Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Lindowsches Haus als neues Touristenzentrum

Stadt Werder will historischen Obstmuckerhof selbst sanieren Lindowsches Haus als neues Touristenzentrum

Das Lindowsche Haus ist der letzte ursprünglich erhaltene Obstmuckerhof in Werder. Die Stadt will das historische Anwesen am Plantagenplatz nun selbst sanieren und betreiben. Aus dem einstigen Obstbauernhof, der 1879 gebaut wurde, soll eine neue Anlaufstelle für Touristen und Gäste der Blütenstadt werden.

Werder 52.3647941 12.8700716
Google Map of 52.3647941,12.8700716
Werder Mehr Infos
Nächster Artikel
Der Speckgürtel boomt

Das Lindowsche Anwesen liegt am Plantagenplatz. Die Stadt hat es 2009 erworben.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Werder. Die Stadt will das Lindowsche Haus jetzt selbst sanieren und betreiben. Aus dem historischen Anwesen am Plantagenplatz soll Werders neues Zentrum für Touristen und Ausflugsgäste werden. Das bestätigte Christian Große (CDU), 1. Beigeordneter der Stadt, auf Anfrage. Über Einzelheiten hielt er sich noch bedeckt, weil der Plan erst den politischen Gremien vorgestellt werden soll. „Wir sind uns der Verantwortung bewusst, dass es das letzte ursprünglich erhaltene Obstmuckerhaus ist und wollen es einer öffentlichen Nutzung zuführen“, sagte er. Die Stadt arbeite an einem Konzept, wie dies geschehen könnte. „Ziel ist es, für unsere Touristen und Gäste ein neues Anlaufzentrum zu schaffen“, so Große, der betonte: Es steht alles noch unter dem Vorbehalt, dass die Stadtverordneten zustimmen. Ihnen soll demnächst eine Machbarkeitsstudie vorgelegt werden.

Im 1879 erbauten Lindowschen Anwesen könnte von der zentralen Zimmervermittlung bis zu einer Schau zur Obstbaugeschichte alles konzentriert werden, was mit der touristischen und regionalen Vermarktung zu tun hat. Dem Vernehmen nach soll das Obstbaumuseum, das sich momentan in der jetzigen Tourismus-Information in der Kirchstraße befindet, mit ins Lindowsche Haus einziehen. Es würde dort sehr gut hineinpassen. Die Lindows, nach denen der Hof benannt ist, gehörten zu den ersten Obstbauern in Werder, die Parzellen am Hang des Galgenbergs kauften und dort Obst anbauten.

Werders Obstmuckerhof

Das Lindowsche Anwesen am Plantagenplatz 9 wurde 1879 erbaut. Familie Lindow gehörte zu den ersten Obstbauern in Werder, die am Hang des Galgenbergs Obstplantagen anlegten.

Bekommt das Nutzungskonzept der Verwaltung den Segen der Stadtverordneten, würde das Obstbaumuseum wieder an den Plantagenplatz 9 zurückkehren. Die Stadt hatte das Museum schon einmal dort betrieben, bevor Mitte der 1990er Jahre Alteigentümer ihre Restitutionsansprüche durchsetzen konnten.

Die Stadt Werder hat das Lindowsche Haus samt seinen Nebengelassen im Jahr 2009 von den Alteigentümern gekauft.

 

An dem Hang wird seit 2012 auch wieder Wein angebaut. Das Besucherzentrum wäre in Verbindung mit dem Erlebnis der dahinterliegenden Schuffelgärten und des Weinanbaus zugleich „ein zusätzliches Highlight“ für Gäste, sagte Große, der hinzufügte: „Wir stellen uns im Bereich Tourismus neu auf.“

Die Stadt trägt den Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Bei der Überprüfung des Prädikats hatten die Prüfer 2013 der Blütenstadt eine Hausaufgabe gegeben: Eine Stelle zu schaffen, an der die Stadt Touristen empfängt, berät und unterstützt, wo der Gast zum Beispiel erfährt, ob und wo noch Zimmer frei sind und welche Ecken er unbedingt gesehen haben muss. Genau das soll in Zukunft im Lindowschen Haus geschehen.

Bei der Sanierung des Anwesens kann die Stadt Städtebaufördermittel einsetzen. Ihr käme dabei zugute, dass sie eine öffentliche Nutzung für den Obstmuckerhof plant. Für öffentliche Zwecke ist die Förderquote höher. Im Fall des Lindowschen Hauses könnten ungefähr 80 Prozent der Kosten mit Geld aus dem Städtebaufördertopf aufgebracht werden.

Wenn die Stadtverordneten dem Konzept ihren Segen geben, soll Geld für die Planung bereits in den Haushalt für 2016 eingestellt werden. Die Sanierung könnte dann 2017 beginnen.

Das Projekt des Gastronomen Jens Poel, der über einen Erbbaurechtsvertrag das Lindowsche Haus übernehmen und dort eine Vinothek und Wohnungen einrichten wollte, spielt keine Rolle mehr. Dessen Konzept sei am Ende weit weg von dem gewesen, was sich die Stadt dort vorstellt, hieß es.

Von Jens Steglich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bauen & Wohnen


Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg