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Neuruppin: Rettung für ein Industriedenkmal

Einstiges Feuerlöschgerätewerk Neuruppin: Rettung für ein Industriedenkmal

Der größte Teil des alten Feuerlöschgerätewerks im Neuruppiner Seetorviertel ist längst verschwunden. Jetzt soll zumindest das letzte große Backsteingebäude erhalten werden. Noch im vergangenen Jahr gab es Pläne, den heruntergekommenen Bau abzureißen. Die sind jetzt vom Tisch.

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Die Nebengebäude wurden inzwischen abgerissen, der große Backsteinbau des einstigen Feuerlöschgerätewerks bleibt aber stehen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Für das letzte erhaltene Gebäude des einstigen Feuerlöschgerätewerkes im Neuruppiner Seetorviertel gibt es Hoffnung. Die Prima-Firmengruppe will das Baudenkmal vor dem endgültigen Verfall bewahren und so schnell wie möglich umbauen. „Wir würden gern noch in diesem Jahr mit der Sanierung beginnen“, bestätigte Geschäftsführer Henry Bloch. Pläne, das eindrucksvolle Gebäude abzureißen, sind vom Tisch.

Das alte Verwaltungsgebäude des einstigen Minimax-Werkes steht seit den 90er Jahren leer. Feuerlöscher werden längst in Treskow produziert. Die früheren Produktionshallen existieren gar nicht mehr. Auch sie galten als Baudenkmal, trotzdem gelang es nicht, sie zu retten. Neuruppins Baudezernent Arne Krohn bedauert das: „Der Erhalt historischer Gebäude liegt der Fontanestadt und insbesondere mir immer am Herzen.“ Er ist froh, dass jetzt wenigstens der Verwaltungsbau gerettet werden soll: „In diesem Fall wird ein historischer Baukörper dem Gebiet einen besonderen Charakter verleihen, da neben neuer Architektur lange Bestehendes an die Geschichte erinnert.“

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Um 1904 entstand in Neuruppin ein hochmodernes Werk zur Produktion von Feuerlöschern. Mit Unterbrechungen lief die Produktion dort bis zum Ende der DDR. Von dem einstige Werk steht heute nur noch das Verwaltungsgebäude. Die Neuruppiner Feuerlöscher werden inzwischen im Gewerbegebiet Treskow hergestellt.

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Das Gebäude ist älter als die Feuerlöscherproduktion in Neuruppin. Die erste Minimax-Löscher wurden dort um 1904 produziert. Der dreigeschossige Backsteinbau am See wurde schon im 19. Jahrhundert für eine der Tuchfabriken errichtet. Für die Denkmalbehörde des Landes ist das Haus ein „bedeutendes Zeugnis der Industriegeschichte Neuruppins“.

Das allerdings so heruntergekommen ist, dass es inzwischen oft nur noch als Schandfleck wahrgenommen wird. Die Prima-Gruppe hatte noch im vergangenen Jahr davon gesprochen, das Gebäude abzureißen. Inzwischen geht es dem Investor aber darum zu retten, was noch zu retten ist.

Mietwohnungen im alten Fabrikgebäude

Gut 20 Wohnungen könnten dort entstehen. „Ausschließlich zur Vermietung“, sagt Prima-Geschäftsführer Bloch. Die angrenzenden Nebengebäude waren allerdings „nicht mehr erhaltenswert“. Sie sind schon abgerissen.

Unmittelbar zwischen Feuerlöschgerätewerk und Seedamm baut die Prima-Firmengruppe zurzeit Luxuswohnungen. Rund 13,5 Millionen Euro investiert das Neuruppiner Unternehmen in seine „Seetor-Residenz“. Ende 2016 soll sie fertig sein. Die Pläne für das einstige Minimax-Gebäude sind noch nicht so weit, dass Bloch schon konkrete Termine nennen will.

Henry Bloch ist Geschäftsführer der Prima-Firmengruppe aus Neuruppin

Henry Bloch ist Geschäftsführer der Prima-Firmengruppe aus Neuruppin.

Quelle: Peter Geisler

Auch auf den Flächen rundherum soll sich demnächst endlich etwas tun. Bevor der Prima-Chef aber darüber spricht, will er sich erst mit der Stadt abstimmen. Die müsste einen Bebauungsplan für das Areal beschließen. Für einen Großteil des Seetorviertels gibt es bisher nur einen groben Rahmenplan. Der spiegelt allerdings den Stand vor zehn Jahren wider, sagt Baudezernent Krohn.

Der frühere Grundstückseigentümer war für die Stadt lange nicht zu greifen, potenzielle Investoren gab es nicht. Das hat sich inzwischen geändert. Arne Krohn: „Seit einigen Wochen sind wir mit der Überarbeitung beschäftigt.“ Die Stadtverordneten sollen demnächst abstimmen, was sie sich auf dem Filetgrundstück zwischen Seeufer und Altstadt wünschen. Auf der Grundlage dieses Rahmenplanes können dann konkrete Bebauungspläne entstehen.

Von Reyk Grunow

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