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Kein Termin mehr zum Bauende

Projekt Judenhof in Perleberg Kein Termin mehr zum Bauende

Nachdem schon der September-Termin geplatzt war, sollte das Besucher- und Informationszentrum im Perleberger Judenhof Ende des Jahres fertig sein. Bauamtsleiter Hagen Boddin bezeichnete dies jetzt als unwahrscheinlich. Auch einen neuen Termin könne er nicht nennen. In der Kritik steht Architekt Stefan Kunzemann, dem ein katastrophaler Bauablauf vorgeworfen wird.

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Die Glasfassade ist bereits eingebaut, noch wird sie aber von Holzplatten geschützt und verdeckt.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. Die Fertigstellung des Besucher- und Informationszentrums im Judenhof ist nicht absehbar. Im Perleberger Hauptausschuss sagte am Donnerstagabend Bauamtsleiter Hagen Boddin auf die Frage, ob mit einer Fertigstellung bis zum Jahresende zu rechnen sei: „Das ist unwahrscheinlich.“ Ursprünglich sollte am 19.  September die Übergabe des Gebäudes an den Kulturverein gefeiert werden. Später hatte Architekt Stefan Kunzemann den 23. Dezember als Termin in Aussicht gestellt. Der Bauamtsleiter sagte, er könne derzeit nicht sagen, wann das Gebäude übergabereif sein werde. Auch nach Rücksprache mit dem Architekten könne er keinen Termin nennen. Er schätze, dass sich die Bauarbeiten noch ein ganzes Stück weit in das Jahr 2016 ziehen.

Der Bauamtsleiter nahm Stellung zu einer Reihe von Fragen, die Klaus Röpke (SPD) am 10. November im Stadtentwicklungsausschuss gestellt hatte. Der Stadtverordnete hatte unter anderem gefragt, warum es auf der Baustelle nicht weiter gehe und ob der Architekt mit der Aufgabe überfordert sei? Hagen Boddin bezeichnete den Bauablauf als katastrophal. Es bestünden erhebliche Planungsdefizite. Viele Details seien offen und würden erst während der Bauarbeiten geklärt.

Dirk Rumpel (Linke) wollte wissen, wie es überhaupt gekommen sei, dass der Architekt mit dem Ausbau des alten Garagengebäudes zu einem Besucher- und Informationszentrum beauftragt wurde? Wie der Bauamtsleiter erklärte, hat Stefan Kunzemann die Gestaltungsidee erarbeitet. Da er am besten mit dem Projekt vertraut ist, sei es naheliegend gewesen, dass die Stadt ihn auch mit der Bauausführung beauftragt. Die bereits wiederholt vorgebrachte Frage, ob dem Architekten der Auftrag entzogen werden sollte, wurde dann im nichtöffentlichen Teil der Sitzung beraten. Der Bauamtsleiter hatte in der Vergangenheit, einen solchen Schritt als problematisch bezeichnet.

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Hans-Christian Sauer vom Sanierungsträger Big Städtebau ging auf die Frage ein, inwieweit durch den Bauverzug Mehrkosten entstehen? „Die Fördermittel aus dem ASZ-Programm wurden abgerufen und stehen zur Verfügung“, erklärte er. Das Projekt wird über das Programm „Aktive Stadtzentren“ zu 80 Prozent gefördert. „Es stehen ausreichend Mittel zur Verfügung“, ergänzte Hans-Christian Sauer, „auch wenn Mehrkosten entstehen.“ Auch wenn die Mittel noch nicht abgerufen sind, so seien noch keine Zinsen angefallen. „Die Zinsuhr beginnt ab März zu ticken“, erklärte er.

Stefan Kunzemann hat die bereits mehrfach vorgebrachten Kritiken stets zurück gewiesen. Durch zusätzliche Wünsche sei das Bauvorhaben verkompliziert worden. Ein Trabant wurde bestellt und jetzt soll es ein Mercedes werden, hatte er dazu gesagt.

Von Michael Beeskow

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