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Jute-Spinnerei wird saniert – Gesamtkomplex hat 430 Wohnungen

Wohnungsbau in Potsdam Jute-Spinnerei wird saniert – Gesamtkomplex hat 430 Wohnungen

Einsam trotzt die alte Jute-Spinnerei am Zentrum-Ost dem Verfall, doch sie geht einer neuen Zukunft entgegen. Eine Firma aus Magdeburg will sie sanieren und 29 Eigentumswohnungen in ihr schaffen. Ringsherum werden moderne Bauten errichtet mit rund 400 Wohnungen.

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So soll die alte Jute-Spinnerei bald aussehen.

Quelle: Simulation: INvestor

Mitte. Die letzte große Brache der Potsdamer Innenstadt wird jetzt bebaut: Zwischen Hauptbahnhof und Zentrum-Ost entstehen 430 neue Wohnungen, davon 29 in der historischen Jute-Spinnerei, die seit vielen Jahren einsam auf einem rund 23000 Quadratmeter großen Grundstück dem Verfall trotzt, aber immer noch prächtig aussieht.

Rund 40 Millionen Euro will die Wohnen an der Nuthe Vermögensverwaltungs GmbH Magdeburg aus Kreditmitteln hier investieren und im 2. Quartel kommenden Jahres mit dem Bau beginnen. Ende 2018 möchte Geschäftsführer Alexander Gottschald mit der Vermietung beginnen. Das geht aber nur, wenn ein Antrag der Grünen scheitert oder zurückgenommen wird, eine Veränderungssperre über das Gebiet zu verhängen und ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten.

Das würde Gottschald zufolge mindestens vier Jahre Verzug bedeuten. „Dabei haben wir Baurecht und würden das auch durchsetzen“, sagte Gottschald am Mittwoch der MAZ. Der positive Bauvorbescheid der Stadt umfasse das gesamte Grundstück und ist nach Darstellung der städtischen Bauleitplanerin Viola Holtkampf auch nicht abzulehnen. Für das Spinnereigebäude hat die Stadt bereits die Baugenehmigung erteilt, für die Umgebungsbauten noch nicht.

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Die Investoren hatten ihr Projekt beim Potsdamer Gestaltungsrat vorgestellt, der ein Werkstattverfahren vorschlug. Aus dem gingen zwei Architektengruppen als Sieger hervor, das Büro Lorenzen aus Kopenhagen und Berlin als Erster, das Büro Fuchshuber aus Leipzig als Zweiter. Gottschalds Firma entschied sich für Fuchshuber und veranlasste Nachbesserungen, was vor allem den Bau eines Gebäuderiegels an der Friedrich-List-Straße betrifft, der als Schallschutz gegen den Lärm der Bahn fungiert.

Auch die Baumassen an der Lotte-Pulewka-Straße wurden gegenüber den ersten Entwürfen gelockert, um freiere Durchblicke auf das Spinnereigebäude als Glanzstück des Ensembles zu erlauben. Dass Gottschald nicht den ersten Siegerentwurf umsetzt, sondern den zweiten, ließ die Grünen-Stadtverordnete Saskia Hüneke stutzen und Unrecht vermuten. Der Investor besteht aber auf seinem Recht, die Siegerentwürfe weiterzuentwickeln. „Wir hätten auch den Viertplatzierten nehmen können“, bekräftigt Gottschald. Er rechnet damit, das Missverständnis bis zur Oktobersitzung des Bauausschusses auszuräumen.

Die Jutespinnerei der Gebrüder Arntz und Busch war 1863 in Betrieb gegangen. Im Zuge der Sanierung wird sie um ein zurückgesetztes Staffelgeschoss erhöht.

Von Rainer Schüler

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