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Neue Hoffnung für altes Gutshaus

Wohnen und Ferienunterkünfte Neue Hoffnung für altes Gutshaus

Das seit 40 Jahren leer stehende Mahlenziener Gutshaus hat einen neuen Eigentümer. Der in Berlin lebende Ferréol Jay von Seldeneck hat das stark sanierungsbedürftige Gebäude nebst Grundstück vom Vorbesitzer gekauft, um dort zu wohnen und drei Ferienunterkünfte zu schaffen. Für das Gesamtprojekt hat er rund 1,2 Millionen Euro veranschlagt.

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So sah das Mahlenziener Gutshaus in den 1950-er Jahren aus.

Quelle: Privat

Brandenburg/H. Das Mahlenziener Gutshaus hat mehr als 200 Jahre auf dem Buckel und der Zahn der Zeit kräftig an dem lange leerstehenden Gebäude genagt. Ein Bauzaun steht aus Sicherheitsgründen rundherum. Die Fenster sind provisorisch verschlossen. Doch jetzt scheint Bewegung in das gleich hinter der sanierten Dorfkirche stehende Objekt zu kommen.

„Ich habe den Ehrgeiz, dass das Mahlenziener Gutshaus für weitere Jahrhunderte wieder auf festen Füßen steht“, sagt der neue Eigentümer Ferréol Jay von Seldeneck. Der Rechtsanwalt aus Berlin hat die stark sanierungsbedürftige Immobilie mit dem dazugehörigen rund 2,3 Hektar großen Grundstück im Juli dieses Jahres von Vorbesitzer Carsten Ostrowicz gekauft. Dieser aus Schleswig-Holstein stammende Architekt hatte mit der 1996 von ihm erworbenen Immobilie als Projektierungsbüro, Pferdepension und schließlich als Reha-Zentrum große Pläne vor, die er aber alle verwarf. Vor gut zehn Jahren erfolgten mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Landes, der Kommune sowie des damaligen Eigentümers notwendige Sicherungsarbeiten.

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Nach Haus mit großem Grundstück gesucht

„Ich habe in Hauptstadtnähe ein Haus mit großem Grundstück gesucht“, sagt Ferréol von Seldeneck. Mit dem geschichtsträchtigen Ensemble in Nachbarschaft der mittelalterlichen Dorfkirche und dem unverbauten weitläufigen Gelände sei er schließlich in Mahlenzien fündig geworden. „Derzeit sind Erschließungsmaßnahmen und Planung im Gange“, sagt er. „Zwar soll Berlin unser Lebensmittelpunkt bleiben, aber ich möchte, dass dieses Haus wieder lebendig wird“, sagt der 72-Jährigen, der fünf Kinder und genauso viele Enkel hat.

Neben eigenem Wohnraum plant er insgesamt drei Ferienwohnungen, davon eine im Nebengebäude. Zum Erwärmen des Gutshauses soll ein Biomeiler errichtet werden, damit setzt er auf innovative und umweltfreundliche Technik. „Bei dieser Turbo-Kompostieranlage aus Garten-, Holzabfällen und Pferdemist wird durch mikrobiologische Abbauprozesse Wärme frei“, erklärt er.

Der neue Eigentümer Ferréol von Seldeneck vor dem  sanierungsbedürftigen Gutshaus

Der neue Eigentümer Ferréol von Seldeneck vor dem sanierungsbedürftigen Gutshaus.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Auf dem großen Grundstück soll ein Obst- und Blumengarten mit alten Sorten entstehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die in dem Gutshaus untergebrachten Flüchtlingsfamilien dort Kohl und Kartoffeln angebaut. Seit 1972 steht das Gebäude leer. Von Seldeneck will in das Gesamtprojekt rund 1,2 Millionen Euro investieren. Davon entfallen etwa 520 000 Euro auf Dach, Fassade, Fenster und Biomeiler, wofür er aus dem EU-Leaderprogramm auf eine anteilige Förderung hofft. Er habe das sportliche Ziel, in einem guten Jahr einzuziehen.

Obwohl Mahlenzien mit seinen 135 Einwohnern seit 1993 zur Stadt Brandenburg gehört, schätzt von Seldeneck, der aus dem Badischen stammt, neben Natur und Ruhe die gewachsene dörfliche Gemeinschaft. Im Sommer feierte der kleinste Brandenburger Ortsteil sein 650-jähriges Jubiläum. „Ich bin froh, dass die Ruine im Dorf verschwindet und ich das noch erleben darf,“ sagt Ortsvorsteher Karl-Dietrich Roth.

Von der Familie von Schierstedt erbaut

Das denkmalgeschützte Gutshaus wurde um 1800, vermutlich aber noch früher, vom Adelsgeschlecht Schierstedt erbaut, dem das ehemalige Rittergut nach den Familien von Sandau und von Grabow seit 1642 etwa 300 Jahre lang gehörte. Das systematisch gegliederte zweigeschossige Gebäude ist ein eher bescheidenes, brandenburgisches Guthaus aus dem Spätbarock. „Verborgenes Schmuckstück“, so der neue Eigentümer, sei die Decke im ehemaligen Salon mit einer Wandmalerei um 1820 im frühklassizistischen Schinkelstil.

Von Claudia Nack

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