sollten die Bedingungen angleichen. Niemand wird überstrapaziert.“ Marianne Albrecht wundert es, dass es noch keinen Überblick darüber gibt, wie sich die veränderte Satzung niederschlägt. Um Verständnis bat dafür Manfred Richter, Fachbereichsleiter Finanzen, „da die Mitarbeiter sehr ausgelastet sind. Es ist nur wenig Personal“. Er geht davon aus, dass es für die Zahler einer Zweitwohnungssteuer „eine moderate Erhöhung“ geben könnte.

Der Ausschuss gibt den Stadtverordneten die Empfehlung, die neue Satzung zu beschließen, allerdings sollten an dem Tag einige Beispiele aufgezeigt werden, wie sich die neue Satzung im konkreten Fall auswirkt.

Von Stefan Blumberg

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