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Industriebrache für exklusives Wohnprojekt

Erster Spatenstich für Neuruppiner Seetor Residenz Industriebrache für exklusives Wohnprojekt

Bis Mitte 2016 sollen auf einer ehemaligen Neuruppiner Indrustriebrache 67 Eigentumswohnungen für zahlungskräftige Käufer entstehen. Jahrzehntelang war der Boden mit Ausgangsstoffen für die Feuerlöscherproduktion verseucht werden. Der Bauherr sagt, er habe alle Altlasten beseitigt.

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Erster Spatenstich für die neue Luxus-Wohnanlage. Mit Spaten: Prima-Solar-Chef Ronny Rohr, Ministerin Kathrin Schneider, Bürgermeister Jens-Peter Golde und Prima-Service-Geschäftsführer Henry Bloch.

Quelle: Frauke Herweg

Neuruppin. Die Wohnungen in der besten Lage – vorne am Wasser – sind schon fast alle weg. Verkauft an Neuruppiner, Berliner und Hamburger. Beim ersten Spatenstich für die exklusive Wohnanlage „Seetor-Residenz“ konnte Prima-Service-Geschäftsführer Henry Bloch am Dienstag entspannt für 13-Millionen-Euro Projekt werben. Bevor auch nur ein Stein für das Projekt am Seeufer verbaut ist, sind bereits 34 der 67 geplanten Eigentumswohnungen verkauft. „Neuruppin entwickelt sich zum Starnberg Berlins“, soll einer von Blochs Kunden behauptet haben.

Mitte kommenden Jahres, so Prima Service, können die ersten Bewohner einziehen. In der nächsten Woche beginnen die Arbeiten an der Bodenplatte. „Ende des Jahres“, so kündigte Bloch an, „steht der Rohbau“. Dass sich die ersten Wohnungen zügig verkaufen ließen, erklärt sich Bloch auch mit der benachbarten Therme: „Wer einmal in der Therme war, weiß wie schön Neuruppin ist.“

Bislang sind die Neuruppiner unter den Käufern noch in Überzahl. Doch inzwischen melden sich immer mehr Berliner und Hamburger bei Bloch. Sie lockt die geplante Marina mit 50 Liegeplätzen. Doch Bloch wirbt auch mit dem Service an der Rezeption – bei Bedarf können sich Wohnungseigentümer dort gekühlten Weißwein, ein Lunchpaket oder den Wochenendeinkauf bestellen.

„Die Hauptstadtregion wächst vor allem im direkten Berliner Umland“, sagte Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (parteilos). Aber inzwischen entwickelten sich mit Neuruppin oder Fürstenwalde „auch die Städte aus der so genannten zweiten Reihe“. Für Schneider schließt die Seetor-Residenz auch die bisherige Lücke zwischen See und Neuruppiner Altstadt. „Die Therme wird eingebettet in die Stadtentwicklung und liegt nicht mehr am Rande der Stadt.“

Vor Beginn der Bauarbeiten hatte Prima Service zwei große Hürden nehmen müssen. Der Bauherr musste den weichen Baugrund stabilisieren und vor allem den mit Altlasten dekontaminierten Boden entsorgen. „Alle Altlasten sind jetzt komplett beseitigt“, sagte Bloch. Jahrzehntelang war heikle Chemie in den Boden gesickert, wenn das Neuruppiner Feuerlöschgerätewerk beliefert worden war. Der Boden wurde deshalb bis zu einer Tiefe von 5,50 Metern ausgetauscht.

Nach Angaben Blochs fand sich das wenigste Gift auf dem eigentlichen Baugrundstück. Vor allem die städtischen Nachbarflächen waren mit Ausgangsstoffen für die Feuerlöscherproduktion belastet. Auch dort ließ Prima Service den Boden ausbaggern und entsorgen – um ein Übertreten der Giftstoffe von dort zu verhindern. Etwa eine Million Euro kosteten die Arbeiten. „Ein Sorgenkind der Stadt ist jetzt dekontaminiert“, sagte Bürgermeister Jens-Peter Golde.

Um sicher zu gehen, dass das Areal nicht doch noch mit Schadstoffen belastet ist, werden zusätzlich zu den zwei alten vier neue Grundwassermessstellen eingerichtet. Schließlich wurden die Erdschichten durch das Ausbaggern viel bewegt. Dabei könnte Gift, das in tieferen Schichten lagerte, peu à peu nach oben gedrückt werden. Diese theoretische Gefahr wollen die Behörden nicht aus den Augen verlieren. Deshalb sollen die Messstellen halbjährlich ausgewertet werden.

Die Vorsicht hat einen Grund: Immerhin war in Neuruppin zwischen Arbeitsamt und Ruppiner See ein Wohngebiet entstanden, obwohl der Landkreis spätestens seit 1999 wusste, dass das Areal verseucht ist. Auch die Stadt hätte davon wissen müssen. Denn die Stadtwerke hatten das verseuchte Wasser, das beim Ausbaggern für das damals neue Gebäude des Arbeitsamtes zutage getreten war, entsorgt. Gleichwohl waren die Bewohner erst 2009 über das Gift unter ihren Füßen informiert worden (die MAZ berichtete).

Von Frauke Herweg und Andreas Vogel

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