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Nuthetal will den Wohnungsbau ankurbeln

Neun Flächen für neue Mietshäuser Nuthetal will den Wohnungsbau ankurbeln

Nuthetal reagiert auf den Engpass am Wohnungsmarkt und will den Bau neuer, preisgünstiger Quartiere ankurbeln. In einem Strategiepapier der Gemeinde sind insgesamt neun Flächen ausgewiesen, auf denen Geschosswohnungsbau möglich wäre. Das größte Areal für allein 114 Wohnungen befindet sich im Rehgrabengebiet.

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In diesen früheren Bürogebäuden im einstigen Spezialbaugelände in Bergholz-Rehbrücke will ein privater Investor altersgerechte Quartiere einrichten. Derzeit stehen die Häuserblocks leer.

Quelle: Christel Köster

Nuthetal. Potsdams kleiner Nachbar Nuthetal verstärkt seine Anstrengungen, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Die Gemeinde nimmt dafür neun Flächen in den Blick, auf denen Geschosswohnungsbau möglich wäre. Fünf Areale davon liegen im Ortsteil Bergholz-Rehbrücke, drei in Saarmund und ein Standort befindet sich in Tremsdorf. Gebaut werden soll nicht auf der grünen Wiese am Rande der Ortschaften, sondern im Innenbereich. Die Kommune, die zum Ballungszentrum Berlin-Potsdam gehört, reagiert mit ihrer Offensive auf den zunehmenden Druck am Wohnungsmarkt. „Wir brauchen aber keine Luxuswohnungen, wir brauchen vor allem Quartiere für Berufseinsteiger und altersgerechte Wohnungen, die man sich leisten kann“, so Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke). Als kleine Kommune könne Nuthetal freilich auch nur einen kleinen Beitrag zur Entlastung des Wohnungsmarktes leisten, sagte sie.

Das größte Potenzial wird dabei auf einem 1,9 Hektar großen Grundstück in der Rehbrücker Gartenstadt gesehen. Zwischen den Straßen Bergblick, Milanring und Am Rehgraben könnten allein etwa 114 Wohnungen entstehen. Für das Areal soll zunächst eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden, sagte Hustig. Die Kosten für den Bau von Mietshäusern an der Stelle werden auf etwa 15,64 Millionen Euro geschätzt. So steht es in einem wohnungspolitischen Strategiepapier der Gemeinde, das im Bauamt gerade erarbeitet wurde und am 8. Dezember in der Gemeindevertretung beschlossen werden soll.

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Das Konzept wird danach dem Brandenburger Infrastruktur-Ministerium übergeben. Es ist so etwas wie ein Bewerbungsschreiben für ein neu aufgelegtes Wohnungsbau-Förderprogramm des Landes, von dem Nuthetal profitieren will. Die Gemeinde hat dafür gute Chancen. Laut der Bürgermeisterin ist Nuthetal als Kommune mit „erhöhtem Wohnbedarf“ eingestuft worden. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark gebe es nur drei Kommunen, die diese Einstufung offiziell bekommen haben: Teltow, Kleinmachnow und Nuthetal.

Mit Hilfe der Fördermittel soll ermöglicht werden, was bei rein privatfinanzierten Vorhaben in der Region so gut wie unmöglich geworden ist: preisgünstige Wohnungen zu bauen. Partner für das eine oder andere Projekt in Nuthetal könnte die Kleinmachnower Wohnungsgesellschaft Gewog sein, die bereits im Rehgrabengebiet fast 60 altersgerechte Wohnungen gebaut hat – in dem Fall noch ohne Fördermittel.

Nuthetal wächst wieder

Entgegen den Prognosen legt Nuthetal an Einwohnern wieder zu. Nachdem die Bevölkerungszahl in den 2000er-Jahren bei 8700 stagnierte, wurde nun erstmals die 9000er-Marke übersprungen.

Aktuell leben in Nuthetal 9007 Menschen. Prophezeit waren für 2015 nur 8693. Nach Analyse des Bauamts wird auch der prognostizierte Bevölkerungsverlust von zehn Prozent bis zum Jahr 2030 nicht eintreten. Die Gemeinde weist sowohl beim natürlichen Bevölkerungssaldo als auch beim Wanderungssaldo eine positive Entwicklung auf. Die Zahl der Neugeborenen ist höher als die Zahl der Gestorbenen und es ziehen mehr Leute her als weg.

Nuthetal hat keinen Wohnungsleerstand, muss also neu bauen. Der Bedarf an preisgünstigem Wohnraum ist dabei „extrem gestiegen“.

Mit auf der Nuthetaler Liste der Vorzugsgebiete für Wohnungsbau steht auch ein Areal auf dem früheren Spezialbaugelände gegenüber dem Rehbrücker Bahnhof. Dort will ein privater Investor in leerstehenden Bürogebäuden Wohnungen errichten. Auch in der Beethovenstraße, wo bereits Häuser aus DDR-Zeiten stehen, gibt es noch Potenzial für 20 weitere Quartiere. Im Strategiepapier ist für Saarmund ein Bereich an der Waldkolonie als „Potenzialfläche“ ausgewiesen – 42 Wohnungen könnten dort entstehen.

Die Kosten für ihren Bau werden auf 7,65 Millionen Euro geschätzt. Das Gelände des ehemaligen Hotels „Zur Stadt Leipzig“ bietet sich aus Sicht des Bauamtes für die Errichtung eines Wohnhauses an. Das Areal gehört der Gesellschaft Tamax. „Vielleicht ergibt sich mit Hilfe des Förderprogramms die Möglichkeit, zusammen mit Tamax einen Schandfleck zu beseitigen und zugleich neue Wohnungen zu schaffen“, sagte Hustig. Sie betonte, für die „Potenzialflächen“ sei vor einem Baubeginn noch eine Feinplanung nötig. Neue Wohnhäuser müssten sich zudem städtebaulich in ihre Umgebung einfügen.

Von Jens Steglich

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