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Mehr Komfort und ein eigenes Bad für jeden

Wohnen für Behinderte Mehr Komfort und ein eigenes Bad für jeden

Bei Fliedners in der Potsdamer Landstraße in Brandenburg an der Havel wohnen 58 Frauen und Männer mit Behinderungen und schweren Begleitkrankheiten. Für sie soll nun das Leben einfacher und das Wohnen schöner werden.

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Vor den Toren Brandenburgs entsteht auf 1000 Quadratmetern ein neues Wohnhaus.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Bei den Wohn- und Werkstätten „Theodor Fliedner“ in der Potsdamer Landstraße in Brandenburg an der Havel wird in den kommenden beiden Jahren komplett umgebaut. Bereits im Januar soll Baubeginn für ein fünftes Wohnhaus entstehen, in denen 16 behinderte Menschen barrierefrei leben können, in jedem Appartement gibt es eine eigene Toilette und Waschgelegenheit. Die bisherigen Wohngruppen werden von zehn auf acht Menschen reduziert, für jede Gruppe gibt es eine Wohnküche und ein Pflegebad.

„Die geplante modernere Ausstattung für Menschen mit schwerer Körperbehinderung wird auch den Mitarbeitenden das Handling durch den Einsatz von weiteren Hilfsmitteln wie Lifter, Duschstuhl, Hubbadewanne und Pflegebetten erleichtern“, sagt Peggy Bohm, Bereichsleiterin fürs Wohnen bei Fliedners. Der Neubau wird komplett ebenerdig gebaut. Allerdings auf etwas mehr als 50 Zentimeter hohen Stelzen wegen der möglichen Hochwassergefahr. „Der Neubau wurde notwendig, da aufgrund multipler Begleiterkrankungen die Pflegebedarfe der Bewohner steigen“, sagt Fliedners-Chefin Barbara Weigel.

Vor zwei Jahren wurde die Wohnstätte in Bad Belzig ähnlich hergerichtet, dieses Niveau soll hier auch bis spätestens Ende 2018 erreicht werden, wenn das nächste Pflegestärkungsgesetz in Kraft tritt. In der Unterkunft sollen auch Plätze für Kurzzeit- und Verhinderungspflege angeboten werden – um beispielsweise die Eltern von erwachsenen Menschen mit Behinderung für einige Tage zu entlasten. Sind die Bewohner im Oktober 2016 ins neue Haus eingezogen, kommt der zweietagige Wohnanbau des Haupthauses an die Reihe – wird ebenfalls den heutigen Erfordernissen angepasst. „Wir haben eine große Versammlung für alle Bewohner gemacht und versucht, ihnen in verständlicher Form die Pläne zu erläutern. Alle nehmen großen Anteil und freuen sich“, sagt Peggy Bohm. Auch die gesetzlichen Betreuer wurden informiert.

Der Landesausschuss für Innere Mission (Lafim) ist Bauherr, bekommt aber großzügig Fördermittel vom Land, sagt Immobilienbeauftragter Raik Böttcher. Das ganze Umbauvorhaben kostet etwa 2,2 Millionen Euro, gut die Hälfte entfällt auf den Neubau.

Die Wohnstätte an der Potsdamer Landstraße gibt es seit den frühen 1950er-Jahren, zuletzt modernisiert wurde sie 2003. „Seitdem haben sich die Anforderungen extrem erhöht, deshalb haben wir uns jetzt für die große Lösung entschieden, um unseren 58 Bewohnern und 39 Mitarbeitern mehr Komfort zu bieten“, sagt Barbara Weigel.

Von André Wirsing

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