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25 Jahre GWV Ketzin Leerstand fast null

Am 25. Juli 1990 wurde die Gemeinnützige Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH Ketzin gegründet. Von den damals 60 Mitarbeitern ist das Unternehmen inzwischen auf zehn geschrumpft. Im Bestand sind heute 982 Wohnungen.

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Im Mühlenweg 2 in Ketzin gibt es einen Außenfahrstuhl.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Ketzin/Havel. Das Wort „Gemeinnützig“ im Namen der Ketziner Wohnungsgesellschaft ist vor zwei Jahren weggefallen. Trotzdem heißt das Unternehmen noch GWV. Der neue Name steht für „Gemeinschaftlich Wohnen verbindet“, weiß Geschäftsführer Heinz Kreutzer. „Weil die Leute sich an GWV gewöhnt hatten, wollten wir das nicht aufgeben. Also haben wir lange gesucht, bis wir etwas gefunden hatten, was zu Zielen der Wohnungsgesellschaft Ketzin passt.“

Das Gemeinschaftliche wird tatsächlich groß geschrieben bei der GWV. Nicht, dass alle rund 1500 Bewohner aus den 982 Wohnungen, die sich auf Ketzin/Havel, Nauen und Wustermark verteilen, ständig gemeinsam feiern würden. „Aber in kleiner Runde, pro Wohnblock oder pro Straßenzug, kommt das vor. Zum Beispiel wird nach Arbeitseinsätzen gegrillt“, sagt Kreutzer. Um das Wir-Gefühl zu stärken, werden auch etwa 100 Mieter, die sich um die GWV verdient gemacht haben, am 17. Juli in die Kulturscheune Paretz eingeladen, wenn die GWV ihr 25-jähriges Bestehen begeht.

Fragt man Heinz Kreutzer, der seit 2007 den in Ruhestand gegangenen langjährigen Geschäftsführer Erhard Zeine ablöste, nach einem Prestigeobjekt, so verweist er auf das gerade im Bau befindliche Mehrgenerationenhaus an der Rudolf-Breitscheid-Straße/Ecke Feldstraße in Ketzin. 20 barrierefreie Wohnungen entstehen dort. Die GWV investiert rund 2,5 Millionen Euro. „Es ist das erste Neubauvorhaben in Eigenregie nach der Wohnanlage im Finkenweg in der 90er-Jahren“, sagt Kreutzer. Dass sich bereits 60 Interessenten für die Wohnungen gemeldet haben, zeige, dass es Bedarf gebe und die Entscheidung der GWV richtig war.

Ebenso richtig und wichtig sei es gewesen, 2008 ein sogenanntes Leerstandsbeseitigungsprogramm einzuführen. Dahinter verbirgt sich das Ziel, nach Mieterwechseln die Wohnungen so schnell wie möglich wieder zu vergeben. In der Praxis heißt das, ein Mitrabieter der GWV geht nach Eingang der Kündigung eines Mieters in die Wohnung, nimmt Schäden auf und hält fest, was verändert werden muss. „So können Handwerker oder Maler unmittelbar nach Auszug rein“, erklärt der Geschäftsführer. Das Ergebnis spricht für sich: Hatte die GWV 2007 noch sieben Prozent Leerstand, sind es jetzt nicht mal ein Prozent. Der Mittelwert bei Wohnungsunternehmen in Brandenburg liege bei acht bis neun Prozent.

Die Gesellschafter

Bei der Gründung der GWV Ketzin am 25.Juli waren Vertreter der Gemeinden Buchow-Karpzow, Elstal, Etzin, Hoppenrade, Priort, Wachow, Wustermark, Zachow und der Stadt Ketzin dabei.

Erste Geschäftsführer war Erhard Zeine, der bis 2007 den Posten inne hatte.

Nach der Umwandlung von einem VEB in eine GmbH blieben von den ehemals 60 Mitarbeitern noch zehn übrig.

Er folgten noch 1990 Austritte der Stadt Ketzin und der Gemeinde Zachow, als neue Gesellschafter aufgenommen wurden 1991 Groß Behnitz, Klein Behnitz und Falkenrehde.

1992 kommen Markee, Tremmen und Wernitz dazu. Die Stadt Ketzin kehrt zurück, genau wie Zachow im Jahr 2002.

Die Gemeinde Bergerdamm wird 1993 Mitgesellschafter.

Nach der Gemeindegebietsreform 2003 blieben von 14 nur noch drei Gesellschafter übrig: Ketzin, Nauen und Wustermark.

Dazu beigetragen haben neben vielen Investitionen und Sanierungen wie in den Blöcken im Mühlenweg und in der Fontanesiedlung in Ketzin sowie in Groß Behnitz und Wachow vor allem ein verbesserter Service, wie es Heinz Kreutzer nennt. „Wir haben ein eigenes Notdienstsytem eingeführt. Ein Mitarbeiter der Verwaltung ist nachts und an Wochenenden in telefonischer Bereitschaft. Wenn ein Mieter anruft, hat er jemanden in der Leitung, der nicht irgendwo in einem Call-Center sitzt, sondern sich vor Ort auskennt. Der Mitarbeiter entscheidet nach dem Anruf, ob es tatsächlich ein Notfall ist oder eine Reparatur am nächsten Tag reicht.“

Trotz aller positiven Entwicklungen stößt die kleine Ketziner Wohnungsgesellschaft mit insgesamt nur zehn Angestellten, beim Thema Barrierefreiheit an ihre Grenzen. Derzeit gibt es im Mühlenweg 2 die einzigen 14 Wohnungen, die komplett barrierefrei sind. Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Stadt Ketzin verfügte bereits über einen Aufzug. Die Grundrisse wurden geändert, behindertengerechte Bäder und breitere Türen eingebaut, alle Schwellen entfernt. „Letzteres machen wir in anderen Wohnstandorten auch. Aber überall einen Fahrstuhl anzubauen ist aus Kostengründen und technisch nicht machbar. Auch sind viele Balkone so klein, dass ein Rollstuhlfahrer dort gar nicht rauf könnte“, sagt Heinz Kreutzer.

 

 

Von Jens Wegener

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