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Landkreis betreibt Wohnheime künftig selbst

Ausbildung im Havelland Landkreis betreibt Wohnheime künftig selbst

Der Verein Horizont Nauen resigniert. Er hat seinen Betreibervertrag für die drei Azubi-Wohnheime im Havelland zum Ende des Jahres gekündigt. Die Anforderungen seien zu groß, heißt es. Nun wird der Kreis selbst aktiv und betreibt die Unterkünfte ab Januar 2016. Dafür werden einige Arbeitsplätze geschaffen.

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Das Lehrlingswohnheim des Landkreises in der Bahnhofstraße von Rathenow.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Der Landkreis bereitet sich darauf vor, seine Wohnheime für die Auszubildenden des Oberstufenzentrums (OSZ) Havelland künftig wieder selbst zu betreiben. Der Verein Horizont Nauen hat im Juni seinen Betreibervertrag zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt. Grundsätzlich wäre es möglich gewesen, das Betreiben der Unterkünfte wieder für freie Träger auszuschreiben. Doch geht man in der Kreisverwaltung davon aus, dass dafür die Zeit bis zum 1. Januar 2016 nicht mehr ausreichend gewesen wäre. „Wir machen es wieder in Eigenregie wie vor 20 Jahren“, hat Bildungsdezernent Roger Lewandowski (CDU) im Bildungsausschuss des Kreistages gesagt. „Und wir gehen davon aus, dass wir nicht mehr bezahlen als an einen Träger.“

Ein Wohnheim in Rathenow und zwei in Friesack

Der Landkreis hat ein Lehrlingswohnheim in Rathenow, Bahnhofstraße 3 bis 3b, und zwei in Friesack – wobei eines von diesen beiden gegenwärtig als Unterkunft für Asylbewerber verwendet wird. Zum 1. Januar 1998 war das Betreiben der Azubi-Heime an die damals kreiseigene Kinder- und Jugendwohnheime gGmbH übertragen worden. Als der Verein Horizont dann am 1. Januar 2004 vom Kreis dessen Kinder- und Jugendwohnheime gGmbH kaufte, übernahm er auch das Betreiben der Azubi-Unterkünfte mit.

Als Grund für seine Vertragkündigung, so teilt der Landkreis mit, habe Horizont angegeben, dass die vom Schulverwaltungsamt erhobenen Forderungen in den Jahren immer mehr gestiegen seien. Einem eigenständigen Wirken zum Betrieb der Heime sei dadurch kaum noch Raum gelassen worden. Die Verwaltung hat bestätigt, dass Horizont „über Jahre Schwierigkeiten hatte und immer noch hat“, den hohen Anforderungen an ein wirtschaftliches Betreiben gerecht zu werden. Insbesondere betreffe das die Umsetzung und Abrechnung der Zuwendungen des Landkreises. Der ist ja gesetzlich dazu verpflichtet, dem Verein Horizont im Rahmen eines Verlustausgleiches das Defizit zu erstatten, das dieser beim Betreiben der Wohnheime macht.

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Neun Stellen für das Heimpersonal werden jetzt ausgeschrieben

Sobald der Kreistag am 21. September den Beschluss zur Übernahme gefasst hat, soll der Stellenplan der Verwaltung um neun Personen erweitert werden. Noch in diesem Jahr werden dann die Stellen für das Heimpersonal ausgeschrieben: sieben Erzieher, eine Sachbearbeiterin und ein Hausmeister. Dazu kommt noch, dass ein Erbbaurechtsvertrag des Kreises mit Horizont wieder aufgelöst werden muss, der im April 2005 für den Friesacker Standort geschlossen worden war. Eigentlich sollte er bis zum Ende des Jahres 2104 gelten. Aber wenn Horizont die Objekte nicht mehr betreibt, ist auch das Erbbaurecht gegenstandslos geworden. Dezernent Roger Lewandowski sprach von einem „erheblichen Sanierungsstau“ in den beiden Friesacker Wohnheimen. Entsprechende Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen seien zeitnah umzusetzen.

Von Bernd Geske

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