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Luckenwalder Wohnbau reißt Block ab

Absage an den Kreis bei Asylheim-Suche Luckenwalder Wohnbau reißt Block ab

Der Landkreis Teltow-Fläming sucht dringend nach Unterkünften für Flüchtlinge. Dabei fiel sein Blick auf ein Plattenbau mit 50 Wohnungen in Luckenwalde, der abgerissen werden soll. Die Landrätin lud den Chef der Wohnbaugenossenschaft zu einem Gespräch, doch der lehnte ab. Das Haus sei unbewohnbar.

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Außen hui, innen pfui: Der Plattenbau an der Straße des Friedens ist laut Wohnbaugenossenschaft nicht mehr bewohnbar.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. „Es tut schon weh, wenn ein ganzer Wohnblock dem Stadtumbau freigegeben wird.“ Das sagte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) kürzlich dem Kreisausschuss. Gerade hatte sie von der immer schwierigeren Suche nach Unterkünften für die wachsende Zahl von Flüchtlingen berichtet. Angesichts dessen verstehe es kein Mensch, so Wehlan, wenn solch ein großes, leerstehendes Haus abgerissen werde.

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Die Rede war von dem fünfgeschossigen Plattenbau in der Straße des Friedens Nummer 50. Er gehört der Wohnbaugenossenschaft Luckenwalde (WBG). Seit zwei Jahren ist der Abriss fest eingeplant. Damit folge man den Wünschen der Stadtplanung, hat es noch vor einem Jahr von Seiten der WBG geheißen. Da bis dahin mit einem Schrumpfen der Bevölkerungszahl gerechnet wurde, sollte nach dem Willen der Stadt die Wohnbebauung an den Rändern ausgedünnt werden, um das Zentrum zu stärken.

Doch inzwischen sieht die Situation völlig anders aus. Händeringend sucht die Kreisverwaltung nach Unterkünften für Flüchtlinge. „Diesem Wahnsinn muss doch Einhalt geboten werden“, sagte auch Hans-Dietmar Seiler von der Linksfraktion am Dienstagabend in der Luckenwalder Stadtverordnetenversammlung. Er forderte Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um den Abriss zu verhindern. Eine Antwort dazu erhielt er im nichtöffentlichen Teil der Sitzung.

Kommentar: Chance wird vertan

Brandenburgs Linke haben völlig recht, dass derzeit Fördermittel nicht für den Abriss, sondern für die Sanierung von Wohnraum eingesetzt werden müssen. Auch wenn die Wohnbaugenossenschaft Luckenwalde ganz ohne Fördermittel 50 Wohnungen beseitigt, ist das niemandem zu vermitteln. Soll hier etwa ein noch bis vor kurzem bewohntes Mietshaus einem künftigen Zeltplatz für Flüchtlinge weichen? Das wäre wirklich Wahnsinn. Doch so einfach ist die Sache nicht. Das Haus scheint wirklich marode zu sein. Die 1991 aufgehübschte Fassade diente wohl eher der Wohnumfeldgestaltung. Dennoch wurde eine Chance vertan. Hätten sich Stadt und Kreis früher um den vorläufigen Erhalt des Blocks bemüht, wäre vielleicht noch etwas zu machen gewesen. Aber auch die WBG hätte die Zeichen der Zeit erkennen können – wie sie es in anderen Fällen auch konnte, deshalb ist sie bisher so erfolgreich. Nur schade, dass sie sich gegenüber Stadt und Kreis so hartleibig verhält und lieber nur ihr Ding macht.

Wie die MAZ in Erfahrung brachte, hatte die Landrätin den kaufmännischen Vorstand der WBG, Jörg Kerpa, und die Bürgermeisterin zu einem Gespräch in ihr Büro eingeladen. Kerpa gab den beiden Damen aber einen Korb. Er sehe keinen Gesprächsbedarf, soll er ihnen schriftlich mitgeteilt haben. Kerpa war bisher nicht zu erreichen.

Von Dietrich Maetz, FDP-Stadtverordneter und Aufsichtsratsmitglied der WBG, erfuhr die MAZ, dass die Abrissarbeiten bereits begonnen hätten. Das Haus sehe außen besser aus als innen, so Maetz­. Es sei seit fünf Jahren auf Verschleiß gefahren worden. Erst am Vortag habe es einen neuen Wasserrohrbruch gegeben. Vor zwei Jahren seien Stadt und Kreis über den geplanten Abriss informiert worden. Dieser erfolge übrigens aus eigener Kraft und ohne Fördermittel.

Von Hartmut F. Reck

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