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Neuruppin vergibt den Schinkelpreis

Auszeichnung für Berliner Wissenschaftler Neuruppin vergibt den Schinkelpreis

Zum dritten Mal vergibt die Stadt Neuruppin in diesem Jahr ihren Schinkelpreis. Diesmal geht die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung an Heinrich Schulze Altcappenberg, den Direktor des Kupferstichkabinetts in Berlin. Er hat eine bahnbrechende Arbeit über Schinkel und sein Werk abgeliefert, findet die Jury.

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Der Bildhauer Max Wiese setzte Karl Friedrich Schinkel 1883 ein Denkmal auf dem Neuruppiner Kirchplatz.

Quelle: Foto: Peter Geisler

Neuruppin. Ein bisschen mehr Poesie könnte nicht schaden. Poesie ist das, was Hartmut Stechow in der heutigen Architektur häufig vermisst. Stechow ist selbst Architekt, Professor an der Jade-Hochschule in Oldenburg. Mit Architektur kennt sich Hartmut Stechow aus und mit Poesie ebenso. Für den preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel spielte sie in seinem Werk eine besondere Rolle. Dem großen Sohn der Stadt Neuruppin ging es zeitlebens nicht einfach nur darum, etwas Neues zu bauen – er wollte etwas Schönes bauen, sagt Stechow, der auch Vorsitzendender der Schinkelgesellschaft ist, die ihren Hauptsitz in Neuruppin hat.

Alle fünf Jahre vergibt die Stadt Neuruppin den großen Schinkelpreis. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung geht regelmäßig an eine Persönlichkeit, die sich um das Werk des Architekten, Bühnenbildners, Malers und Universalgenies besonders verdient gemacht hat. 2016 in Schinkels 235. Geburts- und 175. Todesjahr ist es wieder soweit. Diesmal hat sich die Jury unter dem Vorsitz von Hartmut Stechow für einen Forscher entschieden, dem es ganz besonders um die Poesie in Schinkels Arbeiten geht: Der Schinkelpreis 2016 der Stadt Neuruppin geht an Heinrich Schulze Altcappenberg, den Direktor des Kupferstichkabinetts am Kulturforum in Berlin.

Heinrich Schulze Altcappenberg hat die Poesie in Schinkels Werk besonders untersucht

Heinrich Schulze Altcappenberg hat die Poesie in Schinkels Werk besonders untersucht. Herausgekommen ist eine bahnbrechende Ausstellung, die unter anderem im Kupferstichkabinett in Berlin zu sehen war. Jetzt bekommt er den Neuruppiner Schínkelpreis.

Quelle: Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett

Stadt und Jurypräsident gaben den Preisträger am Dienstag bekannt. Am Sonntag, 13. März, Schinkels Geburtstag, erhält Heinrich Schulze Altcappenberg die Auszeichnung bei einer öffentlichen Feier in der Neuruppiner Pfarrkirche von Bürgermeister Jens-Peter Golde überreicht.

Vielleicht war es das tragische Erlebnis in seiner Kindheit, das Schinkels Arbeit später so prägte. Als Karl Friedrich gerade sechs war, legte ein Feuer seine Geburtsstadt fast komplett in Schutt und Asche. Der Stadtbrand 1787 hat Neuruppin völlig verändert, ebenso das Leben der Familie Schinkel. Das Geburtshaus Schinkels wurde bei dem Feuer 26. August zerstört. Vater Johann Christoph Schinkel starb kurz darauf an den Strapazen. Die Familie zog ins Predigerwitwenhaus an der Fischbänkenstraße, das heute Sitz der Schinkelgesellschaft ist. Karl Friedrich Schinkel erlebte in seiner Kindheit ein Neuruppin aus Ruinen, eine Stadt voll Hässlichkeit. Als Architekt und Baumeister wollte er genau das vermeiden: Hässlichkeit.

Heinrich Schulze Altcappenberg hat die Poesie in Schinkels Werk so exakt und einfühlsam untersucht, wie wohl noch kein Architekturhistoriker vor ihm. Herausgekommen ist eine internationale Ausstellung, die in den Jahren 2012 und 2013 im Kupferstichkabinett in Berlin zu sehen war und weithin für Aufsehen gesorgt hat. Ebenso die Online-Sammlung digitaler Arbeiten des Baumeisters. Schulze Altcappenbergs Arbeit ist einmalig, das steht für die Jury aus Forschern und Architekturfachleuten fest. Das war auch der Grund, ihn jetzt für den Schinkelpreis vorzuschlagen.

Festtag: Der Schinkelpreis wird am Sonntag, 13. März, um 11 Uhr in der Neuruppiner Pfarrkirche bei einer öffentlichen Festveranstaltung überreicht. Die Festakt beginnt mit einer Ansprache am Schinkeldenkmal.

Von Reyk Grunow

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