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Krampnitz – ein CO²-neutraler Stadtteil

Energie- und Verkehrskonzept vorgestellt Krampnitz – ein CO²-neutraler Stadtteil

Noch verbindet man mit dem Namen Krampnitz ein leerstehendes Kasernenareal. Doch im Potsdamer Norden soll ein Vorzeigestadtteil entstehen, dessen Energieversorgung gänzlich ohne fossile Brennstoffe auskommen soll. Das Konzept wurde am Mittwoch im Potsdamer Rathaus vorgestellt. Sogar eine mögliche Tram-Anbindung wurde bereits eingeplant.

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Mitten durch den neuen Stadtteil sollen Autos – und ab 2025 vielleicht auch eine Tram – nach dem städtebaulichen Entwurf geführt werden.

Quelle: ProPotsdam

Krampnitz. Das auf dem früheren Kasernenareal Krampnitz geplante Wohngebiet soll Potsdams erster CO2-neutraler Stadtteil werden, kündigte Potsdams Baubeigeordneter Matthias Klipp am Mittwoch bei der Unterzeichnung eines Rahmenvertrags zwischen der Stadt, den Stadtwerken und dem zuständigen Entwicklungsträger an. Das bedeutet, dass der gesamte Wärme- und Stromverbrauch des Viertels, sowie der Betrieb von bestehenden Bus- und potenziellen Tramlinien ohne fossile Brennstoffe ermöglicht werden soll.

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Klimaneutral dank Bioabfall

Um dieses Ziel zu erreichen komme neben Erd- und Sonnenwärme, sowie Sonnenenergie vor allem der Bioabfall Potsdams zum Einsatz. „Es entsteht ein Kreislauf, in dem der Potsdamer Bioabfall vergärt und die daraus entstehende Energie direkt vor Ort wieder verbraucht wird“, kündigte Stadtwerke-Geschäftsführer Wilfried Böhme an. Für die dafür benötige Bioabfall-Vergärungsanlage gibt es zwei Varianten. Entweder man finde ein Grundstück in Marquardt oder Satzkorn, anderenfalls werde die Anlage auf der Deponie der Stadtentsorgung in der Fresdorfer Heide errichtet.

Straßenbahn wird nötig, kommt aber frühestens 2025

Gleichzeitig wurde ein klimaneutrales Mobilitätskonzept vorgestellt. Demnach sollen zuerst auf der Linie 609 – später auch auf den Linien 638 und 697 – nur noch Busse mit Hybrid-Antrieben eingesetzt werden. „Wir erwarten dann natürlich mehr Fahrgäste und wollen Gelenkbusse einsetzen. Langfristig werden wir aber selbst damit nicht auskommen. Wir haben deshalb eine Straßenbahnverbindung im Visier, die aber sicherlich nicht vor 2025 entstehen kann“, kündigte Oliver Glaser, technischer Geschäftsführer des Potsdamer Verkehrsbetriebs, an.

Ladestationen für Elektro-Autos

Eine Verlängerung der bereits beschlossenen Trasse zum Campus Jungfernsee koste rund 40 Millionen Euro. Im Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs für den Eingangsbereich des neuen Stadtteils sind die Schienen bereits dargestellt. Daneben sollen Park-and-Ride-Plätze mit Ladestationen für elektrische Autos und Fahrräder entstehen. Für die Hybrid-Busse sind zwei Ladestationen am Campus Jungfernsee und in Kartzow vorgesehen.

Der neue Stadtteil Krampnitz

Die Kasernenanlage Krampnitz entstand zwischen 1935 und 1939 als Kavallerie- und Panzertruppenschule. Die Kaserne wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1992 von sowjetischen und russischen Truppen genutzt und steht seitdem leer.

In zehn Jahren Bauzeit sollen nun auf insgesamt 150 Hektar Fläche etwa 1600 Wohnungen für 3800 Bewohner in historischen und neuen Gebäuden entstehen. Das Stadtteilzentrum am Kasernenturm und die Sanierung bestehender Bauten sollen in der ersten Bauphase realisiert werden.

Vor dem Baustart müssen noch die Eigentumsverhältnisse zwischen dem Land und einer Investorengesellschaft geklärt werden. Eine Gerichtsentscheidung wird im Herbst erwartet.

Über die Finanzierung des klimaneutralen Verkehrs- und Energiekonzepts hielten sich die Beteiligten bedeckt. Es sei ein „zweistelliger Millionenbetrag“ nötig, sagte Klipp. Förderanträge für EU-Gelder seien bereits beantragt. Er hoffe, „dass wir mit diesem Konzept die politischen Zweifel an dem Projekt ausräumen können.“

Von Peter Degener

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