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Luckenwalde hat es auf Berliner abgesehen

Stadt buhlt um Einwohner Luckenwalde hat es auf Berliner abgesehen

Beim „Tag der Häuser“ sagen Stadtplaner und Immobilienexperten Luckenwalde eine Zukunft mit wachsender Einwohnerzahl voraus. Vor allem Berliner, die bislang zu ihren Arbeitsstellen einpendeln, sollen als Neubürger gewonnen werden.

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Viele Häuser sind sanierungsbedürftig. Die Wohnungsbaugesellschaft „Die Luckenwalder“ bietet einige zum Verkauf an.
 

Quelle: Lorenz Reck

Luckenwalde.  Der Immobilien-Katalog der städtischen Wohnungsgesellschaft „Die Luckenwalder“ (ehemals Lugewo) ist deutlich dünner geworden.Vor einem Jahr enthielt der Verkaufsprospekt noch 20 Häuser. Der neue Katalog enthält nur noch zehn Häuser und vier Grundstücke. „Es ist noch einiges da“, sagte Horst-Ulrich König, Geschäftsführer der Luckenwalder Wohnungsgesellschaft, „es wird aber langsam überschaubar.“ Einige der zum Verkauf stehenden Häuser waren am Samstag auch anschaubar und standen Interessenten offen.

Dass eine solche Investition durchaus lohnen kann, versuchte man am Sonnabend beim nunmehr zweiten „Tag der Häuser“ in Luckenwalde unter verschiedenen Gesichtspunkten darzustellen. Im Foyer des Gymnasiums versammelten sich rund 60 Anwohner des künftigen Sanierungsgebietes Dahmer Straße sowie Investoren und Kaufwillige. Etwa ein Drittel kam aus Berlin.

Peter Mann, Leiter des Stadtentwicklungsamts, zeigte, dass der Bevölkerungsrückgang weitgehend gestoppt ist und mittlerweile mehr Menschen von Berlin nach Luckenwalde als umgekehrt ziehen. Und genau auf die Berliner zielt es die Stadt ab. Denn man hat auch festgestellt, dass mehr Arbeitnehmer täglich von Berlin nach Luckenwalde (4638) pendeln als aus der Kreis- in die Hauptstadt (3793). Vor allem diese Einpendler möchte man als neue Einwohner gewinnen.

Luckenwaldes Stadtplanungsamtsleiter Peter Mann (l) beim Vortrag über die Stadtentwicklung

Luckenwaldes Stadtplanungsamtsleiter Peter Mann (l.) beim Vortrag über die Stadtentwicklung.

Quelle: Hartmut F. Reck

Das wären dann bis zu 4500 neue Haushalte, für die in zu sanierenden Häusern oder auf noch unbebauten Grundstücken Wohnraum geschaffen werden könnte. Laut Mann habe Luckenwalde den Zuzug aus Berlin schon verdoppeln können. Nun gelte es, die Nachfrage nach Wohnungen und Einfamilienhausgrundstücken zu decken. Was Wohnungen betrifft, so gebe es im Teilraum Dahmer Straße, der als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden soll, erhebliche Potenziale. Den hohen Altbaubestand in kompakter Bauweise gebe es so in anderen Städten wie Teltow, Ludwigsfelde oder Zossen nicht. Das ziehe aber die Berliner an. „Luckenwalde“, so Manns Hoffnung, „wird ein Vorort von Berlin.“

Das sieht Ulrich Springer auch so. Der Grundstücksbewerter hat festgestellt, dass in Luckenwalde das Geld von außen kommen müsse, um den Wohnwert zu erhalten. Hier seien die alten Strukturen noch erhalten, was in der Berliner Umgebung rar sei.

Statistik

Wanderungsverluste hatte Luckenwalde nach Berlin von 2003 bis 2012.

164 Berliner zogen 2014 nach Luckenwalde gegenüber 126 Luckenwaldern, die es nach Berlin zog. Wanderungsgewinn: 38. Im Jahr 2013 betrug er sogar 45.

128 Wohnungen sind in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich pro Jahr im gesamten Stadtgebiet saniert worden.

Der Berliner Wohnungsmarkt sei ausgeschöpft, so dränge alles nach draußen und zwar nach Süden, weil sich dort Industrie und Logistikunternehmen angesiedelt haben. So rücke also der Speckgürtel immer näher an Luckenwalde heran. Springer riet dringend dazu, die Infrastruktur zu erhalten und auszubauen, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

Von Hartmut F. Reck

Wohnungen und Häuser in Luckenwalde und Umgebung: MAZimmo.de

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